Änderungsantrag zu VIII-P-03188-DS-01 „Natur ist keine Manövriermasse! Stoppt den Waldverkauf am Cottaweg – Erhaltet den Naturraum“
Änderungsantrag vom 20. August 2026
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Der Beschlussvorschlag wird wie folgt ersetzt:
- Der Oberbürgermeister wird aufgefordert, die Verkaufsabsicht zum Capa-Wald aus der Vorlage VIII-DS-02491 zurückzuziehen und sich für einen dauerhaften Schutz des Waldes zwischen Festplatz Cottaweg und Capastraße einzusetzen.
- Der Oberbürgermeister wird aufgefordert, gemeinsam mit dem Schaustellerverein Varianten für eine flächenmäßig kleinere und den Lärmschutzerfordernissen entsprechende Durchführung der Kleinmesse zu erarbeiten und anschließend eine erneute Flächensuche unter den dann angepassten realistischen Kriterien im Stadtgebiet vorzunehmen.
Begründung:
Der betroffene Wald, der „Capi“, ist rund 6 Hektar groß und liegt an der schmalsten Stelle des Leipziger Auwalds. Der in der Vorlage VIII-DS-02491 geäußerte Vorschlag lautet, die Fläche an RB Leipzig zu verkaufen, damit dort Großfelder sowie ein weiteres Stadion für den Frauenfußball entstehen können – doch dafür müsste der Wald gerodet werden. Die Kleinmesse soll dafür an ihrem Standort bleiben. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Kleinmesse umzieht und RB die freigewordene Fläche bekommt. Die Suche nach einem Alternativstandort für die Kleinmesse blieb jedoch bislang ohne Durchbruch.
Aus dieser bislang erfolglosen Suche nach einer Alternativfläche kann aber keinesfalls die Konsequenz erwachsen, dass wir 2026 ernsthaft in Betracht ziehen, 6 Hektar Wald zu roden! Zahlreiche Beschlüsse der Stadt sprechen dagegen: das INSEK-Ziel zur Stärkung des Grünverbunds zwischen nördlichem und südlichem Auwald, der Klimanotstand, Maßnahmen zur Klimawandelanpassung, das Biotopverbundkonzept, das Ziel der Waldmehrung, der Netto-Null-Versiegelung, das Schwammstadtprinzip... Der erneute Hitzesommer führt uns einmal mehr vor Augen, wie sehr wir städtisches Grün brauchen. Und zwar mehr davon, nicht weniger. Dazu kommt, dass der Wald an der Wespentaille des Auwalds liegt. Genau dort, wo es nur noch eine sehr schmale terrestrische begrünte Verbindung gibt. Sie bietet einen Wanderkorridor für viele Tiere, z.B. die Wildkatze. Für Vögel ist das Waldstück ein wichtiger Lebensraum: 38 Vogelarten wurden dort gefunden, darunter 23 Brutvogelarten.
Leipzig kämpft mit dem Klimawandel und großer Hitze im Sommer. Wir ringen um jeden Baum, jeden Schatten, jede Entsiegelung, jede Abkühlung. Wir mühen uns um den Erhalt und die Wiedervernässung des Leipziger Auwalds. Die Rodung des Capa-Walds muss ein Tabu sein für alle Verantwortungsträger in dieser Stadt. Eine Unterschutzstellung als Tabufläche ist dringend angezeigt!
Dass RB Leipzig sich weiterentwickeln möchte, ist verständlich. Auch die Kleinmesse soll gern weiterhin in Leipzig stattfinden. Jedoch darf das nicht zulasten der Natur gehen.
Zur Wahrheit gehört, dass die Kleinmesse über die Jahre stark geschrumpft ist, bei weitem nicht mehr über die Besucherzahlen der 1990er oder 2000er Jahre verfügt. In der Folge wird nur noch ein Teil des eigentlichen 30.000 m² großen Festplatzes von der Kleinmesse in Anspruch genommen. Die Suche nach einer neuen Fläche muss dem Rechnung tragen. Dennoch wurde eine Fläche in der Größenordnung von mindestens 25.000 m² gesucht.
Es muss eingehend untersucht werden, unter welchen Bedingungen die Alte Messe mit gut angeschlossenen und bereits versiegelten Flächen in einer Größenordnung von 15-20.000 m² in Frage kommt. Auch die Lärmthematik muss grundlegend überdacht werden. Dabei muss die Frage diskutiert werden, was bei der Kleinmesse die Hauptlärmemittenten sind und wie sich hierbei dergestalt Verbesserungen erreichen lassen, dass auch für eine künftige Durchführung einer Kleinmesse Flächen nutzen lassen, in deren Umgebung auch Wohnbebauung eine Kleinmesse nach bisherigem Maßstab ausschließen würde. Beispielhaft könnte man auch auf die Durchführung der lauten Höhenfeuerwerke zum Abschluss der Kleinmesse verzichten, ebenso könnte man leisere Fahrgeschäfte und leicht eingeschränkte Öffnungszeiten festlegen.