Antrag: Leipzig erinnert an die Pädagogin und Publizistin Maria Grollmuß

Neufassung vom 10. Juni 2021

Beschlussvorschlag:

  1. Leipzig erinnert an die Pädagogin und Publizistin Marja Grólmusec / Maria Grollmuß. Dazu wird ein zeitgemäßes Erinnerungsformat entwickelt und umgesetzt. In die Entwicklung und Realisierung wird der Beirat Kunst im öffentlichen Raum einbezogen. Zur Finanzierung werden u.a. Partnerschaften gesucht.
  2. Für die künstlerische Gestaltung werden nachfolgende öffentlich zugängliche Standorte im Stadtbezirk Leipzig Mitte auf Umsetzung geprüft: Alexanderstraße mit Fokussierung auf ihren Ausgang Richtung Käthe-Kollwitz-Str.; Westplatz/Freiflächendreieck an der Friedrich-Ebert-Str./gegenüber Straßenbahn-Haltestelle Westplatz.
  3. Die Ergebnisse zum Punkt 2 werden den zuständigen Ausschüssen bis Ende 3. Quartal 2021 bekannt gegeben.
  4. Im Themenjahr 2022 „Leipzig – Stadt der Bildung“ und im Themenjahr 2025 „Fokus auf die Letter“ werden öffentlichkeitswirksame Formate realisiert, die die Wirksamkeit von Marja Grólmusec / Maria Grollmuß als Pädagogin und als Publizistin thematisieren und würdigen.
  5. Der Name Marja Grólmusec / Maria Grollmuß wird in die "Rechercheliste zu Leipziger Persönlichkeiten" durch das Amt für Schule im Verfahren der Schulnamensgebung aufgenommen.


Begründung:
Am 18.02.2021 fand im Stadtrat eine zeitintensive Debatte zur Darstellung und Wahrnehmung von Frauen im öffentlichen Stadtraum sowie im Rahmen von Themenjahren statt. Sie offenbarte das Potenzial, dass Leipzig auf diesem Gebiet aufholen kann. Im Jahr 2021 begeht die Kommune das Themenjahr „Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen“. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie die Fraktion DIE LINKE möchten daher eine Leipziger Persönlichkeit, die für mindestens zwei soziale Bewegungen eintrat, stärker als bisher ans Tageslicht holen und ihr Wirken öffentlich erlebbar ausgestalten.

Marja Grólmusec / Maria Grollmuß wurde im Leipzig geboren und kehrte nach mehrjährigen Bildungsaufenthalten für das Berufsleben dauerhaft in ihre Heimatstadt zurück. Die sorbische Pädagogin und religiös-sozial motivierte Publizistin war eine der ersten politischen Journalistinnen. Sie strebte ein Zusammenführen linker katholischer und sozialistischer Kräfte an, dabei auch die Rolle der Frau in der Politik betonend. Ihren aktiven Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime bezahlte sie mit dem Leben.


Am 24.04.2021 jährte sich ihr Geburtstag zum 125. Mal. Im Jahr der sozialen Bewegungen wollen wir an Akteure und Akteurinnen erinnern, besonders für die emanzipatorische Frauenbewegung und die sozialdemokratische Arbeiterbewegung. Eine bereits existierende Straßenbenennung im Stadtteil Gohlis Nord (heute eine relativ unbelebte Umgehungsstraße) ist hierzu nicht ausreichend. Am Beispiel der Marja Grólmusec / Maria Grollmuß kann die gesellschaftliche Veränderung als Folge sozialdynamischer Prozesse, die Krisen und politische Kontroversen als Ursache hatten, biographisch nachvollzogen werden. Insofern empfiehlt sich im Themenjahr 2021 eine künstlerische Auseinandersetzung im Rahmen einer Gedenkschaffung – ob als Plastik oder ähnlichen Gestaltung. Als Ort bietet sich die heutige Alexanderstraße an, da Marja Grólmusec Maria Grollmuß zu Lebzeiten dort hauptsächlich wohnte und zudem die Alexanderstraße vor Kriegsausbruch die erste katholische Bürgerschule beherbergte. **


Da es derzeit Überlegungen gibt, das Freiflächendreieck an der Friedrich-Ebert-Straße, gegenüber der Straßenbahn-Haltestelle Westplatz, umzugestalten, soll eine zusätzliche Prüfung dieser Freifläche für eine künstlerische Gestaltung durchgeführt und die Ergebnisse den zuständigen Ausschüssen bis Ende 2. Quartal 2021 bekannt gegeben werden. Diese Standortvorprüfung geschieht auch vor dem Hintergrund, dass viele verdiente Leipzigerinnen in der Westvorstadt lebten und wirkten: Henriette Goldschmidt, Bertha Wehnert-Beckmann, Dr. Käthe Windscheid, Mathilde Clasen-Schmid, Clara Zetkin, Maria Lipsius, Auguste Götze, Hedwig Courths-Mahler, Hertha Thiele und Edith Mendelssohn Bartholdy - also ein mehr als geeignetes Viertel für das Sichtbarmachen von Frauengeschichte in Leipzig auf den Gebieten Pädagogik, Kunst, Literatur, Unternehmertum, Theater und Politik – auch über das Themenjahr 2021 hinaus. Aktuell angebotene Frauenspaziergänge führen zudem stets in dieses Stadtgebiet, was der künstlerischen Gestaltung zusätzliche Wahrnehmung im öffentlichen Raum einbringen würde.


**Quellen: https://www.leipzig.de/jugend-familie-und-soziales/frauen/1000-jahre-leipzig-100-frauenportraets/detailseite-frauenportraets/projekt/grollmuss-maria-karoline-elisabeth-sorbisch-marja-grolmusec/
3/

 

Antrag vom 19. Februar 2021 (Neufassung)

Beschlussvorschlag:

  1. Leipzig erinnert an die Pädagogin und Publizistin Maria Grollmuß. Dazu wird eine künstlerische Gestaltung ausgeschrieben und umgesetzt. Zur Finanzierung werden u.a. Partnerschaften gesucht.
  2. Für die künstlerische Gestaltung werden nachfolgende öffentlich zugängliche Standorte im Stadtbezirk Leipzig Mitte auf Umsetzung geprüft: Alexanderstraße mit Fokussierung auf ihren Ausgang Richtung Käthe-Kollwitz-Str.; Westplatz/Freiflächendreieck an der Friedrich-Ebert-Str./gegenüber Straßenbahn-Haltestelle Westplatz.
  3. Die Ergebnisse zum Punkt 2 werden den zuständigen Ausschüssen bis Ende 2. Quartal 2021 bekannt gegeben.

Begründung:

Am 18.02.2021 fand im Stadtrat eine zeitintensive Debatte zur Darstellung und Wahrnehmung von Frauen im öffentlichen Stadtraum sowie im Rahmen von Themenjahren statt. Sie offenbarte das Potenzial, dass Leipzig auf diesem Gebiet aufholen kann. Im Jahr 2021 begeht die Kommune das Themenjahr „Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen“. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen möchte daher eine Leipziger Persönlichkeit, die für mindestens zwei soziale Bewegungen eintrat, stärker als bisher ans Tageslicht holen und ihr Wirken öffentlich erlebbar ausgestalten.

Maria Grollmuß wurde im Leipzig geboren und kehrte nach mehrjährigen Bildungsaufenthalten für das Berufsleben dauerhaft in ihre Heimatstadt zurück. Die sorbische Pädagogin und religiös-sozial motivierte Publizistin war eine der ersten politischen Journalistinnen. Sie strebte ein Zusammenführen linker katholischer und sozialistischer Kräfte an, dabei auch die Rolle der Frau in der Politik betonend. Ihren aktiven Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime bezahlte sie mit dem Leben.

Am 24.04.2021 jährt sich ihr Geburtstag zum 125. Mal. Im Jahr der sozialen Bewegungen wollen wir an Akteure und Akteurinnen erinnern, besonders für die emanzipatorische Frauenbewegung und die sozialdemokratische Arbeiterbewegung. Eine bereits existierende Straßenbenennung im Stadtteil Gohlis Nord (heute eine relativ unbelebte Umgehungsstraße) ist hierzu nicht ausreichend. Am Beispiel der Maria Grollmuß kann die gesellschaftliche Veränderung als Folge sozialdynamischer Prozesse, die Krisen und politische Kontroversen als Ursache hatten, biographisch nachvollzogen werden. Insofern empfiehlt sich im Themenjahr 2021 eine künstlerische Auseinandersetzung im Rahmen einer Gedenkschaffung –ob als Tafel, als Plastik oder als Statue. Als Ort bietet sich die heutige Alexanderstraße an, da Maria Grollmuß zu Lebzeiten dort hauptsächlich wohnte und zudem die Alexanderstraße vor Kriegsausbruch die erste katholische Bürgerschule beherbergte. **

Da es derzeit Überlegungen gibt, das Freiflächendreieck an der Friedrich-Ebert-Straße, gegenüber der Straßenbahn-Haltestelle Westplatz, umzugestalten, soll eine zusätzliche Prüfung dieser Freifläche für eine künstlerische Gestaltung durchgeführt und die Ergebnisse den zuständigen Ausschüssen bis Ende 2. Quartal 2021 bekannt gegeben werden. Diese Standortvorprüfung geschieht auch vor dem Hintergrund, dass viele verdiente Leipzigerinnen in der Westvorstadt lebten und wirkten: Henriette Goldschmidt, Bertha Wehnert-Beckmann, Dr. Käthe Windscheid, Mathilde Clasen-Schmid, Clara Zetkin, Maria Lipsius, Auguste Götze, Hedwig Courths-Mahler, Hertha Thiele und Edith Mendelssohn Bartholdy - also ein mehr als geeignetes Viertel für das Sichtbarmachen von Frauengeschichte in Leipzig auf den Gebieten Pädagogik, Kunst, Literatur, Unternehmertum, Theater und Politik – auch über das Themenjahr 2021 hinaus. Aktuell angebotene Frauenspaziergänge führen zudem stets in dieses Stadtgebiet, was der künstlerischen Gestaltung zusätzliche Wahrnehmung im öffentlichen Raum einbringen würde.

**Quellen: https://www.leipzig.de/jugend-familie-und-soziales/frauen/1000-jahre-leipzig-100-frauenportraets/detailseite-frauenportraets/projekt/grollmuss-maria-karoline-elisabeth-sorbisch-marja-grolmusec/

Alternativvorschlag der Verwaltung:

Beschlussvorschlag:

  1. Der Name Maria Grollmuß wird in die "Rechercheliste zu Leipziger Persönlichkeiten" durch das Amt für Schule im Verfahren der Schulnamensgebung aufgenommen.
  2. Gemeinsam mit dem Landesfrauenrat Sachsen e.V. prüft die Stadt Leipzig, ob in der Stadt Leipzig im Rahmen des Programms „Frauenorte Sachsen“ eine Gedenktafel zur Erinnerung an Maria Grollmuß in Leipzig realisiert werden kann.

Begründung

Eine Erinnerung an Maria Grollmuß, wird wie im Antrag dargestellt, in Leipzig bereits durch eine Straßenbenennung wachgehalten. An der Straßenbeschilderung gibt es zu ihrem Leben eine kurze Erläuterungstafel. Diese Tafel kann selbstverständlich das Wirken von Maria Grollmuß nicht ausreichend würdigen. Daher wird vorgeschlagen, dass der Name Maria Grollmuß in die "Rechercheliste zu Leipziger Persönlichkeiten" durch das Amt für Schule im Verfahren der Schulnamensgebung aufgenommen wird. Sollte sich eine Schule für diese Namensgebung entscheiden, könnte Maria Grollmuß zusätzlich zur Benennung im Rahmen eines Kunst-am-Bau-Vorhabens mit einer künstlerischen Gestaltung gewürdigt werden. Die Lehrer- und Schülerschaft wäre dann die naheliegenden Partnerschaften für die bürgerschaftliche Begleitung des Vorhabens.

Davon unabhängig prüft die Stadt Leipzig gemeinsam mit dem Landesfrauenrat Sachsen e.V., ob im Rahmen des Programms „Frauenorte Sachsen“ eine Gedenktafel zur Erinnerung an Maria Grollmuß in Leipzig realisiert werden kann. Dafür würden vorrangig die im Antrag vorgeschlagenen Standorte untersucht werden.

Eine Umsetzung des Vorhabens im Rahmen des Themenjahres 2021 „Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen“ ist nicht mehr möglich, da keine weiteren Mittel zur Verfügung stehen.
Aufnahme von Maria Grollmuß in die "Rechercheliste zu Leipziger Persönlichkeiten" durch das Amst für Schule im Verfahren der Schulnamensgebung: I. Quartal 2021

Prüfung Anbringung einer Gedenktafel für Maria Grollmuß durch den Landesfrauenrat Sachsen e.V. in Abstimmung mit der Statdverwaltung: IV. Quartal 2021

Beschluss der Ratsversammlung am 21. Juni 2021

Der Antragt wurde im Sinne der Neufassung mit 48/6/2 vom Stadtrat beschlossen.

Zurück