Änderungsantrag zur Vorlage "Sportinfrastruktur von RB Leipzig stärken und Kleinmesse erhalten"

Änderungsantrag vom 17. Juni 2026

Link zum Antrag im Ratsinformationssystem

Der Beschlussvorschlag wird wie folgt ersetzt: 

  1. Die Teilflächen der Flurstücke 2638/35 der Gemarkung Leipzig und 715/14 der Gemarkung Lindenau (zwischen Capastraße und Festplatz am Cottaweg) werden nicht verkauft. Die Stadt Leipzig bekennt sich zum INSEK-Ziel, den Biotopverbund zwischen nördlichem und südlichem Auwald (Grünverbund Cottaweg) zu erhalten und zu fördern. Der Wald zwischen zwischen Capastraße und Festplatz am Cottaweg wird nicht gerodet und eine langfristige Unterschutzstellung geprüft.
  2. Die Stadt Leipzig beruft einen Runden Tisch ein mit RB Leipzig, Leipziger Schaustellerverein, Umweltverbänden, Verwaltung und Fraktionsvertreter*innen. Ziel soll sein, einen Interessensausgleich zwischen Umweltbelangen, Sportentwicklung und Kleinmesse zu finden. Die Bedürfnisse des Frauen- und Mädchenfußballs sind dabei verbindlich zu berücksichtigen.  
  3. Der Oberbürgermeister veranlasst eine vertiefte Prüfung

a) öffentlicher Flächen, insbesondere auf und im Umfeld der Alten Messe, um einen neuen Standort für die Kleinmesse zu finden. Hier ist auch eine Anpassung der Suchkriterien sowie der bauleitplanerischen Möglichkeiten zu prüfen, um bisherigen Hemmnissen, die zum Ausschluss von Flächen geführt haben, zu begegnen;

b) geeigneter Sportflächen im erweiterten Umfeld des RB-Trainingszentrums, die für eine Nutzung durch RB Leipzig grundsätzlich infragekommen, einschließlich von Alternativoptionen für die derzeitigen Flächennutzer.

Begründung:

Im INSEK 20230, Fachkonzept Freiraum und Umwelt, ist das Ziel verankert, den Zusammenhang zwischen nördlichem und südlichem Auwald (Grünverbund Cottaweg) zu erhalten und zu fördern. Im Biotopverbundkonzept der Stadt Leipzig wird deutlich: Der betroffene Bereich liegt genau an der Grenze der Unterbrechung der Kernflächenkomplexe des Biotopverbunds zwischen nördlichem und südlichem Auwald. Er erfüllt damit eine zentrale Funktion für Artenvielfalt und Klimaanpassung in Leipzig. 

Die terrestrische Verbindung bietet einen Wanderkorridor für viele Tiere, z.B. die europäische Wildkatze. Auch für Vögel ist das Waldstück ein wichtiger Lebensraum: 38 Vogelarten wurden dort gefunden, darunter 23 Brutvogelarten. Auch Pflanzen benötigen die Verbindung, um sich genetisch austauschen zu können und auf den Klimawandel zu reagieren. 

Da das FFH-Gebiet Leipziger Auensystem, das SPA-Gebiet Leipziger Auwald und das LSG Leipziger Auwald in unmittelbarer räumlicher Nähe zum hier betroffenen Wald stehen, ist eine dauerhafte Unterschutzstellung zu prüfen. 

Ein Runder Tisch zwischen RB Leipzig, Schaustellern, Umweltverbänden, Verwaltung und Fraktionsvertreter*innen soll sicherstellen, dass wirklich alle Belange und Interessen bei der Lösungssuche berücksichtigt werden. In einer Abwägung der verschiedenen Bedarfe von RB-Entwicklung und Kleinmesse-Standort müssen auch die INSEK-Ziele und somit die Belange von Umweltschutz und Klimawandel einbezogen werden.  

Die Suche nach einer alternativen Fläche für die Kleinmesse, mit Fokus auf öffentliche Flächen, z.B. auf der Alten Messe, soll vertieft werden. Dabei ist auch eine Anpassung der bisherigen Kriterien der Flächengröße sowie bauleitplanerische Optionen zur Lösung sonstiger Hemmnisse wie Schallschutz u.a. zu prüfen. Ebenso sind Sportflächen im erweiterten Umfeld von RB Leipzig, z.B. das Motodrom, die Sportanlage am Zentralstadion oder der Sportpark Charlottenhof für eine Eignung zur Nutzung durch RB Leipzig unter Voraussetzung der Schaffung alternativer Flächen der jetzigen Nutzer zu prüfen. Des Weiteren soll eine dauerhafte Verbesserung für Frauen- und Mädchenfußball geschaffen werden.  

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