Anfrage: Schlohbachshof

Anfrage zur Beantwortung in der Ratsversammlung am 24. Februar 2021

Das Thema „Schlochbachshof“ erregt die Gemüter. Petitionen und Bürgerinitiativen unterstreichen, dass es ein Interesse gibt. Schlohbachshof wurde 1919 errichtet und diente zunächst als staatliche Lehranstalt. Nach der Schließung 1992 ging das Gut in Privatbesitz über.

Gleichzeitig liegt das Gut mitten im Auwald an Alter und Neuer Luppe und damit im Überschwemmungsgebiet des Waldes. Eine Nutzung von Schlohbachshof in welcher Form auch immer, konkurriert damit mit dem Ziel der Wiederherstellung der natürlichen Auendynamik und der Zielstellung den Auwald insgesamt wieder zu stärken und den Waldanteil in Leipzig zu erhöhen.  

Der rechtliche Status ein Teil der Gebäude ist ungeklärt. Der sogenannte passive Bestandsschutz der Gebäude ist inzwischen abgelaufen. Ein Teil der Gebäude wird derzeit zurückgebaut.

Das Nutzungs- und Entwicklungskonzept sollte ursprünglich bereits 2018 vorgelegt werden.

Wir fragen daher:

  1. Welchen rechtlichen Status haben die derzeitigen Gebäude? Welche Gebäude stehen unter Denkmalschutz und welche nicht? Gab es für die sogenannte Tierbewegungshalle und andere Gebäude zu irgendeinem Zeitpunkt eine Baugenehmigung
  2. Ist es zutreffend, dass aktuell bei der Bewertung des Gutes in baurechtlicher Hinsicht § 35 BauGB greift und kein passiver Bestandsschutz mehr gegeben ist und damit abgesehen von denkmalschutzrechtlichen Erwägungen nichts gegen einen Rückbau spricht?
  3. Wie hoch schätzt die Stadt die Kosten ein um das komplette Gut, Hochwasser sicher zu gestalten?
  4. Ist es zutreffend, dass bei den letzten Hochwässern in diesen Teil des Waldes ein Großteil des Wassers über das Gelände des Gutes floss? Und ist vor diesem Hintergrund überhaupt eine ggf. kostspielige Hochwassersicherung zu verantworten?
  5. Teil die Stadt die Einschätzung, dass mit Wiederbespannung der Alten Luppe und Wiederherstellung der natürlichen Auendynamik ein dauerhafter Hochwasserschutz errichtet werden müsste?
  6. Wann ist mit einem Nutzungs- und Entwicklungskonzept zu rechnen?

 

 

 

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