Antrag: Einfache und Leichte Sprache in der Stadtverwaltung

Antrag vom 5. Mai 2022

Beschlussvorschlag:

Der Oberbürgermeister und die Verwaltung werden beauftragt:

  1. Bei ihrer Kommunikation sowie bei Veröffentlichungen auf die Verwendung von möglichst Einfacher Sprache zu achten. Dort wo gewisse Formulierungen zwingend nötig sind, sollen leicht verständliche Erklärungen gesondert hinzugefügt werden. Dies soll im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten geschehen.
  2. Leipziger*innen erhalten den Anspruch auf Wunsch persönliche Schreiben der Stadtverwaltung in Leichte Sprache übersetzt zu bekommen.
  3. Außer Deutsch und Englisch soll es die Option geben, die Webseite der Stadt Leipzig mit einem Klick in Leichter Sprache anzuzeigen. Dabei sollen vor allem die Inhalte der Seite https://barrierefrei.leipzig.de/ leicht auffindbar auf der Hauptseite der Stadt Leipzig integriert und ausgeweitet werden.
  4. Die Verwendung von Leichter und Einfacher Sprache der Stadt wird regelmäßig von einer unabhängigen Stelle begleitet. Alle zwei Jahre wird dem Stadtrat ein Zustandsbericht mit Empfehlungen vorgelegt.

Alle diese Maßnahmen und Neuerungen sollen proaktiv und natürlich barrierearm und zielgruppengerecht an die Leipziger*innen kommuniziert werden.

Begründung:

Bereits im Jahr 2015 hatte unsere Fraktion den Antrag „Barrierefrei Informieren und Kommunizieren auf der städtischen Webseite“ gestellt, welcher vom Rat auch beschlossen wurde. Darin wurden erste wichtige Kriterien für das barrierearme Informieren und Kommunizieren auf der Webseite der Stadt definiert und auch in weiten Teilen der Verwaltung umgesetzt.

Beispielsweise gibt es nun die Seite https://barrierefrei.leipzig.de/, die wesentliche Informationen in Leichter Sprache und mit Vorlesefunktion anbietet.

Darauf aufbauend stellen wir diesen Antrag, der zum einen die bestehenden Angebote besser integrieren soll und zum anderen den Gedanken möglichst einfacher Kommunikation weiterdenkt.

Mit diesem Antrag wollen wir diskriminierende Handlungen verhindern und die Beteiligung aktiv fördern. Dadurch werden alle Leipziger*innen nicht mehr unter „Amtsdeutsch“ und bürokratisch schwerer Sprache leiden müssen.

Wir unterscheiden dabei zwischen „Einfacher Sprache“, also Sprache, die ohne lange Sätze, komplizierten Satzbau, viele Nebensätze und unnötig komplexe Begriffe auskommt, und „Leichter Sprache“, der speziell geregelten Einfachen Sprache. Für diese gibt es ein klares Regelwerk des Vereins „Netzwerk Leichte Sprache“.

Dieser Antrag ist für viele Menschen mit Behinderung und Neu-Zugewanderte, aber auch für Leipziger*innen, die mit der bislang angewandten Amtssprache nicht vertraut sind bzw. diese nicht verwenden, sehr dringend und wichtig. Die Stadt Leipzig muss ein Vorbild darin sein, ihre Bürger*innen verständlich anzusprechen, ihnen die Teilhabe an unserer Demokratie zu ermöglichen und sie hierbei zu unterstützen.

Wir sind der festen Überzeugung, dass sich so die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürger*innen für beide Seiten gewinnbringend verbessern lässt.

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