Zugeparkte Radwege - eine Gefahr für Radfahrende!

Postkarte
  • in Leipzig gab es 2016 13.758 Unfälle, davon wurden lediglich 620 von Radfahrern verursacht oder zumindest mitverursacht.
    Radfahrende verursachten nur 4,5 % der Unfälle (mit).
  • Von insgesamt 2.536 bei Unfällen im Jahr 2016 verletzten Personen waren 929 Radfahrende - machten aber 36,6% der Getöteten/Verletzten aus. 

Wir Grüne wollen den Radverkehr attraktiv machen und die Bedingungen für Radfahrende verbessern. Grundsätzlich ist das Fahrradfahren im Stadtverkehr schon heute auf vielen Strecken sehr gut möglich. Die Vorteile des Radfahrens liegen in den größeren Mobilitätsfreiheiten, z. B. der freigegebenen Gegenrichtungs-Befahrbarkeit von Einbahnstraßen, den Abkürzungen durch die Grünzüge der Stadt wie Parks und Waldstücke. Radfahren dient der allgemeinen Bewegungsförderung und damit der Gesundheitsvorsorge. Radfahrende sind auch im Vorteil, wenn es um das Parken des Fahrzeugs geht. Die allgemeine Geschwindigkeit liegt im Stadtverkehr auf ähnlichem Niveau wie der des Pkws. Als Nachteil jedoch ist eindeutig die größere Gefahr zu sehen, bei einem Unfall körperliche Schäden davon zu tragen. Hierbei sind die Unfallzahlen mit Beteiligung Radfahrender auch leider nicht rückläufig. Die Gefährdung ist also nicht geringer geworden.

Unzählige Male sind im Alltag beispielsweise die Radwege und Radverkehrsstreifen zugestellt – da steht die Post wegen Päckchenlieferung im Weg - die private Kiste wird auf dem Radweg abgestellt, weil der Wocheneinkauf ausgeladen wird - der Kleintransporter muss nur mal schnell auf dem Radweg stehen, um anzuliefern... zahllose Gründe, die davon erzählen, dass der Platz im Straßenraum nicht mehr für alle und alles reicht.

Dabei ist Radwegparken eine Ordnungswidrigkeit und geht grundsätzlich zulasten der Sicherheit einer ganzen Gruppe. Die Gefährdung von Radfahrenden entsteht insbesondere beim Ausscheren vom Radweg auf die Fahrbahn und auch beim Öffnen von Autotüren.

Unsere Fraktion richtete mehrere Anfragen an die Verwaltung, weil wir die Kontrollen des Ordnungsamtes bei zugeparkten Radwegen z. B. bei terminlich bekannten Großveranstaltungen, wie dem Spinnereirundgang und Fußball-Spielen in der RB-Arena, nicht erkennen konnten. Von konsequentem Abschleppen ist man in Leipzig noch weit entfernt, obwohl sich auf www. leipzig.de über die Arbeit der Politessen die Auskunft findet: „Nach Straßenverkehrsrecht ist das Parken von Fahrzeugen auf Radwegen eine Ordnungswidrigkeit. Auch Parken auf dem Radfahrstreifen ist Falschparken. Wird er von einem Fahrzeug blockiert, ist dies ein Grund es abzuschleppen.“

(https://www.leipzig.de/buergerservice-und-verwaltung/sicherheit-und-ordnung/kommunale-verkehrsueberwachung/ueberwachung-des-ruhenden-verkehrs-politessen/)

Im Verkehrsunfallbericht (VI-DS-01331) wird ausgeführt: Unfälle mit Radfahrern der Typen „Einbiegen/Kreuzen“ und „Abbiegen“ stellen durchaus ein wachsendes Problem dar, da der Anteil des Radverkehrs steigt. Damit steigt die Anzahl der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung und diese fallen besonders hinsichtlich der Personenschäden ins Gewicht. Dem entgegengewirkt werden kann nur mit benutzerfreundlichen und bedarfsgerechten Führungsformen des Radverkehrs im Sichtfeld des Kraftfahrzeugverkehrs, die regelwidriges Verhalten der Radfahrer möglichst erübrigen.

Wir müssen also bemüht sein, die Sicherheit des Radfahrens weiter zu erhöhen, durch separate Radverkehrsanlagen und die gegenseitige Umsichtigkeit aller Verkehrsteilnehmer.

Zugeparkte Radfahrstreifen stehen dem klar entgegen.

 

Anregungen und Ideen nehmen wir gern unter gruenefraktion@leipzig.de oder über unser Kontaktformular entgegen.