Änderungsantrag zum Bau- und Finanzierungsbeschluss Modernisierung „Haus der Festivals“, Gottschedstraße 16, Leipzig

Änderungsantrag vom 17. September 2026

Der Beschlussvorschlag wird wie folgt ergänzt:

  1. Die Stadt Leipzig nimmt die Cinémathèque Leipzig e. V. als dauerhafte Nutzerin in das Nutzungskonzept des künftigen Hauses der Festivals in der Gottschedstraße 16 auf und stellt ihr dort angemessene Büro-, Arbeits- und Nutzungsmöglichkeiten zur Verfügung.
  2. Das Nutzungs- und Betreiberkonzept wird entsprechend angepasst. Dabei wird insbesondere die Einbindung der Cinémathèque in die Festivalzentrale sowie die regelmäßige Nutzung des Veranstaltungssaals für Filmvorführungen, Filmvermittlung, Veranstaltungen und weitere Formate ermöglicht.

Sachverhalt

Die Cinémathèque hat einen wesentlichen Anteil daran, dass dieses Haus heute eine Zukunft als Kulturort hat. Sie sollte deshalb auch Teil dieser Zukunft sein.

Die Geschichte des Hauses der Festivals und die Geschichte des geplanten Filmkunsthauses sind eng miteinander verbunden.

Seit 2012 arbeitet die Cinémathèque Leipzig an der Idee eines Zentrums für Filmkunst und Medienbildung. Bereits von 2013 bis 2016 war die Gottschedstraße 16 als möglicher Standort im Gespräch. Die Idee, die damalige Skala nicht zu verkaufen, sondern im Eigentum der Stadt Leipzig zu erhalten und ihr wieder eine kulturelle Perspektive zu geben, kam 2014 direkt von den Betreiber*innen der Cinémathèque. Damit steht die Cinémathèque ganz am Anfang der Entwicklung, die heute zum Haus der Festivals führt.

Auch die Finanzierungsgeschichte verbindet beide Projekte. Die Cinémathèque hat 2019 Fördermittel von Bund und Freistaat in einer Größenordnung von insgesamt 21 Millionen Euro für das Filmkunsthaus akquiriert. Auf Vorschlag der Stadt wurden diese Mittel anschließend auf mehrere Projekte der Internationalen Festivallandschaft Leipzig verteilt. Davon konnten unter anderem das Haus der Festivals und die Schaubühne Lindenfels profitieren. Für das ursprüngliche Filmkunsthaus gibt es dagegen bis heute keinen gesicherten Standort.

Die Cinémathèque hat damit sowohl zur Sicherung des Gebäudes als auch zur finanziellen Grundlage der heutigen Entwicklung wesentlich beigetragen. Es ist deshalb folgerichtig und fair, ihr im Haus der Festivals selbst einen dauerhaften Platz zu geben.

Auch inhaltlich gehört sie dorthin. Das Haus soll Festivalzentrale, Netzwerkstelle und Ort des spartenübergreifenden Austauschs werden. DOK Leipzig wird dort arbeiten, der Veranstaltungssaal ist ausdrücklich auch für Filmvorführungen vorgesehen. Filmkunst und Medienbildung ergänzen dieses Konzept unmittelbar.

Nach mehr als einem Jahrzehnt Standortsuche braucht die Cinémathèque eine verlässliche Perspektive. Die Aufnahme in das Haus der Festivals ist dafür ein konkreter Schritt.

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