Anfrage: Quo vadis Heizkraftwerk Süd?
Anfrage vom 11. Juni 2026
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Mit dem Heizkraftwerk Süd sollte eine Brückentechnologie geschaffen werden, um den Ausstieg aus der Fernwärme aus Lippendorf zu ermöglichen. Mittel- bis langfristig gilt es, das Ziel der Klimaneutralen Wärmeversorgung in Leipzig bis 2038 zu erreichen. In diesem Sinne ist es auch notwendig, bestehende Technologien und Lösungen kontinuierlich zu überprüfen und danach zu bewerten, ob sie uns dem Ziel der Klimaneutralität näher bringen.
Daher fragen wir an:
- Wie haben sich die CO2-Emmissionen der Stadtwerke Leipzig im Strom- und Wärmebereich seit 2019 entwickelt (absolut und in kg/MWh)? Bitte um gesonderte Aufschlüsselung der anteiligen CO2-Emissionen des HKW Süd.
- Wie bewertet die Stadtwerke-Geschäftsführung die mittel- und langfristige Wirtschaftlichkeit des Gaskraftwerks vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage, insbesondere des Konflikts im Mittleren Osten, welcher erhebliche Risiken für Gaslieferketten und Gaspreise birgt? Welche konkreten Szenarien für anhaltend hohe Gaspreise wurden in die aktuelle Risikoplanung einbezogen und welche Absicherungsmaßnahmen (Hedging, Lieferverträge, Umrüstungsoptionen) bestehen?
- Durch den weiteren Ausbau von Erneuerbaren Energien und Batteriespeichern - sowie einer Erhöhung der Nachfrageflexibilität am Strommarkt - kann von geringeren Anteilen des Strommarkts bei der Deckung der Betriebskosten gerechnet werden. Inwieweit ist diese Entwicklung bei der langfristigen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung des Heizkraftwerks Süds und dessen Auslastung berücksichtigt?
- Welche Auslastung in Vollbenutzungsstunden wird für die Jahre 2030, 2035, 2040 erwartet?
- Nach kommunaler Wärmeplanung ist für eine Übergangsphase der Betrieb mit Biogas vorgesehen. Für die geplanten Mengen müsste ein erheblicher Anteil der aktuell verfügbaren Menge an Biogas und Biomethan Deutschlands für die Leipziger Wärmeversorgung eingesetzt werden. Hierbei ist die Erhöhung der Nutzungsanteile in anderen Bereichen (stoffliche Nutzung, Mobilität, andere Wärmeversorgung) nicht berücksichtigt. Welche Besorgungs- und Einkaufsstrategie verfolgen hierfür die Stadtwerke Leipzig? Welchen Einfluss hat dies auf die Entwicklung der Erzeugungskosten von Wärme des Heizkraftwerk Süds?
- Wie soll der Transport des Biogases und Biomethans zu den Verbrauchsstandorten erfolgen?
- Wann ist der Umstieg auf grünen Wasserstoff geplant? Planen die Stadtwerke selbst die Produktion von grünem Wasserstoff mit Überschüssen aus der EE-Stromproduktion?
Antwort vom 30. Juni 2026
Zur Beantwortung wurde eine Stellungnahme der Leipziger Stadtwerke eingeholt. Diese enthält teilweise Geschäftsgeheimnisse, deren Veröffentlichung den Leipziger Stadtwerken wettbewerblichen Schaden zufügen kann. Die Antworten zu den Fragen 1, 3 und 4 sind daher in einer gesonderten, nicht-öffentlichen bzw. vertraulichen Anlage 2 beigefügt. Die Antworten zu den übrigen Fragen 2 und 5–7 sind als Anlage 1 öffentlich einsehbar.