Gemeinsamer Antrag mit der SPD-Fraktion "Einsamkeit kann jede/n treffen"

Beschlussvorschlag des ursprünglichen Änderungsantrages zum SPD-Antrag:

Der Beschlussvorschlag wird in BP2 wie folgt geändert und ergänzt:

Der Oberbürgermeister wird beauftragt:

  1. vom 22. bis 29. Juni 2026 im Rahmen der bestehenden Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ mit eigenen Veranstaltungen und Aktionen öffentlichkeitswirksam über Einsamkeit aufzuklären, lokale Angebote sichtbarer zu machen und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Diese Aktionswoche sollte alle Alters- und Bevölkerungsgruppen ansprechen – insbesondere auch junge Erwachsene, Alleinerziehende, queere Personen sowie Senior:innen.
  2. bei städtebaulichen Planungen Orte für Begegnung im öffentlichen Raum gezielt zu berücksichtigen und einzuplanen
  3. Sitzgelegenheiten und Aktionsräume im öffentlichen Raum von Wohnquartieren zu ergänzen
  4. niedrigschwellige Besuchsangebote für Menschen, die die Wohnung nicht verlassen, zu etablieren
  5. auf das Angebot „Silbernetz“ an geeigneten Stellen (z.B. Seniorenbüros, Beratung für Senior*innen) aufmerksam zu machen sowie auf die „Nummer gegen Kummer“ für Kinder, Jugendliche, Eltern und andere Bezugspersonen (nicht nur in Beratungsstellen, sondern auch in Kitas, Schulen und bei Freizeitangeboten für Kinder/Familien)

Begründung

Zu 8.: Städtebauliche Planungen berücksichtigen die Interessen der Investierenden sowie soziale Wohnfolgenutzung, was üblicherweise Schulen, Kitas und Gemeinwesenbauten meint. Mit Blick auf den dem Wohnort nahen Raum wollen wir erreichen, dass Aufenthaltsflächen ausgebildet werden, die Menschen sichtbar machen. Das können Sitzbänke an den Häusern oder an kleinsten Plätzen sein. Beispiele gibt es mit den aus der Initiative „Ab in die Mitte – Die City-Offensive Sachsen“ finanzierten Bänken.

Zu 9.: Der Straßenraum bietet Platz für Parklets und Schanigärten; niedrigschwelliger sind einfache Sitzgelegenheiten und Aktionsräume, beispielsweise an den Standorten der Handschwengelpumpen oder mittels Straßenfarbe.

Zu 10.: Wie erreicht man Menschen, die sich nur in ihrer Wohnung aufhalten? Wir schlagen vor, von medizinischem Personal gezielt zu sozialen Einrichtungen zu vermitteln, um niedrigschwellig Besuchsangebote unterbreiten zu können. Außerdem können Kulturfreikarten, Nachbarschaftshelfer*innen oder auch Freiwilligendienstleistende im sozialen Jahr Menschen raus ins soziale Leben begleiten.

Zu 11.: „Silbernetz – das Netzwerk gegen Einsamkeit im Alter“ ermöglicht einsamen Menschen ab 60 Jahren Wege aus der Isolation, indem es von 8-22 Uhr eine kostenlose telefonische Kontaktaufnahme, den (Wieder-)Aufbau persönlicher Verbindungen durch regelmäßige Telefonate mit der gleichen Person sowie die Vermittlung zu lokalen Angeboten für Senior*innen anbietet. Die „Nummer gegen Kummer“ ist ein kostenloses telefonisches und digitales Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche sowie Eltern und andere Bezugspersonen, welches sich die Verbesserung des emotionalen und psychosozialen Wohlbefindens dieser Personengruppen zum Ziel gesetzt hat.

 

Gemeinsame Neufassung des Antrages

Beschlussvorschlag:

Der Oberbürgermeister wird beauftragt:

  1. Einsamkeit als Querschnittsaufgabe im Fachplan „Offene Angebote für soziale Teilhabe“ verbindlich zu verankern.
  2. In den bestehenden städtischen Aktionswochen ab 2026 (z.B. Woche der Seelischen Gesundheit, Aktionswoche „Älter werden in Leipzig“) kontinuierlich thematische Schwerpunkte zum Thema Einsamkeit zu setzen.
  3. Bis zum Ende des II. Quartals 2026 zu prüfen, welche niedrigschwelligen Angebote für verschiedene Zielgruppen stadtweit verstetigt oder ausgeweitet werden können, wie offene Spaziergänge, das Einrichten von Plauder- und Quasselbänken oder Besuchsangebote für Menschen, die die Wohnung nicht verlassen.
  4. Bis zum Ende des II. Quartals 2026 zu prüfen, wie mehrsprachige und generationenübergreifende Gemeinschaftsangebote stärker miteinander verzahnt werden können.  
  5. Bis Ende des IV. Quartals 2026 die digitale Angebotsdarstellung zum Thema Einsamkeit zu bündeln und hierfür die Leipzig-App sowie die digitale Landkarte des bundesweiten Projektes Kompetenznetz Einsamkeit und die soziale Plattform “Gemeinsam Erleben” zu nutzen. Außerdem soll auf das Angebot „Silbernetz“ an geeigneten Stellen (z.B. Seniorenbüros, Beratung für Senior*innen) aufmerksam gemacht werden sowie auf die „Nummer gegen Kummer“ für Kinder, Jugendliche, Eltern und andere Bezugspersonen (nicht nur in Beratungsstellen, sondern auch in Kitas, Schulen und bei Freizeitangeboten für Kinder/Familien).
  6. Das Präventionsangebot „Between the Lines“ fortzuführen – unter Nutzung vorhandener Förderinstrumente des Gesundheitsamts.
  7. Sich bis zum Ende des II. Quartals 2026 gegenüber dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt für den Aufbau eines „Sächsischen Netzwerks gegen Einsamkeit“ einzusetzen.  
  8. Bei städtebaulichen Planungen Orte für Begegnung im öffentlichen Raum gezielt zu berücksichtigen und einzuplanen.
  9. Dem Fachausschuss Soziales, Gesundheit und Vielfalt sowie den entsprechenden Beiräten zu den genannten Zeitpunkten zu berichten.

Begründung:

Zu 1: Einsamkeit betrifft Menschen aller Altersgruppen und Lebenslagen. Im Rahmen des neuen Fachplans sollen Maßnahmen zur sozialen Teilhabe so weiterentwickelt werden, dass Einsamkeit als strukturelles Risiko mitgedacht wird. Vorarbeiten bestehen bereits durch die Fachpläne Älter werden in Leipzig, Offene Seniorenarbeit und bestehende sozialräumliche Planungsinstrumente. Eine klare Verankerung stärkt die Wirkung vorhandener Angebote und verbessert die Verzahnung von Zielgruppen.

Zu 2: Die bestehenden Formate bieten geeignete Plattformen, um das Thema Einsamkeit stadtweit sichtbar zu machen, Angebote zu bündeln und zivilgesellschaftliche Initiativen einzubinden. So könnte eine inhaltliche Schärfung unter einem gemeinsamen Motto (z.B. „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ oder „Gemeinsam statt Einsam“) Wiedererkennbarkeit in der Stadtbevölkerung schaffen ohne zusätzlichen finanziellen Aufwand.

Zu 3: Offene Spaziergänge fördern Begegnung und niedrigschwellige Kontakte. Da in einzelnen Seniorentreffs solche Formate bereits existieren, könnte eine Prüfung klären, wie diese Ansätze ohne zusätzliche Ressourcen für weitere Zielgruppen adaptiert werden können und welche Träger dafür geeignet sind. Auch Quassel- oder Plauderbänke können innerhalb bestehender Strukturen eingerichtet werden. Um Menschen zu erreichen, die sich nur in ihrer Wohnung aufhalten, schlagen wir vor, von medizinischem Personal gezielt zu sozialen Einrichtungen zu vermitteln, um niedrigschwellig Besuchsangebote unterbreiten zu können. Außerdem können Kulturfreikarten, Nachbarschaftshelfer*innen oder auch Freiwilligendienstleistende im sozialen Jahr Menschen raus ins soziale Leben begleiten.

Zu 4: Einsamkeit trifft überproportional Menschen mit Behinderung, Ältere und Menschen mit Migrationsgeschichte. Viele Angebote existieren bereits, sind aber zielgruppenspezifisch organisiert. Eine engere Verzahnung kann Synergien schaffen, ohne dass neue Programme aufgebaut werden müssen. Die Prüfung sollte im Rahmen des Fachplans „offene Angebote für Soziale Teilhabe“ und der sozialräumlichen Planung erfolgen.

Zu 5: Bestehende städtische digitale Strukturen sollen genutzt und ausgebaut werden. So würde eine Kooperation mit dem bundesweiten Projekt Kompetenznetz Einsamkeit (https://kompetenznetz-einsamkeit.de/) mehr Sichtbarkeit für lokale Angebote schaffen, ohne zusätzliche Kosten für die Stadt zu verursachen. Auch würde die Leipzig-App einen geeigneten Rahmen bieten, um die dort verfügbaren Informationen gezielt zu strukturieren und für Betroffene leichter auffindbar zu machen.  

„Silbernetz – das Netzwerk gegen Einsamkeit im Alter“ ermöglicht einsamen Menschen ab 60 Jahren Wege aus der Isolation, indem es von 8-22 Uhr eine kostenlose telefonische Kontaktaufnahme, den (Wieder-)Aufbau persönlicher Verbindungen durch regelmäßige Telefonate mit der gleichen Person sowie die Vermittlung zu lokalen Angeboten für Senior*innen anbietet. Die „Nummer gegen Kummer“ ist ein kostenloses telefonisches und digitales Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche sowie Eltern und andere Bezugspersonen, welches sich die Verbesserung des emotionalen und psychosozialen Wohlbefindens dieser Personengruppen zum Ziel gesetzt hat.

Zu 6: Die App bietet Kindern und Jugendlichen einen niedrigschwelligen Zugang zu Hilfen in mentalen Krisen, die häufig mit Einsamkeit einhergehen. Die Stadtverwaltung strebt eine Finanzierung über das Budget für freiwillige Projektförderung an.  

Zu 7: Einsamkeit ist ein überregionales Thema. Ein Landesnetzwerk verbessert den fachlichen Austausch, die Sichtbarkeit von Angeboten und die Vernetzung zwischen Kommunen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Die Stadt Leipzig wird als engagierte Partnerin wahrgenommen und kann landesweite Impulse einbringen.

Zu 8: Städtebauliche Planungen berücksichtigen die Interessen der Investierenden sowie soziale Wohnfolgenutzung, was üblicherweise Schulen, Kitas und Gemeinwesenbauten meint. Mit Blick auf den wohnortnahen Raum wollen wir erreichen, dass Aufenthaltsflächen ausgebildet werden, die Menschen sichtbar machen. Das können Sitzbänke an den Häusern oder an kleinsten Plätzen sein. Beispiele gibt es mit den aus der Initiative „Ab in die Mitte – Die City-Offensive Sachsen“ finanzierten Bänken.  

 

Verwaltungsstandpunkt vom 27. Februar 2026

Alternativvorschlag:

Der Oberbürgermeister wird beauftragt:

  1. Einsamkeit als Querschnittsaufgabe im Fachplan „Offene Angebote für Soziale Teilhabe“ verbindlich zu verankern.
  2. In den bestehenden städtischen Aktionswochen ab 2026 (z. B. Woche der Seelischen Gesundheit, Aktionswoche „Älter werden in Leipzig“) kontinuierlich thematische Schwerpunkte zum Thema Einsamkeit zu setzen.
  3. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere auf der Webseite, über bestehende Angebote, die Einsamkeit entgegenwirken, zu informieren (sh. dazu auch Pkt. 5).
  4. Im Rahmen der Erarbeitung des Fachplanes „Offene Angebote für Soziale Teilhabe“ einen Vorschlag zu unterbreiten, wie die vom Sozialamt geförderten Begegnungsangebote zielgruppenübergreifend (und damit auch generationenübergreifend) gestaltet werden können. Dabei sind die Bedürfnisse von Personen mit Migrationshintergrund zu berücksichtigen.
  5. Im Rahmen des Fachplanes „Offene Angebote für Soziale Teilhabe“ bis Ende 2026 einen Vorschlag zu unterbreiten, wie eine digitale Aufbereitung von Informationen für verschiedene Zielgruppen zu Angeboten gegen Einsamkeit erfolgen kann.
  6. Das Präventionsangebot „Between The Lines“ fortzuführen – unter Nutzung vorhandener Förderinstrumente des Gesundheitsamtes.
  7. Sich bis zum Ende des II. Quartals 2026 gegenüber dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt für den Aufbau eines „Sächsischen Netzwerks gegen Einsamkeit“ einzusetzen.
  8. Bei städtebaulichen Planungen Orte für Begegnung im öffentlichen Raum gezielt zu berücksichtigen und einzuplanen.
  9. Dem Fachausschuss Soziales, Gesundheit und Vielfalt sowie den entsprechenden Beiräten zu den genannten Zeitpunkten zu berichten.

Begründung:

Einsamkeit wird definiert als eine wahrgenommene Diskrepanz zwischen den gewünschten und den tatsächlichen sozialen Beziehungen.

In verschiedenen Bevölkerungsgruppen stellt sich Einsamkeit unterschiedlich dar; es gibt individuell große Unterschiede, ob und wie Einsamkeit erlebt wird. Einsamkeit hat unterschiedliche Ursachen und wird von einer Vielzahl von Faktoren wie Bildung, Einkommen, (Care-)Arbeit, Gesundheit und Alter beeinflusst. Im Zuge des Projektes Kommunaler Strukturaufbau (INSEK-Aufmerksamkeits- und Schwerpunktgebiete) wurde das Thema Einsamkeit mittels StadtRaumMonitor ebenfalls angezeigt, vor allem in der Gruppe der Älteren. Einsamkeit ist ein strukturelles Problem, welches verschiedene Personengruppen trifft. Einsamkeit ist damit eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung.

Nach Auffassung der Stadtverwaltung sollte Einsamkeit auch in Leipzig als Querschnittsthema verstanden werden – und nicht zuletzt als zivilgesellschaftliche Aufgabe, etwa im Sinne der direkten Ansprache durch Nachbar/-innen oder Kolleg/-innen. Bereits jetzt existiert eine Vielzahl von (Begegnungs-)Angeboten, die prinzipiell allen Leipziger/-innen offenstehen und Menschen mit Einsamkeitsempfinden integrieren können. Diese Angebote sind in ihrer überwiegenden Mehrheit grundsätzlich geeignet, Einsamkeit entgegenzuwirken:

  • Über ehrenamtliches Engagement wurden unterschiedlichste Freizeit- und Begegnungsangebote im Bereich der Vereine und Verbände, der Glaubensgemeinschaften usw. geschaffen.
  • Kommunal bzw. kommunal (teil-)finanziert existiert eine vielfältige Palette von Bildungs-, Kultur- und Freizeitangeboten verschiedener Träger, die für unterschiedliche Gruppen von Nutzerinnen und Nutzern konzipiert wurden.
  • Viele dieser oben genannten Angebote haben auch Quartiersbezüge (schon durch die örtliche Verankerung) und können zudem kostenfrei bzw. mit diversen Ermäßigungen z. B. für Kinder- und Jugendliche oder Leipzig-Pass-Inhaber/-innen genutzt werden.
  • Auf Stadtteil- und Quartiersebene werden vorhandene Angebote bei sich veränderten Bedarfen angepasst, neue Angebote werden partizipativ entwickelt. In den INSEK-Schwerpunkt- und Aufmerksamkeitsgebieten wird das Thema durch die Verantwortlichen (z. B. Quartiersmanagement) gesehen und z. T. schon bearbeitet.

Um Einsamkeit zu bekämpfen, braucht es vor allem auch Räumlichkeiten, an denen gesellige Treffen kostenfrei oder günstig möglich sind. Zum Beispiel die Städtischen Bibliotheken öffnen derzeit ihre Veranstaltungsräume als sogenannte „dritte Orte“ für unterschiedliche Begegnungsformate. Einzige Voraussetzung ist, dass es sich um öffentlich zugängliche Veranstaltungen handelt.

Im Rahmen der Arbeit des Gesundheitsamtes wird das Thema Einsamkeit bspw. als selbstverständlicher Bestandteil der Projektarbeit der Koordinierungsstelle Kommunale Gesundheit mitgedacht.

In der Selbsthilfekontakt- und Informationsstelle (SKIS) des Gesundheitsamtes sind drei Selbsthilfegruppen zum Thema Einsamkeit gelistet. In Selbsthilfegruppen mit anderen Themen spielt Einsamkeit zudem ebenfalls eine Rolle (Depression, Angst, Trauer, Trennung, pflegende Angehörige, schwer chronisch körperlich Erkrankte u. v. m.). Selbsthilfegruppen sind generell ein „Rezept“ gegen Einsamkeit (kleine wichtige Gemeinschaften, die für viele Menschen tragend sind und meist über lange Zeit stabil). Am 16. September 2025 zum ersten bundesweiten Tag der Selbsthilfe bot die SKIS „Selbsthilfe erleben ohne Verpflichtung, ganz offen und auf deine Weise“ an für Menschen mit Ängsten, Einsamkeit, Depression, Sucht, Krankheit, Behinderung oder einer schwierigen Lebenssituation (im Johannapark mit Meditation, Begegnung und Gesprächen mit der Option, dies selbstorganisiert weiterzuführen).

Weitere Angebote im Stadtgebiet gegen Einsamkeit sind bspw. das Komm-in-Kontakt-Café (Selbsthilfe-Treff für junge Menschen unter 35 Jahren) oder die vielen sozialen Begegnungen, die die Bürgerstiftung Leipzig organisiert, insbesondere das Gemeinschaftssingen im Johannapark.

Nach Auffassung der Stadtverwaltung bedarf es nicht mehr oder mehr differenzierten Angeboten, sondern vielmehr einer Stärkung der zahlreich vorhandenen niedrigschwelligen Bereiche, die einen Fundus an Netzwerkkenntnissen haben und nicht neu aufgebaut werden müssen. Die Menschen müssen wissen, wo sie möglichst gebündelt Informationen erhalten.

Die Stadtverwaltung plädiert dafür, dass Einsamkeit verwaltungsintern weiterhin als Querschnittsthema aller Dezernate, Fachämter und Referate mitgedacht wird.

► zu Beschlussvorschlag Nr. 1 des Antrags Nr. VIII-A-01413-NF-03:
Einsamkeit im Fachplan „Offene Angebote für Soziale Teilhabe“ verbindlich verankern

Zustimmung: Das Thema Einsamkeit wird im derzeit zu erarbeitenden Fachplan „Offene Angebote für Soziale Teilhabe“ als zentrale Aufgabe berücksichtigt.

► zu Beschlussvorschlag Nr. 2 des Antrags Nr. VIII-A-01413-NF-03:
Thematische Schwerpunkte zum Thema Einsamkeit in städtischen Aktionswochen

Zustimmung: Sowohl im Rahmen der Woche der Seelischen Gesundheit als auch im Rahmen der Aktionswoche „Älter werden in Leipzig“ wird eine Berücksichtigung erfolgen.

► zu Beschlussvorschlag Nr. 3 des Antrags Nr. VIII-A-01413-NF-03:
Prüfung der Verstetigung/des Ausbaus von Angeboten gegen Einsamkeit

Alternativvorschlag: In Leipzig gibt es bereits eine Vielzahl niedrigschwelliger Angebotsformen und Angebote (s.o.). Ob und in welcher Form diese ausgebaut werden sollten, kann nur anhand der Bedarfe und Wünsche der Zielgruppe partizipativ eruiert bzw. über Befragung von Nutzer/-innen evaluiert werden.

Die Stadtverwaltung kann insofern unterstützen, dass im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere auf der Webseite, über bestehende Angebote, die Einsamkeit entgegenwirken, informiert wird.

In der Seniorenarbeit existieren bereits Angebote wie offene Spaziergänge. Zudem bieten einige Seniorentreffes Bewegung im öffentlichen Raum und auch Wandergruppen an. Diese Angebote sind bereits etabliert. Im Bereich der Selbsthilfe gibt es ebenfalls Angebote zur Bewegung im Freien, die einer Kontaktpflege dienen.

Bänke an zentralen Orten, wie etwa Parks, öffentlichen Plätzen und Wartebereichen sind allgemein zugänglich und ermöglichen per se eine Kontaktaufnahme, Kommunikation und soziale Interaktion. Das Aufstellen spezieller Plauder- oder Quasselbänke bietet hier keinen Mehrwert.

Besuchsangebote bestehen bereits bei Trägern der offenen Seniorenarbeit, beispielsweise beim Malteser Hilfsdienst und der Volkssolidarität. Der Städtische Seniorenbesuchsdienst ist ebenfalls ein Angebot für Menschen, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen können oder nicht allein in die Öffentlichkeit gehen möchten. Die sachsenweiten Angebote der Alltagsbegleiter für ältere Menschen ohne Pflegegrad und Nachbarschaftshelfer für Menschen mit einem Pflegegrad ergänzen die Angebotslandschaft.

► zu Beschlussvorschlag Nr. 4 des Antrags Nr. VIII-A-01413-NF-03:
Prüfung der engeren Verzahnung von mehrsprachigen und generationenübergreifenden Gemeinschaftsangeboten

Alternativvorschlag: Der Fachplan „Offene Angebote für Soziale Teilhabe“ wird unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie Trägern von Begegnungs- und Beratungsangeboten erarbeitet. Wie mit Begegnungsangeboten Einsamkeit begegnet werden kann und wie spezifische Angebote für weitere Zielgruppen geöffnet werden können, ist zentrales Anliegen des Fachplanes. Für einen davon entkoppelten Prüfprozess stehen in der Verwaltung derzeit keine Ressourcen zur Verfügung.

► zu Beschlussvorschlag Nr. 5 des Antrags Nr. VIII-A-01413-NF-03:
Digitale Angebotsdarstellung und Bewerbung diverser Angebote wie bspw. „Silbernetz”

Alternativvorschlag: Mit dem „Guten Rat für Ältere“ sind viele Angebote gegen Einsamkeit bereits aufbereitet. Mit dem Fachplan „Älter werden in Leipzig 2023 bis 2028“ wurde beschlossen, diesen auf der Webseite der Stadt Leipzig verfügbar zu machen. Daran wird derzeit gearbeitet.

Im Rahmen der Erstellung des Fachplanes „Offene Angebote für Soziale Teilhabe“ wird derzeit diskutiert, ob nach dem Vorbild des „Guter Rat für Ältere“ ein „Guter Rat für Alle“ auf der Webseite der Stadt Leipzig oder einer anderen Anwendung umgesetzt werden kann. Den Bedarf dafür haben sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Träger von Begegnungs- und Beratungsangeboten im Zuge der Erarbeitung des Fachplanes benannt. Eine solche digitale Anwendung könnte auch Angebote gegen Einsamkeit enthalten und eine Verlinkung zu relevanten Internetseiten Dritter bieten.

Das Sozialamt macht Träger der Offenen Seniorenarbeit bereits und wiederholt auf das Angebot „Silbernetz“ aufmerksam verbunden mit der Bitte, dies an Ältere weiterzugeben.

Die „Nummer gegen Kummer” soll verstärkt in die Kommunikation des Gesundheitsamtes aufgenommen werden.

► zu Beschlussvorschlag Nr. 6 des Antrags Nr. VIII-A-01413-NF-03:

Förderung des digitalen Präventionsangebotes „Between The Lines“

Zustimmung/bereits berücksichtigt: Die Förderung des Angebotes auf Grundlage der Fachförderrichtlinie des Gesundheitsamtes ist für das Kalenderjahr 2026 bereits vorgesehen.

► zu Beschlussvorschlag Nr. 7 des Antrags Nr. VIII-A-01413-NF-03:

Einsatz für den Aufbau eines „Sächsischen Netzwerks gegen Einsamkeit“

Zustimmun: Dem Vorschlag wird zugestimmt.

► zu Beschlussvorschlag Nr. 8 des Antrags Nr. VIII-A-01413-NF-03:

Berücksichtigung der Thematik bei städtebaulichen Planungen

Zustimmung/bereits berücksichtigt: Einsamkeit wird verwaltungsintern bereits als Querschnittsthema aller Dezernate, Fachämter und Referate mitgedacht. Der Antrag wird zum Anlass genommen, noch einmal verstärkt zur Bedeutung der Thematik zu sensibilisieren.

► zu Beschlussvorschlag Nr. 9 des Antrags Nr. VIII-A-01413-NF-03:

Berichterstattung im Fachausschuss Soziales, Gesundheit und Vielfalt sowie Beiräten

Zustimmung: Dem Vorschlag wird zugestimmt.

Zeitplan

Einige Vorschläge wurden bereits umgesetzt bzw. befinden sich in Umsetzung. Mit der Umsetzung der übrigen Beschlusspunkte soll unmittelbar nach Beschlussfassung in der Ratsversammlung begonnen werden. Dazu ist Bericht zu erstatten (sh. Beschlussvorschlag Nr. 9).

 

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