Wenn wir jetzt nicht handeln, wird es bald zu spät sein!

Foto: Martin Jehnichen

Pressemitteilung vom 19. September 2018

Zum Antrag des Migrantenbeirats für eine Kampagne für Diversität und migrantisches Leben in Leipzig erklärt Petra Cagalj Sejdi, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion:

„Wir sind froh, dass die Mehrheit im Stadtrat dem Vorschlag des Migrantenbeirats gefolgt ist und die Stadtverwaltung mit der Entwicklung einer Kampagne für Diversität und migrantisches Leben in Leipzig beauftragt. Angesichts der momentanen Ereignisse in Leipzig, Sachsen und Deutschland müssen wir als Stadt aktiv werden und dürfen hier nicht, wie von der Verwaltung thematisiert, aufgrund zu erwartender Kosten vor diesem wichtigen Vorhaben zurückschrecken oder dieses gar ablehnen.

In den letzten fünf Jahren haben Rassismus und Diskriminierung eine Form erreicht, wie wir sie noch vor kurzem für undenkbar gehalten haben. Viele Menschen spüren dies tagtäglich im eigenen Leben: Sie werden aufgrund ihres Aussehens beschimpft und angegriffen; suchen monatelang erfolglos nach Wohnungen, bekommen Absagen, sobald der Vermieter bemerkt, dass sie einen Migrationshintergrund haben; Jugendliche mit Migrationshintergrund suchen erfolglos nach Ausbildungsplätzen und vieles mehr...

Menschen leben in Leipzig unter Angst, Angst vor Rassismus und Diskriminierung, andere lassen sich von menschenfeindlicher Propaganda beeinflussen. Bisher konnte Leipzig als Vorbild in punkto Toleranz und Weltoffenheit wirken, doch dies ändert sich leider zunehmend. Der Antrag des Migrantenbeirats versucht dieser negativen Änderung entgegen zu wirken. Er versucht mit einfachen Mitteln öffentlich gegen menschenfeindliche Propaganda zu wirken und aufzuklären. Nun liegt es an einer effektiven und passenden Umsetzung, um dieses Ziel wirklich zu erreichen. Hier ist die Stadtverwaltung am Zug, sie darf den Antrag nicht auf Eis legen oder versuchen ihn nur pro forma umzusetzen. Das Anliegen ist zu wichtig und erfordert eine intensiv durchdachte professionelle Kampagne!ne!"

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