Änderungsantrag zum Antrag des Petitionsausschusses "Gedenken an William Zipperer"
Änderungsantrag zur Beschlussfassung in der Ratsversammlung am 17. Dezember 2025
Der Beschlussvorschlag wird wie folgt ergänzt:
Der Oberbürgermeister wird beauftragt, eine Form der digitalen und physischen Ehrung der „Schumann-Engert-Kresse-Gruppe“ um die Widerstandskämpfer Georg Schumann, Kurt Kresse, Otto Engert, William Zipperer, Georg Schwarz u.a. zu prüfen.
Das Prüfergebnis wird dem Fachausschuss Kultur bis zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt.
Begründung:
Die „Schumann-Engert-Kresse-Gruppe“ gehörte zu den aktivsten Widerstandsgruppen Deutschlands und leistete während der Zeit des Nationalsozialismus in Leipzig unter Einsatz des eigenen Lebens mutigen Widerstand gegen das NS-Regime. Die genannten Personen und weitere Mitglieder der Gruppe haben unter schwersten Bedingungen für Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit gekämpft.
Der Gruppe gehörten neben Schumann, Engert und Kresse u.a. Gerhard Ellrodt, Alfred Frank, Arthur Hoffmann, Karl Jungbluth, Alfred Kästner, Willi Sänger, William Zipperer und Georg Schwarz an. Einzeln werden die Mitglieder der Widerstandsgruppe beispielsweise durch Straßenbenennungen, Stolpersteine, Gedenkplaketten an Wohn- und Wirkungsstätten oder in Namen von Schulen und Sportstätten gedacht. Ein zentrales Gedenken zur Arbeit der Widerstandsgruppe ist jedoch unzureichend.
Eine angemessene Ehrung dieser Widerstandsgruppe ist nicht nur ein Akt der historischen Gerechtigkeit, sondern auch ein wichtiges Signal für die Gegenwart. In Zeiten, in denen demokratische Werte wieder zunehmend unter Druck geraten und rechtsextreme Tendenzen erstarken, ist die Erinnerung an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus von besonderer Bedeutung.
Eine ggf. kombinierte digitale und physische Ehrung könnte beispielsweise unter anderem die digitale Dokumentation der Widerstandsaktivitäten, interaktive Bildungsangebote für Schulen und andere Bildungseinrichtungen und eine zentrale Gedenkstätte umfassen.
Die konkrete Ausgestaltung sollte unter Einbeziehung von Historiker*innen, Gedenkstätten und gegebenenfalls Angehörigen der Widerstandskämpfer erfolgen.