Antrag: Dem Beataufstand von 1965 als Teil der Leipziger Demokratiegeschichte angemessen gedenken

Antrag vom 2. Dezember 2021

Beschlussvorschlag:

Im Rahmen der Erinnerungspolitik der Stadt soll der sogenannte Leipziger Beataufstand vom 31. Oktober 1965 in angemessener Weise an einem zentralen Ort in der Innenstadt gedacht werden. Bis spätestens zum 60. Jubiläum des Leipziger Beataufstandes soll dazu in sichtbarer Art und Weise im öffentlichen Raum erinnert werden.


Begründung:

Der Leipziger Beataufstand bzw. Beatdemo vom 31. Oktober 1965 hat bislang in der Auseinandersetzung mit der Geschichte der Stadt, insbesondere zu DDR-Zeiten eine untergeordnete Rolle gespielt. Die Leipziger Beatdemo war die größte nichtgenehmigte Demonstration in der DDR nach den Ereignissen vom 17. Juni 1953 und blieb neben den Geschehnissen am 7. Oktober 1977 auf dem Berliner Alexanderplatz (468 Festnahmen) bis zum Herbst 1989 in dieser Form einmalig und von besonderer historischen Bedeutung für die spätere Friedliche Revolution 1989. 264 Demonstrant*innen wurden damals festgenommen. Das Ereignis hatte erhebliche Auswirkungen auf die Jugend- und Kulturpolitik der DDR-Führung und indirekt auf die Jugendkultur in der DDR.

Die Grundlage war das Verbot von 54 von 58 Leipziger Bands. In Leipzig führte vor allem das Verbot der Band »The Butlers« zu Protesten. Mehr als 2000 Jugendliche hatten sich zu Beginn versammelt. Die aufkommende Beatbewegung hatte auch in DDR viele Anhänger gefunden. Das gemeinsame Musizieren in der Gruppe war für viele Jugendliche auch Ventil gegen staatliche Zwänge.

Nach den Geschehnissen änderte sich die Kulturpolitik der DDR deutlich und ein neuer Straftatbestand „Rowdytum“ wurde eingeführt.

Diese Ereignisse sind bislang trotz einer diesbezüglichen Initiative des damaligen Stadtrates, Leipziger Romanciers und Hörspielautors Gerhard Pötzsch vor vielen Jahren nur unzureichend mit einem schmalen Text auf der Seite der Stadt Leipzig gewürdigt und entsprechen nicht der Bedeutung der emanzipatorischen Bewegung.

Diese vorhandene Lücke sollte daher schnellstens behoben werden.

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