Antrag: Umsetzung des Beschlusses VI-00011 "Internationales Begegnungszentrum Leipzig" (eRIS: V/A 557/14) - Räume des ehemaligen Stadtbüros Katharinenstraße 2 nutzen

Antrag vom 15. Juni 2018:

Beschlussvorschlag:

  1. Der Ratsbeschluss von 2014„Internationales Begegnungszentrum Leipzig“ (Antrag 557/14) wird im ehemaligen Stadtbüro in der Katharinenstraße 2umgesetzt.
  2. Dazu wird der Mietvertrag mit der LWB mbH verlängert.Erforderliche Personalstellen werden eingeplant und die für internationale Arbeit des Begegnungszentrums nötigen Öffnungszeiten am Abend sichergestellt.

Begründung:

Die Räumlichkeiten des ehemaligen Stadtbüros stehen seit Ende 2017 leer. Das Ladenlokal ist zentral am Markt gelegen und damit an einer besonders repräsentativen Stelle, die prädestiniert ist für eine sehr gute öffentliche Aufmerksamkeit. Diese Aufmerksamkeit verdienen die vielfältigen heutigen und zukünftigen, bisher auf die Umsetzung wartenden, Aktivitäten der Leipziger Städtepartnerschaftsvereine und anderen Vereine für interkulturelle Bildung und Angebote in unserer Stadt.

Der Stadtrat hat 2014 die Unterstützung deren Initiativen mit dem Ziel der Einrichtung eines Internationalen Begegnungszentrums beschlossen. Dieser Beschluss ist in Ermangelung eines geeigneten und bezahlbaren Objektes bisher nicht umgesetzt worden, obwohl es zwischenzeitlich zahlreiche Versuche gegeben hat.

Auch wenn im neuen Stadtbüro im Stadthaus die Möglichkeit der Beratungen für die Vereine gegeben sein wird, so wäre damit nur ein Teil des Beschlusses von 2014 zur Umsetzung gebracht. Daher verweisen wir hier auf die Begründung unseres Antrags von 2014:

„Das „Internationale Begegnungszentrum Leipzig“ soll ein Zentrum und eine Anlaufstelle für die verschiedensten Initiativen und Menschen unserer Stadt, die im Interesse von kultureller Vielfalt, Weltoffenheit und Vermittlung arbeiten, werden können. Damit würde die Stadt Leipzig zugleich den offiziell erhobenen Anspruch sichtbar machen, den hier lebenden und arbeitenden Kulturen ein schützendes Dach zu bieten.

Leipzig genießt als Universitätsstadt, aber auch als Arbeits- und Lebensort bei sehr vielen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten einen hohen Beliebtheitsstatus. Aus der jahrhundertealten Leipziger Geschichte als Messe-, Handels- und Musikstadt, hat sich der Anspruch und Ruf einer weltoffenen und aufgeklärten Bürgerstadt erhalten.

Zur Internationalität Leipzigs tragen die langjährigen Städtepartnerschaften und die dahinter stehenden Trägervereine bei. Sie haben durch ihre Arbeit Kontakte und Netzwerke in aller Welt aufgebaut, die besonders mit kulturellem Austausch und wirtschaftlichen Verbindungen zum wechselseitigen Erfolg beitragen sollen. Diese Städtepartnerschaften werden von hauptsächlich ehrenamtlich arbeitenden Leipzigerinnen und Leipzigern getragen, die seitens der Stadt Leipzig durch Antrag auf Zuwendungen für ihre Investitionen jährlich eine geringe Unterstützung/Anerkennung aus dem Haushalt der Stadt erhalten. Diese Arbeit gebührt eine verstärkte Wertschätzung und eine verbesserte Sichtbarkeit, auch damit das engagierte Arbeiten der Vereine stärkere Unterstützung der Leipzigerinnen und Leipziger findet.

Durch einen Standort der Leipziger internationalen Vereine unter einem Dach lassen sich viele Synergieeffekte erreichen. Die Arbeit der einzelnen Vereine würde eine gemeinsame Infrastruktur zur Verfügung bekommen, die sie brauchen, wie beispielsweise ausreichend große Veranstaltungsräume, Büros und dergleichen.


Alternativvorschlag der Verwaltung vom 16. Januar 2019

Beschlussvorschlag:

  1. Auch im neuen Stadtbüro am Burgplatz wird eine Nutzung durch die Städtepartnerschaftsvereine in angemessener Weise sichergestellt.
  2. Der Oberbürgermeister setzt die Bemühungen fort, gemeinsam mit weiteren Partnern ein „Internationales Haus“ in Leipzig zu etablieren.


Begründung:
Mit dem Antrag VI-A-06013 möchte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen das ehemalige Stadtbüro in der Katharinenstraße 2 für ein internationales Begegnungszentrum weiter nutzen. Im Zuge der Planungen und dem Ausbau des neuen Stadtbüros am Burgplatz ist der Mietvertrag mit dem Eigentümer LWB ausgelaufen. Die Stadt ist seit 1.8.2018 nicht mehr Mieter des Objekts Katharinenstraße 2.  Das neue Stadtbüro am Burgplatz steht gleichwohl verschiedensten Initiativen und Vereinen (z.B. Städtepartnerstadtsvereinen) offen, die Stadt setzt sich für die Einrichtung eines internationalen Begegnungszentrums ein.


Beschluss der Ratsversammlung vom 13. Februar 2019

Der Stadtrat hat dem Antrag im Sinne des Alternativvorschlages der Verwaltung zugestimmt.

Endbericht zum Stand der Umsetzung vom 04. Dezember 2025

umgesetzt

Sachstand:

zu Beschlusspunkt 1)

Das Stadtbüro am Burgplatz steht den Städtepartnerschaftsvereinen zu den regulären Öffnungszeiten zur Verfügung. Nach vorheriger Abstimmung mit dem Referat Internationale Zusammenarbeit können die Räumlichkeiten auch für Veranstaltungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten genutzt werden. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die Städtepartnerschaftsvereine das seit 2022 etablierte Partnerstadtquartier am Markt 10 deutlich bevorzugt nutzen. Dies liegt daran, dass sie dort über eigene Zugänge, flexible Nutzungsmöglichkeiten und eine speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Infrastruktur verfügen. Das Partnerstadtquartier ermöglicht den Vereinen ein selbstständigeres und flexibleres Arbeiten als das Stadtbüro am Burgplatz. Die Evaluierung der Nutzung des Partnerstadtquartiers für den Zeitraum Januar bis August 2025 zeigt eine hohe Akzeptanz: 14 von 16 Städtepartnerschaftsvereinen und Ländergesellschaften nutzen die Räumlichkeiten aktiv. Die Nutzung umfasst Arbeitstreffen, Vorstandssitzungen, Büroarbeit sowie Sprachkurse und Bibliotheksnutzung. Zudem wird das Partnerstadtquartier sowohl von den Vereinen und Ländergesellschaften als auch vom städtischen Referat Internationale Zusammenarbeit für Veranstaltungen als Informations-, Begegnungs- und Vernetzungsformate genutzt. Eine umfängliche und den Zwecken der Vereine dienende Nutzung durch die Städtepartnerschaftsvereine ist somit durch das Partnerstadtquartier sichergestellt, das als Vorstufe und Nukleus für ein zukünftig zu entwickelndes Internationales Haus fungiert.

zu Beschlusspunkt 2)

Die Stadt Leipzig setzt ihre Bemühungen zur Etablierung eines „Internationalen Hauses" gemeinsam mit weiteren Partnern fort. Das Partnerstadtquartier am Markt 10 dient dabei als Erprobungsraum und Ausgangspunkt für ein umfassenderes Konzept.

Mit der Erarbeitung der Ideenskizze „Internationales Haus Leipzig" wurde ein konzeptioneller Rahmen geschaffen, der die Erfahrungen aus dem Partnerstadtquartier systematisch einbezieht. Die Ideenskizze definiert konkrete Anforderungen an Raumprogramm, organisatorische Voraussetzungen, potenzielle Nutzer (Städtepartnerschaftsvereine, internationale Institutionen wie Institut français, Polnisches Institut, Honorarkonsulate) sowie Finanzierungsmodelle. Die Zwischenevaluation des Partnerstadtquartiers (Januar bis August 2025) liefert dabei wichtige empirische Erkenntnisse zur tatsächlichen Nutzung und dient als fundierte Grundlage für die Dimensionierung eines Internationalen Hauses.

Offene Fragen betreffen die Entscheidung für ein eigenständiges Internationales Haus versus Integration in einen größeren Gebäudekomplex, die Finanzierung und Trägerschaft, die Zeitschiene für die Realisierung, Fördermöglichkeiten durch EU, Bund oder Freistaat Sachsen sowie die verbindliche Zusage von Partnern.

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