Böllerverbot in Leipzig ohne Not gescheitert
Pressemitteilung vom 5. Dezember 2025
Foto: Martin JehnichenNach der gescheiterten Abstimmung zum Böllerverbot zeigt sich die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN verärgert über die ablehnende Haltung des zuständigen Bürgermeisters Heiko Rosenthal (Die LINKE). Rosenthal hatte wiederholt verkündet, die Forderung nach einem Böllerverbot sei rechtswidrig und daher abzulehnen.
Der zuletzt interfraktionelle Antrag für ein Böllerverbot basiert auf der rechtlichen Grundlage des § 24 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 SprengV, der es den Kommunen ermöglicht, das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in bestimmten Bereichen zu untersagen. Besonders in dicht besiedelten städtischen Gebieten, wo die Lärmbelastung für Menschen und Tiere durch die Verwendung von Böllern besonders hoch sind, sehen wir dringenden Handlungsbedarf. Laut Statistischem Bundesamt gelten alle Stadtteile mit mehr als 500 Einwohnern pro Quadratkilometer als dicht besiedelt. Diese Definition trifft nahezu auf das gesamte Leipziger Stadtgebiet zu. Genau auf dieser Argumentation basiert nun auch das in Heilbronn im fast ganzen Stadtgebiet verhängte Böllerverbot.
Nicole Schreyer-Krieg, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, erklärt dazu: „Die Allgemeinverfügung der Stadt Heilbronn basiert auf derselben Argumentation wie unser Antrag! Wieso will man uns in Leipzig weismachen, dass es nicht geht? Das kommunale Böllerverbot nicht anzugehen, zeugt einfach von Lust- und Mutlosigkeit. Umfragen zeigen, dass sich eine Mehrheit der Menschen ein ruhigeres, friedlicheres Silvester wünschen. Wir hätten in Leipzig einen Anfang machen können – für Lärmschutz, Umweltschutz und Sicherheit.“
Enttäuscht ist die bündnisgrüne Fraktion auch vom Abstimmungsverhalten der Linken Fraktion, die das Böllerverbot überwiegend abgelehnt und somit eine Mehrheit dafür verhindert hat. „Wir werden gefragt, warum die Linken nicht mitgestimmt haben. Das ist für uns leider auch nicht nachvollziehbar. Die Argumente für ein Böllerverbot liegen doch auf der Hand“, so Schreyer-Krieg.
„Wir setzen uns für die Schaffung einer sicheren und umweltfreundlichen Silvesternacht ein, in der Lärm-, Brand- und Gesundheitsgefahren vermieden werden, die besonders für Kinder, ältere Menschen und Tiere eine Gefahr darstellen. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bleibt bei ihrer Forderung, das Abbrennen von Knallkörpern in der Leipziger Innenstadt zu Silvester und Neujahr zu untersagen. Wir appellieren an die Stadtverwaltung, den rechtlichen Rahmen – der offensichtlich da ist – zu nutzen und endlich aktiv zu werden.“
Erfreulich ist jedoch, dass es ab 2027 eine umweltfreundliche Lichtshow mit Lasern oder Drohnen in der Leipziger Innenstadt geben soll, für alle, die Silvester friedlich feiern wollen. „Wir werden ein genaues Auge darauf haben, welches Engagement zur Umsetzung an den Tag gelegt wird. Aussitzen und Ausreden werden wir nicht hinnehmen, jetzt heißt es Lösungen finden und Taten folgen lassen! Die Menschen erwarten Ergebnisse!“, so Schreyer-Krieg abschließend.