Capi, Capi, Capi – bleibt, bleibt, bleibt!

Pressemitteilung vom 21. August 2026

Foto: Martin Jehnichen

Der Vorschlag der Stadt, den „Capi“ zu roden, als Kompromiss für die Flächenbedarfe der Kleinmesse und von RB Leipzig, ist unter den Leipziger*innen auf großen Gegenprotest und Unverständnis gestoßen. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lehnt diese Pläne ebenfalls weiterhin entschieden ab.

In einer aktuellen Stadtratsanfrage geht die Fraktion auf zahlreiche Widersprüche ein, die der Vorschlag zur Rodung mit sich bringt. Zur Ratsversammlung am 2. September 2026 wird die Antwort erwartet. Ebenso steht dort eine Petition auf der Tagesordnung, die die Ablehnung der Vorlage mit den Verkaufs- und Rodungsplänen fordert. Laut Vorschlag des Petitionsausschusses soll sie als Abwägungsmaterial an die Vorlage gehangen werden. Als bündnisgrüne Fraktion haben wir dazu einen Änderungsantrag eingereicht, der den Oberbürgermeister bereits jetzt auffordert, die Verkaufsabsicht des Capa-Walds zurückzuziehen und sich für eine erneute Flächensuche für die Kleinmesse einzusetzen.

Tobias Peter, Fraktionsvorsitzender, erklärt:

„Dass die Verwaltung in sich geht und die Vorlage überarbeiten will, ist ein gutes Zeichen. Um Kleinmesse, RB und Capawald unter einen Hut zu bekommen, müssen alle Optionen auf einen Tisch. Wir halten den aktuellen Standort und Umfang der Kleinmesse nicht für alternativlos. Die Kleinmesse beansprucht schon heute nicht mehr die gesamte Fläche des bestehenden Festplatzes. Sie kann schon am bestehenden Standort problemlos verkleinert werden. Wir halten auch die Alte Messe mit gut angeschlossenen und bereits versiegelten Flächen in einer Größenordnung von 15-20.000 m² für potentiell geeignet. Die Stadt muss hier nochmal eingehend prüfen und ihre Maßstäbe überdenken. Auch eine Nutzung der bereits im Umfeld vorhandenen Sportflächen für RB muss intensiv geprüft werden. Der Walderhalt muss dabei an vorderster Stelle stehen!“

Foto: Martin Jehnichen

Anne Vollerthun, Sprecherin für Tierschutz und Ordnung sowie Stadträtin im Wahlkreis Alt-West, ergänzt:

„Auch die Lärmthematik muss grundlegend überdacht werden. Wenn man zum Beispiel auf die Höhenfeuerwerke zum Abschluss der Kleinmesse verzichtet, leisere Fahrgeschäfte mit moderner Schalltechnik einsetzen würde oder die Öffnungszeiten leicht anpasst, kann man Lärm für umgebende Wohnbebauung reduzieren.

Die Frage muss doch lauten: Wie kann die Kleinmesse an einem anderen Ort möglich sein? Wir brauchen den Wald aus vielerlei Gründen – zumal der Capi genau an der schmalsten Stelle des Auwalds liegt, wo der Biotopverbund ohnehin sehr geschwächt ist. Der Auwald braucht unseren Schutz mehr denn je – allein nur der Gedanke einer Rodung ist völlig absurd!“

Nachdem zunächst von vielen Fraktionen Zustimmung zu den Plänen der Verwaltung bestand, hört man bei einigen inzwischen einen etwas anderen Zungenschlag. Das zeigt, dass der Protest bereits jetzt Spuren hinterlassen hat und lässt hoffen, dass das Blatt noch zu wenden ist!

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