Anfrage: Einführung von Online-Tickets in Städtischen Museen

Anfrage zur Beantwortung in der Ratsversammlung am 27. August 2025

Der Eintritt in die Dauerausstellungen der Leipziger Städtischen Museen ist seit 2024 kostenlos. Nichtsdestotrotz müssen für den Besuch der Museen kostenfreie sowie für Sonderausstellungen und Veranstaltungen kostenpflichtige Tickets erworben werden. Aktuell besteht nur die Möglichkeit, vor Ort in den Häusern Tickets zu erwerben – der Erwerb von Online-Tickets ist nicht möglich. Dies führt zu verschiedenen Herausforderungen, zum Beispiel für auswärtige Besucher*innen der Stadt, die ihren Museumsbesuch im Vorhinein planen möchten oder für Menschen mit Beeinträchtigungen, die lange Wartezeiten an der Kasse z.B. bei beliebten Sonderausstellungen vermeiden möchten. Als eine Herausforderung auf dem Weg zur Digitalisierung des Ticketings wird dabei benannt, dass die städtischen Museen bisher über unterschiedliche Kassensysteme verfügen.

Vor diesem Hintergrund fragen wir:

  1. Wie weit ist der Prozess der Einführung von Online-Tickets vorangeschritten?
  2. Für wann ist die Einführung eines Online-Ticketings für die Städtischen Museen geplant?
  3. Welche Vorteile ergeben sich für die Städtischen Museen durch die Einführung des Online-Ticketings?
  4. Gibt es Auswirkungen der aktuell angeordneten Sparmaßnahmen zur Konsolidierung des städtischen Haushalts auf die Einführung des Online-Ticketings?

Antwort der Verwaltung vom 27. August 2025

Der Eintritt in die Dauerausstellungen der Leipziger Städtischen Museen ist seit 2024 kostenlos. Nichtsdestotrotz müssen für den Besuch der Museen kostenfreie sowie für Sonderausstellungen und Veranstaltungen kostenpflichtige Tickets erworben werden. Aktuell besteht nur die Möglichkeit, vor Ort in den Häusern Tickets zu erwerben – der Erwerb von Online-Tickets ist nicht möglich. Dies führt zu verschiedenen Herausforderungen, zum Beispiel für auswärtige Besucher*innen der Stadt, die ihren Museumsbesuch im Vorhinein planen möchten oder für Menschen mit Beeinträchtigungen, die lange Wartezeiten an der Kasse z.B. bei beliebten Sonderausstellungen vermeiden möchten. Als eine Herausforderung auf dem Weg zur Digitalisierung des Ticketings wird dabei benannt, dass die städtischen Museen bisher über unterschiedliche Kassensysteme verfügen.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir:

 

Frage 1.  Wie weit ist der Prozess der Einführung von Online-Tickets vorangeschritten?

 

Antwort: Die Einführung eines einheitlichen Besucherservicesystems (BSS), das auf der Grundlage eines gemeinsamen POS-Kassensystems neben einer Veranstaltungs- und Ressourcenplanung als vordringliches Ziel ein Onlineticketing enthält, befindet sich aktuell in der detaillierten Projektantragsphase.

 

 

Frage 2. Für wann ist die Einführung eines Online-Ticketings für die Städtischen Museen geplant?

 

Antwort:  Die Einführung des Online-Ticketings ist spätestens für 2027 geplant.

 

 

Frage 3.  Welche Vorteile ergeben sich für die Städtischen Museen durch die Einführung des Online-Ticketings?    

Antwort: Die relevanten Indikatoren für ein solches Projekt wie zeitliche Effizienz, Kosteneffizienz, Optimierung der Dienstleistungsqualität, Besucherzufriedenheit, Prozessoptimierung und verbesserte Datenqualität /-management werden alle berührt und erfüllt. Die Einsparung personeller Ressourcen wird ebenfalls angestrebt.

Das Onlineticketing bietet wesentliche Vorteile:

  •           Abbau von Warteschlangen (Imageschaden z. B. 8000 Besucher an drei Tagen Grassimesse führen zu 45 Minuten Wartezeit für ein Ticket)
  •           Verkauf von mehr Tickets, da Reiseveranstalter und Schulen außerhalb Leipzigs nur bei sicherer Reservierung und Buchung via Internet kommen
  •           barrierefreier, da Helpdesk/Kasse nicht angefahren werden muss (z. B. unterschiedliche Gebäudeteile im Grassi)
  •           Onlineticketing und -buchung in Kombination mit mobilen Kassen und Self-Service-Points könnten bei kleineren Veranstaltungen (z. B. Vermittlungsangebote der Museumspädagogik) außerhalb der Öffnungszeiten Kassenkräfte sparen
  •           Kundenzufriedenheit durch direktes Buchen und Bezahlen von Eintritten, Veranstaltungen, Museumskatalogen, u.v.a.m.
  •           ein eigenes integriertes Onlineticketing ist gegenüber Dritten margenfrei (z. B. Eventim)

Für das gesamte Projekt Besucherservicesystem (BSS) können wesentlich mehr Vorteile genannt werden.

Das Onlineticketing ist integraler Bestandteil des BSS und kann organisatorisch und technisch nicht losgelöst davon betrachtet werden (z. B. Veranstaltungsplanung – Angebotserstellung - Onlinereservierung und Buchung – interne Finanzabwicklung und Übergabe an SAP – Kontrolle am System vor Ort).

  •           Kosteneinsparung durch einheitliche Hard- und Software in allen vier Museen (POS-Kassen, mobile Kassen, Self-Service-Points)
  •           Schnittstellen zu SAP- und Museumsmanagementprogramm können überhaupt nur gemeinsam finanziert werden
  •           medienbruchfreie Bearbeitungsplattform für alle beteiligten Fachbereiche, externen Guides, Wachpersonal etc. – deshalb effiziente Ressourcen- und Veranstaltungsplanung vor allem für Gruppenangebote (Schulen, Reisegruppen, Vermietungen etc.) / starke Verkürzung der Bearbeitungszeiten
  •           wesentlich effizienterer Ablauf des Veranstaltungsplanungsprozesses / stark verbesserte Auskunftsmöglichkeiten durch einheitliches System und Übersicht auch bei den ersten Ansprechpartnern im Museum, den Kassenkräften – Einsparung von Arbeitszeit
  •           Time-based-Ticketing für luftfeuchtesensible Ausstellungen wird überhaupt erst möglich
  •           Erweiterbarkeit und Ausbaufähigkeit in Richtung Einlasskontrolle, Besucherzählung, Besucherinformations- und -leitsysteme nur gemeinsam finanziell sinnvoll
  •           Wegfall von manueller Arbeit beim Übertrag von Buchungen von einem lokalen - nicht einheitlichen - System zu SAP – Einsparung von Arbeitszeit

 

Frage 4.  Gibt es Auswirkungen der aktuell angeordneten Sparmaßnahmen zur Konsolidierung des städtischen Haushalts auf die Einführung des Online-Ticketings?

 

Antwort: In Bezug auf die zu erwartenden Haushaltsgenehmigung und den damit einhergehenden Auflagen können Auswirkungen der aktuell angeordneten Sparmaßnahmen zur Konsolidierung des städtischen Haushalts auf die Einführung des Online-Ticketing (bzw. im Bereich des Digitalisierungsbudgets) nicht gesichert ausgeschlossen werden, wenn auch monetär und temporär noch nicht quantifizierbar.

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