Dringliche Anfrage: Nach der Hitze ist vor der Hitze - Klimawandelanpassung in Leipzig nach den jüngsten Hitzerekorden
Anfrage vom 18. Juni 2026
Link zur Anfrage im Ratsinformationssystem
Die jüngste Hitzewelle hat auch in Leipzig deutlich gemacht, dass Klimaanpassung nicht nur eine strategische, sondern eine akute Frage der Daseinsvorsorge ist. Der mittlerweile vollständige Ausfall des Straßenbahnverkehrs der LVB wegen Hitzeschäden insbesondere an der Fugengussmasse an Schienen und Weichen sowie der Überforderung der Klimaanlagen in den Fahrzeugen und die parallel auftretenden Belastungen in der Wasserversorgung zeigen die Verwundbarkeit zentraler städtischer Infrastrukturen.
Leipzig hat mit dem Hitzeaktionsplan 2024–2026 wichtige erste Schritte beschlossen, darunter Kommunikationsmaßnahmen, Trinkbrunnen, Sonnensegel und Schutzangebote für besonders gefährdete Gruppen. Die jüngste Hitzewelle hat jedoch gezeigt, dass es nicht bei Einzelmaßnahmen bleiben kann, sondern dass die Stadt ihre Klimaanpassung systematisch, verbindlich und spürbar fortentwickeln muss. Der nächste Bericht zum Stand der Umsetzung des Ratsbeschlusses steht erst für nach dem Sommer (September 2026) an. Das Klimawandelanpassungskonzept soll nach letztem Stand bis Ende dieses Jahres vorliegen.
Gerade die Belastungen des öffentlichen Verkehrs und der Wasserversorgung verdeutlichen, dass Hitzeschutz auch eine Frage der Funktionsfähigkeit städtischer Kernsysteme ist.
Die nächste Hitzewelle kann uns im Juli oder August begegnen, kurzfristige Vorkehrungen zu treffen, wäre somit angezeigt. Vor diesem Hintergrund ist eine zeitnahe, belastbare und umfassende Auskunft der Verwaltung erforderlich.
Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen:
- Welche Kenntnisse und Fallzahlen liegen der Stadtverwaltung zu gesundheitlichen Notfällen infolge der hinter uns liegenden massiven Hitzewelle insbesondere aus den Leipziger Kliniken vor?
- Wie bewertet die Stadtverwaltung die Auswirkungen der jüngsten Hitzewelle auf Leipzig insgesamt, insbesondere auf Gesundheit, Mobilität, Stadtgrün, technische Infrastruktur und öffentliche Daseinsvorsorge sowie Handel und Wirtschaft?
- Welche konkreten Schäden, Störungen, Zusatzaufwände oder Kosten sind der Stadtverwaltung, den Eigenbetrieben und stadtnahen Unternehmen infolge der Hitzewelle bisher bekannt, insbesondere bei den Leipziger Verkehrsbetrieben, den Wasserwerken sowie weiteren relevanten Bereichen? Wurden die freiwillig eingesprungenen Mitarbeiter*innen für ihre geleisteten Überstunden bei der enormen Hitze angemessen entschädigt?
- Welche Maßnahmen des Hitzeaktionsplans 2024–2026 sind seit dem Beschluss im April 2025 bereits vollständig umgesetzt, welche befinden sich in Umsetzung und welche wurden bislang nicht begonnen?
- Wie schätzt die Stadtverwaltung insbesondere die Umsetzung und Wirkung des eingesetzten Kommunikationskonzeptes zum Hitzeschutz in der letzten Woche ein?
- Welche weiteren, ggf. kurzfristigen, Klimaanpassungsmaßnahmen plant die Stadtverwaltung angesichts der jüngsten Hitzewelle, insbesondere zum Schutz vulnerabler Gruppen, zur Kühlung öffentlicher Räume, Schulen sowie Kitas, Pflegeheimen und Krankenhäusern sowie weiterer besonders belasteter Bereiche?
- Welche Konsequenzen zieht die Stadt aus der Hitzewelle für die öffentliche Infrastruktur, wie den ÖPNV und die Wasserinfrastruktur
- Für welche konkreten Maßnahmen wurden bzw. werden die Mittel des mit Haushaltsbeschluss VIII-HP-10223 bereitgestellten ‚Budgets für Maßnahmen zur Klimawandelanpassung‘ für Maßnahmen mit einem deutlichen Effekt für den Hitzeschutz und mit konkretem Bezug zu Maßnahmen des Hitzeaktionsplanes eingesetzt? Welche Fördermittel von EU, Bund und Land wurden beantragt, bewilligt oder abgerufen und welche weiteren Anträge sind geplant? Welchen Einfluss hat die aktuelle Haushaltssperre auf die Hitzeschutzmaßnahmen und welche finanziellen Folgen kommen aufgrund der Verzögerungen oder der Nichtumsetzung der geplanten Maßnahmen auf die Stadt zu?
Antwort vom 10. August 2026
Prolog
Die Befassung mit den konkreten Folgen des Klimawandels in Leipzig sollte drei grundsätzliche Sachverhalte berücksichtigen:
- Der RKI Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität in der Kalenderwoche 26/2026 (22.06. bis 28.06.2026) geht von bereits 5.120 hitzebedingte Sterbefälle im Jahr 2026 aus (Quelle: RKI - Hitze und Gesundheit - Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität, zuletzt abgerufen am 09.07.2026). Die extreme Hitze hat gezeigt, wie lebensbedrohlich diese innerhalb kurzer Zeit sein kann.
- Die zunehmenden Kosten zur Behebung der Schäden, die durch die Folgen des Klimawandels entstehen, sind den Kosten für eine nachhaltige Prävention, nämlich dem Klimaschutz, gegenüberzustellen. Es ist davon auszugehen, dass heute investierte präventive Kosten, Folgekosten des Klimawandels reduzieren.
- Die Begrenzung der Klimakrise durch Klimaschutz sollte nicht nur aus Kostengründen Priorität haben, sondern auch, weil Anpassung an Hitze nur innerhalb eines biologisch festgelegten Bereichs möglich ist und diese Grenzen von mehr als nur Temperaturen abhängig sind z.B. durch Luftfeuchtigkeit, Windstärke und individuellen Wahrnehmungen und Vorbelastungen.
Es erscheint angezeigt, die bisherigen Aktivitäten der Stadtverwaltung im Bereich Klimaschutz zu stärken und in die Klimaanpassung zu investieren.
- Welche Kenntnisse und Fallzahlen liegen der Stadtverwaltung zu gesundheitlichen Notfällen infolge der hinter uns liegenden massiven Hitzewelle insbesondere aus den Leipziger Kliniken vor?
Folgende Informationen der Branddirektion, des St. Georg-Krankenhauses und des Uniklinikums lagen zur Beantwortung vor:
- Patientenaufkommen über das gesamte Wochenende leicht erhöht, aber im Rahmen üblicher Schwankungen
- Sonntag (28.06.26) und Montag (29.06.26) signifikant mehr Patientenvorstellungen
- Patientenaufkommen im St. Georg am 29.06.26 um rund 20 % erhöht
- hitzebedingte Einsätze im Rettungsdienst mit einer Erhöhung um 20% - 30 % im benannten Zeitraum der extremen Hitze
- Einsätze in Teilen auch in Zusammenhang mit dem Ausfall LVB zu sehen (z. B. in Grünau 5 medizinische Transporte von Wartenden an Straßenbahnhaltestelle)
- gleichzeitig deutlicher Rückgang eigeninitiierter Vorstellungen Gesamtzahl der Zuweisungen insgesamt stabil
- Ausprägung der Symptome zeigte sich eine moderate Zunahme neurologischer Krankheitsbilder (akute Bewusstseinsstörungen) sowie ein Anstieg von Patientinnen und Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
- vermehrt kam es zu Vorstellungen mit internistischen Krankheitsbildern wie Dehydrierungen und zusätzlich Rauchgasintoxikationen durch Brände
- Zahl der unfallbedingten Vorstellungen deutlich geringer als üblich
- am häufigsten betroffen waren ältere Menschen
- im Bereich der Feuerwehr normales Einsatzgeschehen im Stadtgebiet, Einsatzkräfte unterstützten jedoch den Rettungsdienst. Die Feuerwehr war so auch während der Hitzewelle komplett ausgebucht.
- aus dem Bereich Kindertageseinrichtungen bzw. der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind keine Notfälle im Sinne besonderer Vorkommnisse bekannt
- Vorsorglich wurden trägerseitig Hinweise zum Umgang mit Hitze an die kommunalen Kindertageseinrichtungen versandt. Hierin wurde u. a. auf Empfehlungen des betrieblichen Gesundheitsmanagements verwiesen. Sofern bisher geschaffene bauliche Maßnahmen nicht ausreichend sind, um die Raumtemperaturen deutlich zu reduzieren, wurde insbesondere auf organisatorische Maßnahmen hingewiesen. Diese umfassen u. a. rechtzeitiges Lüften, Nutzen kühlerer Räume und ganztägige Bereitstellung von Wasser für Mitarbeitende und Kinder. Anmerkung: extreme Hitze vor allem am Sonnabend und Sonntag gewesen
- zu Alten- und Pflegeheimen und anderen sozialen Einrichtungen liegen derzeitig keine weitergehenden Informationen vor
- Wie bewertet die Stadtverwaltung die Auswirkungen der jüngsten Hitzewelle auf Leipzig insgesamt, insbesondere auf Gesundheit, Mobilität, Stadtgrün, technische Infrastruktur und öffentliche Daseinsvorsorge sowie Handel und Wirtschaft?
Gesundheit
- Hitzewelle war für alle Bürgerinnen und Bürger eine besondere Belastung, besonders risikoreich war die Situation jedoch für vulnerable Gruppen (siehe Definition des Bundesinstitutes für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zu vulnerablen Gruppen)
- zahlreiche Menschen haben sehr gesundheitsbewusst reagiert und Hitze gemieden
- zahlreiche Veranstaltungen wurden vorsorglich abgesagt oder die Planung umgestellt
Mobilität
- extreme Wärme verflüssigte Fugengussmasse in den Gleisanlagen (Weichen und Schienenbereiche wurden teilweise verklebt bzw. verklumpt Ratsinformationssystem Stadt Leipzig - Vorlage
- Schäden an der Infrastruktur mit unmittelbaren Auswirkungen auf den Straßenbahnbetrieb Ratsinformationssystem Stadt Leipzig - Vorlage
- rund 180 Straßenbahnfahrzeuge von Auswirkungen mehrtägig betroffen
- Reinigung und Beseitigung der Rückstände erfolgte sehr aufwendig mit zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen
- größte Infrastrukturbeeinträchtigungen in Form von Verklebungen und Verklumpungen im Bereich des Innenstadtrings
- in Folge der Schäden an der Schieneninfrastruktur bestand eine erhebliche mehrtägige Einschränkung des Mobilitätsangebots im Straßenbahn-Linienverkehr
- sicherer Betrieb des Straßenbahnnetzes konnte nicht mehr gewährleistet werden, weshalb der Straßenbahn-Linienverkehr im gesamten LVB-Netz eingestellt werden musste
- nach derzeitigem Kenntnisstand gehen die LVB weder an den Fahrzeugen noch an der Infrastruktur von dauerhaften Schäden aus
- Verkehrsanlagen in Zuständigkeit des MTA waren nur in sehr geringem Maße betroffen, so dass die Mobilität hier nicht beeinträchtigt wurde
Stadtgrün
- Hitze stellte für die Grünflächen bzw. deren Inventar eine hohe Belastung dar
- Rasen und Wiesenflächen weisen zum Teil deutliche Trockenheitssymptome auf
- zum Teil Hitzeschäden an gebauter Infrastruktur, z.B. Gehwegplatten am Lindenauer Hafen festgestellt
- nach derzeitigem Eindruck Stadtbaumbestand insgesamt im Vergleich zu den Vorjahren in einem relativ guten Zustand
- vereinzelte Grünastbrüche an Bäumen im Stadtgebiet
- Tage mit extrem hohen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung sind eine herausgehobene Belastung für Vegetation
- tatsächlichen Auswirkungen der Hitze, der Strahlungsintensität und möglicher Trockenstresssituationen werden sich jedoch erst in den kommenden Wochen abschließend beurteilen lassen
- Erfahrungsgemäß können Schäden wie Blattverbrennungen, vorzeitiger Laubfall, Trockenstress oder Vitalitätsverluste zeitverzögert auftreten
- Einzelbäume und besonders belastete Einzelstandorte, etwa stark versiegelte, exponierte oder beengte Straßenräume, kompensieren Extremhitze deutlich schlechter
- witterungsbedingten Vitalitätszustand kann erst am Ende des Jahres eingeschätzt werden
- Frühzeitigkeit dieser extremen Hitzesituation ist untypisch und führt damit insgesamt zu einer höheren Belastung
Gewässer
- Eine markante Veränderung der Pegelstände infolge der Hitzewelle am Wochenende konnte nicht festgestellt werden.
- Niedrigwasser-Kurzbericht (Stand vom 14.07.2026) Niedrigwasser - Wasser - sachsen.de
„Die wöchentliche Auswertung der Durchflüsse an den sächsischen Pegeln zeigt, dass sich die Anzahl der Pegel im Niedrigwasser (Durchfluss ist kleiner MNQ(Jahr)) im Vergleich zum letzten Stand (07.07.) deutlich erhöht hat. Am Vormittag des 14.07. wurde an 83 (55 %) von 147 ausgewerteten Pegeln ein Durchfluss unter MNQ(Jahr) registriert. An 20 (13 %) weiteren Pegeln wurde das MNQ(Jahr) fast erreicht.“
Wildpark
- Tieren stehen zahlreiche schattige Plätze im Wildpark zur Verfügung, welche von diesen genutzt werden
- Wasserversorgung an den heißen Tagen deutlich erhöht und das Trinkwasser häufiger ausgewechselt
- Gesundheitliche Auswirkungen auf die Tiere bisher nicht festgestellt
- Hitzebelastung auch bei den Tieren in Form von Erschöpfung
- Auffangstation des Wildparks: Aufnahme zahlreicher Mauersegler, welche aufgrund der Hitzebelastung starke Erschöpfungssymptome aufwiesen
- Wildtierhilfe Leipzig berichtet Leipzig: Über 700 abgestürzte Mauersegler – Wildvogelhilfe am Limit wegen Hitze
technische Infrastruktur / öffentliche Daseinsvorsorge
s. Unterpunkt Mobilität
Trinkwasserversorgung
- konnte auch während der außergewöhnlich hohen Wasserabnahmen der vergangenen Wochen jederzeit sichergestellt werden
- ungewöhnlich hohe Tages- und Wochenspitzen bei der Wasserabnahme - aber keine Versorgungsengpässe
- Grund dafür sind unabhängig voneinander genutzte „Quellen“ der Leipziger Trinkwasserversorgung: Grundwasser in den Wasserwerksstandort Naunhof, Uferfiltrat und Grundwasser am Wasserwerksstandort Canitz/Thallwitz sowie ergänzende Lieferung der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH (in den vergangenen Tagen ein wichtiger, ergänzender Beitrag zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit)
- aufgezeichnete Tageswerte der Netzeinspeisung im Zeitraum vom 22. bis 28 Juni 2026 durchschnittlich 129.500 m³/d; in der maximalen Tagesspitze 132.700 m³/d bislang höchsten verzeichneten Wert
Energieversorgung
- techn. Infrastruktur der Netz Leipzig von erheblichen Temperaturschwankungen betroffen, Auswirkungen konnten bislang jedoch jederzeit beherrscht werden
- in den Energieversorgungsnetzen keine außergewöhnlichen Störungen; Störungsaufkommen bewegte sich im üblichen Rahmen
Abfallentsorgung
- durch Anpassungen in den Arbeitszeiten waren Mitarbeitende bereits gegen 14 Uhr von den Touren zurück
- konkrete Einschränkungen in Leistungserbringung oder Zusatzaufwände gab es beim EB SRL nicht
Handel und Wirtschaft
Zur Bewertung dieses Bereiches wurden IHK, HWK, DEHOGA und weitere Wissensträger konsultiert.
IHK
- IHK meldet keine quantifizierbaren Erkenntnisse zu den direkten Auswirkungen auf Leipziger Unternehmen
- geht aber davon aus, das folgende allgemein bekannten Einschränkungen auch Leipziger Unternehmen getroffen haben:
- doppelte Belastung für Unternehmen infolge von extremer Hitze:
- einerseits sinkt bei steigenden Temperaturen die Produktivität (kürzere Arbeitszeit, mehr Pausen, geringere Leistungsfähigkeit der Beschäftigten)
- andererseits steigen zugleich die Energiekosten (Kühlung von Rechenzentren, im Lebensmitteleinzelhandel usw.)
- Produktivität pro zusätzlichem Grad über 30 Grad nimmt um etwa drei Prozent ab
- Energiekosten steigen unterdessen um etwa 1,2 Prozent pro Grad, weil mehr gekühlt werden muss
- mehr Aufwendungen/Investitionen in den Arbeitsschutz dürften auf die Betriebe zukommen
HWK
- erster Überblick zeigt, dass Handwerk die Hitzewelle gut überstanden, letztlich auch weil es an einem Wochenende war, sodass die Mehrheit doch Gelegenheit hatte sich zurückzunehmen und auf sich zu achten / sich zu schützen
- Meldungen über Hitzeschäden liegen aktuell nicht vor
- Ausfall ÖPNV stark gestiegener Anteil des Privat KFZ-Verkehrs mithin sind gestiegene Stauzeiten bisher die größten Auswirkungen der vergangenen Hitzewelle
- Meldungen über Probleme in den Haverie- und Notfalleinsätzen liegen nicht vor, es scheint, als ob in der Gesamtheit alles soweit gut funktionierte
DEHOGA
- Hitzewelle hat die Mitgliedsunternehmen deutlich spürbar getroffen
- gemischtes Bild: Betriebe mit gut verschatteten Außenflächen, kühlen Innenräumen oder starkem Abendgeschäft konnten teilweise profitieren. Gleichzeitig führte die anhaltende Hitze vielerorts zu erheblichen Belastungen für Gäste, Mitarbeitende, Betriebsabläufe und Wirtschaftlichkeit.
- besonders betroffen waren: das Mittagsgeschäft, Veranstaltungen am Nachmittag sowie Betriebe ohne ausreichende Verschattung oder Kühlung.
- viele Gäste verlagerten ihren Besuch in die Abendstunden, kamen später, blieben kürzer oder verzichteten ganz auf Wege durch die aufgeheizte Innenstadt
- tlw. Stornierungen aufgrund von Hitze
- für Mitarbeitende in Küche, Service, Logistik und Housekeeping bedeutete die Hitze eine erhebliche zusätzliche körperliche Belastung, gerade Küchen, Spülküchen, Lagerbereiche, Terrassenservice und Hotelzimmerreinigung sind bei solchen Temperaturen besonders anspruchsvoll
- Notwendig werden mehr Trinkpausen, angepasste Abläufe, besondere Rücksicht auf den Gesundheitsschutz und eine vorausschauende Einsatzplanung
- wirtschaftlich ist Hitze kein reiner Vorteil:
- zwar steigt die Nachfrage nach Terrassenplätzen, Biergärten, kalten Getränken, leichten Speisen, alkoholfreien Angeboten und klimatisch angenehmen Aufenthaltsorten.
- dem gegenüber stehen jedoch höhere Kosten für Kühlung, Lüftung, Energie, Eis, Wasser, technische Kontrolle und Warenlagerung. Auch Kühlketten, Kühlhäuser und Getränkelogistik werden stärker beansprucht. In der Hotellerie steigen zudem die Erwartungen der Gäste an klimatisierte Zimmer, Schlafkomfort und verlässliche Mobilität
- zentraler Punkt ist die Erreichbarkeit der Innenstadt Wenn Straßenbahnen hitzebedingt ausfallen oder Wege, Haltestellen und Plätze stark aufgeheizt sind, wirkt sich das unmittelbar auf Gastronomie, Hotellerie, Handel, Veranstaltungen und Tourismus aus. Gäste entscheiden bei extremer Hitze sehr kurzfristig, ob sie überhaupt in die Stadt kommen, wie lange sie bleiben und welche Angebote sie wahrnehmen.
- aktuelle Hitzewelle macht deutlich: Hitzeschutz ist auch Standort- und Wirtschaftspolitik
- jeder Schattenplatz, jeder kühle Innenraum und jede verlässliche Verbindung in die Innenstadt wird zum Standortfaktor
Innenstadt – City Marketing Leipzig
- Wirtschaftsakteure der Innenstadt aufgrund ausbleibender Besucher stark getroffen
- flächendeckend erhebliche Umsatz- und Frequenzrückgänge zu vergleichbaren Zeiträumen zu verzeichnen
- wirklich katastrophale Auswirkungen hatte und hat der ÖPNV-Ausfall, am Samstag Frequenzrückgang von ca. minus 50 %
- Center außerhalb der Innenstadt haben aufgrund von Klimatisierung und kostenfreien Parkplätzen zum Teil vergleichsweise profitiert, jedoch auch Rückgänge zu verzeichnen, u. a. ebenfalls wg. ÖPNV-Ausfall
Stimmen einzelner Unternehmen
Porsche
- Hallen sind klimatisiert (milde Kühlung mit energieeffizienten Klimaanlagen),
- Wasserspender in den Hallen verteilt für alle Mitarbeiter,
- 2-3 Wochen Betriebsferien in den Sommerferien,
- aktuell: Mo-Fr Arbeitswoche, es wurde also am letzten heißen Wochenende nicht gearbeitet
BMW
- für Mitarbeitende wurde kaskadiertes Hitzeschutzkonzept erarbeitet (wie z.B. Lüftungskonzept, Isotonische Getränke, …)
- Produktion ist generell auch für erhöhte Temperaturen ausgelegt. Temperaturen und Luftfeuchtigkeit werden in Realtime getrackt.
- Klimaanlagen gibt es keine, weder in der Produktion noch in den Bürobereichen
- bei der extremen Hitze letzte Woche wurde jede Stunde eine zusätzliche Trinkpause von 5 Minuten eingeführt
- es gab keine größeren Abweichungen zum „üblichen“ Störgeschehen (vereinzelte hitzebedingte technische Probleme konnten kurzfristig behoben werden)
- Welche konkreten Schäden, Störungen, Zusatzaufwände oder Kosten sind der Stadtverwaltung, den Eigenbetrieben und stadtnahen Unternehmen infolge der Hitzewelle bisher bekannt, insbesondere bei den Leipziger Verkehrsbetrieben, den Wasserwerken sowie weiteren relevanten Bereichen? Wurden die freiwillig eingesprungenen Mitarbeiter*innen für ihre geleisteten Überstunden bei der enormen Hitze angemessen entschädigt?
LVB
- bislang keine Zusatzaufwände, da die bisherige Schadensbeseitigung im Rahmen regulärer, betrieblicher Einsatzsteuerung erfolgte
- eingesetzte Beschäftigte aus Fahrdienst, Werkstätten, Infrastruktur- und Fahrzeugbereich arbeiteten auf Grundlage bestehender Dienst- und Einsatzpläne
- soweit Mehrarbeit oder Überstunden anfielen, werden diese entsprechend der geltenden tariflichen und betrieblichen Regelungen erfasst und ausgeglichen bzw. vergütet
- bei der Einsatzplanung wurde darauf geachtet, dass ausschließlich für die jeweiligen Tätigkeiten geeignete Mitarbeitende eingesetzt wurden
- darüber hinaus war während der Arbeiten eine angemessene Versorgung der Beschäftigten sichergestellt
- angesichts der außergewöhnlichen Witterungsbedingungen standen Arbeitsschutz, Belastungssteuerung und die sichere Durchführung der Arbeiten im Vordergrund
- ergänzend zu regulär eingesetzten Beschäftigten wurde Mitarbeitenden der Leipziger Gruppe am 29. und 30. Juni 2026 im Rahmen eines freiwilligen Aufrufs die Möglichkeit gegeben, die Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten ehrenamtlich zu unterstützen, weitere Unterstützungsaktionen mit Beteiligung freiwilliger Helfer:innen aus der Bürger:innenschaft folgten
MTA zu Verkehrsanlagen
- mit Ausnahme der Schäden in den Gleisbereichen der LVB keine gravierenden Hitzeschäden an Verkehrsanlagen des MTA bekannt
- lediglich kleinere Schäden an Fugen bzw. geringe Verformungen an Fahrbahnen in bituminöser Bauweise aufgetreten
- diese Schäden beeinträchtigen nicht die Verkehrssicherheit bzw. die Nutzbarkeit der betroffenen Verkehrsflächen ( keine Verkehrsflächen gesperrt, keine Sofortmaßnahmen erforderlich)
- die geringfügigen Schäden werden bei Erfordernis im Rahmen laufender Straßenunterhaltung in den nächsten Wochen beseitigt (Kosten dafür können noch nicht beziffert werden)
LWB
- keine wesentlichen hitzebedingten Schäden, Störungen oder zusätzliche Kosten bekannt
- in laufenden Modernisierungs- und Neubauvorhaben kam es vereinzelt zu Beeinträchtigungen im Bauablauf
- insb. Arbeiten an Fassaden und Dächern konnten zeitweise nicht ausgeführt werden
- von Generalunternehmern wurden entsprechende hitzebedingte Schlechtwettertage angezeigt, die zu Verzögerungen im Bauablauf führen können
- weitergehende Schäden, etwa an Bauwerken oder durch Arbeitsunfälle, bislang nicht gemeldet
- es ist davon auszugehen, dass bei Tätigkeiten im Freien die Arbeitseffizienz leicht vermindert war und zudem ein erhöhter Trinkwasserverbrauch stattfand
- Welche Maßnahmen des Hitzeaktionsplans 2024–2026 sind seit dem Beschluss im April 2025 bereits vollständig umgesetzt, welche befinden sich in Umsetzung und welche wurden bislang nicht begonnen?
AfU
- Hitzeaktionsplan 2024-2026 (HAP) bislang kein Instrument des umfassenden, unmittelbaren Bevölkerungsschutzes bei akuter extremer Hitze, sondern ein erster informeller Plan mit Fokus auf präventiven, kommunikativen sowie Ad-Hoc-Maßnahmen zum Schutz einzelner vulnerablen Bevölkerungsgruppen.
- Weitere Schritte, die der HAP aufzeigt sind: Einrichtung Hitzeschutzmanagement, Erweiterung der Zielgruppen, Einrichtung von relevanten Arbeitsgruppen, Monitoring, Evaluation, Fortschreibung (bislang nicht / nicht komplett erfolgt)
- eine teilweise Umsetzung von HAP Maßnahmen erfolgt mit bestehendem Personal, soweit eine Nähe zu laufenden Aufgaben besteht
Folgende Maßnahme des HAP ist vollständig umgesetzt:
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Erfrischungs-karte |
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Federführung/ Mitwirkung |
AfU, Referat Kommunikation, AGB |
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Folgende Maßnahmen des HAP befinden sich in Umsetzung:
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M 02 |
Versand von Hitzewarnung-en über Apps |
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Federführung/ Mitwirkung |
AfU, RDS, AGB, Branddirektion |
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M 03
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Informations-kampagne für die breite Bevölkerung - Richtiges Verhalten bei Hitze |
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Federführung/ Mitwirkung |
GA, Hitzeschutzmanagement, AfU, UIZ, Referat Kommunikation
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M 04 |
Zielgruppenspezifische Informationskampagne - Richtiges Verhalten bei Hitze |
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Federführung/ Mitwirkung |
GA, Hitzeschutzmanagement, SozA, AfU, Referat Kommunikation, Senior/-innenbeauftragte, Behindertenbeauftragte, u.a. |
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M 06 |
Ausbau des öffentlichen Trinkwasseran-gebotes - Neubau öffentlicher Trinkbrunnen im Freibereich |
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Federführung/ Mitwirkung |
LWW, MTA, SPA, AfU
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M 07 |
Ausbau des öffentlichen Trinkwasseran-gebotes - Neubau öffentlicher Trinkbrunnen in öffentlichen Gebäuden |
in 95 Schuleinrichtungen Trinkbrunnen in Betrieb genommen
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Federführung/ Mitwirkung |
LWW, Bauherrenämter, AGM, AfU
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M 08 |
Öffentliches Trinkwasseran-gebot - Anlaufstellen für kostenfreies Trinkwasser |
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Federführung/ Mitwirkung |
AfU, Hitzeschutzmanagement
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M 09 |
Unterstützung bei der Hitzeanpassung sozialer Einrichtungen z. B. Altenpflege-heime |
„nur“ Ad-Hoc Maßnahmen!
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Federführung/ Mitwirkung |
AfJF, AfSchule, Hitzeschutzmanagement, SozA, AWS |
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M 10 |
Hitzeanpassung im ÖPNV |
FF: MTA (Haltestellen), LVB (Fahrzeuge), AfU, ASG |
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Federführung/ Mitwirkung |
MTA (Haltestellen), LVB (Fahrzeuge), AfU, ASG
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M 11 |
Hitzeange-passte Großveranstal-tungen |
1. Kommunikation, Aufklärung und Frühwarnsysteme • gezielte Verhaltens-Tipps (Event-Apps, Social-Media, Fan-Guides, digitale Anzeigetafeln im Stadtgebiet + Stadionumfeld, Programmhefte, Info-Stände) • meteorologisches Monitoring bei allen Veranstaltungen durch extrem enge Taktung mit Deutschen Wetterdienst (DWD) abgesichert 2. Bereitstellung von Trinkwasser • (mobile) Trinkbrunnen, mobiler Wasserwagen, zusätzl. temporäre Refill-Stationen 3. Schattenbereiche, Kühlzonen und Luftzirkulation • Schatten durch großflächige Skyliner • Mitmachangebote + Wartebereiche bewusst in klimatisierten, gut belüfteten Messehallen / schattigen Parkanlagen 4. Anpassung von Programmabläufen und Kleiderordnungen • Besucher:innen und Mitarbeitende im Vorfeld aktiv zur Nutzung von Kopfbedeckung, Sonnenschutz, angepasster Kleidung aufgerufen |
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Federführung/ Mitwirkung |
AfSport, RNK, OA, AfU, Branddirektion, Marktamt
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M 12 |
Hitzeprävention für Säuglinge und Kleinkinder in Kindertages-stätten |
FF: AfJF, Leitungen Kita-Einrichtungen, AGM |
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Federführung/ Mitwirkung |
AfJF, Leitungen Kita-Einrichtungen, AGM
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M 13 |
Hitzeprävention im Bereich der Frühen Hilfe für Säuglinge und Kleinkinder |
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Federführung/ Mitwirkung |
AfJF, GA
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M 14 |
Ausgabe von Trinkwasser, Sonnencreme und leichter Kleidung an obdachlose Menschen |
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Federführung/ Mitwirkung |
SozA
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folgende Maßnahme wurde bislang nicht begonnen:
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M 01 |
Kommunikationskaskaden zur gezielten Hitzewarnung |
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Federführung/ Mitwirkung |
AfU, Hitzeschutzmanagement, Referat Kommunikation, GA, AfJF, SozA |
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- Wie schätzt die Stadtverwaltung insbesondere die Umsetzung und Wirkung des eingesetzten Kommunikationskonzeptes zum Hitzeschutz in der letzten Woche ein?
- durch fehlendes Hitzeschutzmanagement existiert bislang kein abgestimmtes und strukturiertes stadtweite Kommunikationskonzept und keine Kommunikationskaskade für den Hitzefall
- weiterreichende Ad-hoc-Kommunikation mit anhaltender schlechter Personallage ist derzeit nicht möglich
- derzeitige Kommunikation (vgl. Ausführungen zu Frage 4):
- es erfolgen Hitzewarnungen über Apps
- mit bestehendem Personal wird grundlegende Kommunikation zu Hitzeschutz abgedeckt
- sprunghafte Anstieg der Zugriffszahlen auf die Erfrischungskarte zeigt, dass die Information zur Verfügbarkeit der Karte über die konsumierten Informationswege insbesondere zur Hitzewelle ankommen: www.leipzig.de/hitzetipps: ca. 4.000 Klicks pro Tag während der Hitzewelle/ Erfrischungskarte: ca. 9.000 Klicks seit Mai 2026
- Erfrischungskarte nun auch in der Warnmeldung der Leipzig App beworben
- Karte ist nun auch direkt in der App abrufbar
- Angebot zu der Bestellmöglichkeit von Flyern mit Hitzeschutztipps wird rege angenommen
- im Jahr 2026 bereits knapp 9.000 Flyer abgefordert
- Welche weiteren, ggf. kurzfristigen, Klimaanpassungsmaßnahmen plant die Stadtverwaltung angesichts der jüngsten Hitzewelle, insbesondere zum Schutz vulnerabler Gruppen, zur Kühlung öffentlicher Räume, Schulen sowie Kitas, Pflegeheimen und Krankenhäusern sowie weiterer besonders belasteter Bereiche?
- trotz fachlicher Einschätzung der Notwendigkeit weiterer und effizienter kurzfristiger Maßnahmen müssen die aktuell umgesetzten Maßnahmen ausreichen
- Ohne zusätzliches Personal ist Planung weiterer Maßnahmen nicht möglich
Im Rahmen der Erarbeitung des Klimaanpassungsprogramms wird derzeit ein umfassendes Maßnahmenpaket geprüft, zu dem auch Maßnahmen des Hitzeschutzes gehören. Beispielhaft zu nennen sind:
- Einbeziehung Katastrophenschutz und Unterstützung bei der Betrachtung von extremen Hitzeereigenissen
- Aufbau einer Kommunikationskaskade zur gezielten Hitzewarnung
- Prüfung Wasserduschen/-nebel durch Fahrzeuge der Branddirektion (Vergleich Stadt Prag)
- Prüfung Einsatz Wasserwerfer der Polizei oder Fahrzeuge der Branddirektion an öffentlichen Plätzen zur Abkühlung von Menschen und Infrastruktur (Bahngleise, Straßenabschnitte) + Bewässerung Stadtgrün (Vergleich Stadt Berlin)
- Prüfung temporärer Öffnung von kühlen Verwaltungsgebäuden, Kirchen u.a. Einrichtungen außerhalb bestehender Öffnungszeiten
- im umfangreichen kommunalen Gebäudebestand findet fortlaufend die Umsetzung verschiedener Maßnahmen zur Klimaanpassung statt
- sowohl kurzfristig realisierbare Maßnahmen (Errichtung von Sonnensegeln o. a. Verschattungselementen) als auch langfristige Investitionen (Modernisierung von Gebäudehüllen) sind Gegenstand
- technische Anlagen, insb. Lüftungsanlagen werden im Rahmen der laufenden baulichen Unterhaltung kontinuierlich instandgehalten und instandgesetzt
- Großteil des Gebäudebestandes ist allerdings nicht für länger andauernde oder außergewöhnliche Hitzeereignisse ausgelegt
- es verbleiben zunächst organisatorische Maßnahmen der jeweiligen Einrichtungen, bspw. angepasste Lüftungs- und Nutzungsabläufe, Nutzung vorhandener Verschattungsmöglichkeiten
Abgesehen von den Maßnahmen, die durch das Budget für Klimaanpassungsmaßnahmen finanziert werden, ist die Durchführung weiterer kurzfristiger baulicher Klimaanpassungsmaßnahmen derzeitig aufgrund der verfügbaren personellen und finanziellen Ressourcen nicht vorgesehen.
Maßnahmen in Schulen und Kindertageseinrichtungen:
- In kommunalen Kindertageseinrichtungen sind nahezu flächendeckend Außenverschattungen an den Gebäuden angebracht. Zusätzlich wurde weiter in Verschattungsmaßnahmen in den Gärten der Einrichtungen investiert. (vgl. Ausführungen zu Frage 8)
- Kurzfristig können insb. organisatorische Maßnahmen dazu führen, die Aufenthaltsbedingungen in Kindertageseinrichtungen zu verbessern neben frühem Lüften und ganztägigem Bereitstellen von Getränken (Leitungswasser) die Nutzung kühlerer Räume in den Häusern, z. B. im Erdgeschoss.
- Verlegung der Betreuung auf den schattigen Außenbereich der Einrichtungen oder punktuell in Parks.
- Sofern Kinder gesundheitsbedenkliche Ermüdungserscheinungen auf Grund von hohen Temperaturen aufzeigen, sind die Mitarbeitenden im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht angehalten, die Eltern zu kontaktieren und andere Sofortmaßnahmen zur Abkühlung einzuleiten.
- Verkürzung des Unterrichts in Bildungseinrichtungen
- Maßnahmen zur effektiven Außenverschattung sind Bestandteil der baulichen Standards der Stadt Leipzig für Schulen und werden im Zuge der Erneuerung des Leipziger Schulnetzes regelhaft umgesetzt.
- Mit dem Budget für Maßnahmen zur Klimaanpassung (VIII-HP-10223) werden kleinteilige Maßnahmen im Bestand, die keine zeitnahe Sanierungsperspektive haben, umgesetzt werden. Beschlussfassung (VIII-DS-01506) wird vorbereitet.
Maßnahmen in der Kinder- und Jugendförderung
- im Zusammenhang mit Hitzeereignissen keine unmittelbaren fachlichen Steuerungs- oder Eingriffsbefugnisse der Stadtverwaltung gegenüber den anerkannten Trägern der freien Jugendhilfe
- gleichwohl werden im Rahmen der bestehenden Zuständigkeiten unterstützende Maßnahmen umgesetzt - hierzu zählen insbesondere:
- Bei angekündigten oder akuten Hitzeereignissen erfolgen bedarfsbezogene Abstimmungen mit den jeweiligen Koordinator/-innen für Jugend und Bildung, beispielsweise hinsichtlich der Durchführung von Veranstaltungen, der Anpassung von Öffnungszeiten sowie der Nutzung oder gegebenenfalls Nichtnutzung von Räumlichkeiten, sofern eine gesundheitliche Gefährdung durch Hitze zu erwarten ist.
- Die Träger entscheiden eigenverantwortlich über organisatorische Maßnahmen, beispielsweise die Verlagerung von Angeboten in kühlere Räumlichkeiten oder schattige Außenbereiche, Änderungen im Tagesablauf oder die Absage einzelner Angebote, soweit dies aus Gründen des Gesundheitsschutzes erforderlich erscheint. In den kommunalen Einrichtungen wird entsprechend verfahren.
- Im Rahmen der laufenden Kommunikation werden Hinweise und Informationen anderer zuständiger Fachbereiche der Stadtverwaltung sowie allgemeine Handlungsempfehlungen zum Hitzeschutz an die Träger weitergegeben, soweit diese für die Arbeit der Einrichtungen relevant sind.
- Bei Rückfragen oder besonderen Problemlagen steht das Amt für Jugend und Familie den freien Trägern beratend zur Verfügung und vermittelt bei Bedarf an die fachlich zuständigen Stellen innerhalb der Stadtverwaltung.
- Grundsätzlich wird bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen darauf hingewirkt, dass die örtlichen Gegebenheiten, ausreichende Trinkmöglichkeiten, Verschattungsmöglichkeiten sowie die besonderen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen bei hohen Temperaturen angemessen berücksichtigt werden.
Maßnahmen Klinikum St. Georg
im Klinikum liegt ein Hitzeaktionsplan vor; im Einzelnen wurden folgende Maßnahmen ergriffen:
- mobile Klimageräte installiert (ein Gerät pro Station) + Ventilatoren aufgestellt für Beschäftigte Möglichkeit zur Erholung in klimatisierten Bereichen
- Bereitstellung ausreichender Getränke + Eis für Patient:innen und Beschäftigte Entgegenwirkung Dehydratation und Hitzebelastung
- Umsetzung mehrerer organisatorischer Maßnahmen für Beschäftigte:
- zusätzliche Pausen
- Bereitstellung zusätzlicher Dienstkleidung (häufigerer Wäschewechsel)
- Angebot verkürzter Dienste im Regel- und Schichtdienst
- Aktivierung zusätzlicher Beschäftigter in Rufbereitschft Ziel: auch bei anhaltend hohen Temperaturen schnellstmöglich auf mögliche technische Havarien reagieren zu können, u. a. im Technikbereich
Klinikum St. Georg stellt damit Schutz vulnerabler Patientengruppen, Entlastung der Beschäftigten sowie die Aufrechterhaltung eines sicheren Versorgungsbetriebs auch unter hoher Hitzebelastung sicher
für Zukunft geplant: im Zentralbau II bereits eine entsprechende Klimatechnik auf Basis des aktuellen Stands der Technik
Maßnahmen Städt. Altenpflegeheime gGmbH
- unter aktuellen Rahmenbedingungen keine Umsetzung weiterer Maßnahmen möglich; Teilklimatisierung der Einrichtungen nur unter hohen finanziellen Aufwendungen möglich und tw. baulich auch nicht umsetzbar
- zwei Standards zum Thema Hitze: „Verfahrensstandard – Versorgung von Bewohnern bei Sommerhitze (Nr. 07/21)“ und „Notfallstandard Hitzschlag“ liegen vor
- zusätzlich Beschluss der Geschäftsführung Nr. 4/2023 „Hitzeschutzplan“ Regelung Umgang mit Hitzesituation, bspw. Hitzeschutzplan für Pflegebedürftige, Erkennen gesundheitlicher Probleme durch Hitze, Maßnahmen vor und während Hitze, Auswahl konkreter Maßnahmen für Pflegebedürftige, Hitzeplan für Mitarbeitende
- im Rahmen finanziellen Möglichkeiten in letzten Jahren versch. Maßnahmen umgesetzt: Verschattungsanlagen, tw. Klimatisierung einzelner Diensträume, Medikamentenkühlschränke
Maßnahmen Stadtgrün
- Neupflanzung von Stadtbäumen an Straßen, Plätzen und in öffentlichen Grün- und Parkanlagen sowie Nachpflanzung von Baumlücken und Erhalt bestehender Großbäume
- Vollzug der Baumschutzsatzung zum Schutz des Baumbestandes auf privaten Flächen
- Erhalt und Entwicklung der Grün- und Parkanlagen
- Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung mit wohnortnahen Grünflächen (Grünraumversorgung/Grünerreichbarkeit)
- weitere Entsiegelung und Begrünung stark aufgeheizter Stadträume, teilweise und nach Möglichkeit auch mit mobilen Lösungen
- Ausbau grün-blauer Infrastruktur und Elemente der wassersensiblen Stadtentwicklung, um Niederschlagswasser gezielt zu versickern, zu speichern und für Bewässerung sowie thermische Entlastung nutzbar zu machen
Weiterhin wirkende Maßnahmen der vergangenen 5 Jahre:
Zentrale strategische Grundlage für eine zukunftsfähige und klimaresiliente Stadtentwicklung ist die Leipzig-Strategie 2035. Das Straßenbaumkonzept Leipzig 2030, das Energie- und Klimaschutzprogramm, der Masterplan Grün zur Sicherung und Entwicklung der grün-blauen Infrastruktur (aktuell in der verwaltungsinternen Abstimmung), das Auenentwicklungskonzept sowie die Ansätze der wassersensiblen Stadtentwicklung und Anwendung naturbasierter Lösungen z.B. Gebäudebegrünungen. Sie bilden den Rahmen für viele der nachfolgend genannten Maßnahmen:
- Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Umsetzung des Straßenbaumkonzeptes Leipzig 2030. Der Erhalt eines langlebigen und funktionstüchtigen Straßenbaumbestandes und dessen Erweiterung in den kommenden Jahren ist ein wichtiges Anliegen der Stadt Leipzig. Das im Juni 2019 im Stadtrat beschlossene Konzept ist die planerische Grundlage dafür. Neben dem Erhalt des Straßenbaumbestandes soll dieser um jährlich 1.000 Bäume erweitert werden. Zudem müssen die aus Gründen der Verkehrssicherheit oder aus baulichen Gründen zu fällende Bäume kompensiert werden. Das sind rund 600 Bäume pro Jahr. Weiterhin werden auch in den Grün- und Parkanlagen neue Bäume gepflanzt und ausgefallene Bäume ersetzt. Bei der Auswahl der Baumarten wird gezielt auf klimaangepasste und trockenheitsverträgliche Arten geachtet. Grundlage dafür sind unter anderem Empfehlungen des Arbeitskreises Stadtbäume der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK).
- Damit die neuen Bäume gute Startbedingungen haben, werden seit 2018 Jungbäume vom 4. bis zum 10. Standjahr an Straßen und in den Parks und öffentlichen Grünanlagen als Reaktion auf die anhaltende Trockenheit regelmäßig und bedarfsgerecht im Frühjahr und Sommer bewässert. In 2026 betrifft das rund 9.000 Jungbäume. Die Wässerungsgänge sind auf die Witterung abgestimmt und ermöglichen den jungen Bäumen unter den gegebenen klimatischen Bedingungen einen optimalen Start. Bis zum 3. Standjahr werden die Jungbäume im Rahmen der sogenannten Entwicklungspflege mit Wasser versorgt.
- Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung mit wohnortnahen Grünflächen (Grünraumversorgung/Grünerreichbarkeit): Sicherstellung, dass jeder Leipzigerin und jedem Leipziger mindestens 13 Quadratmeter uneingeschränkt nutzbare Grünfläche zur Verfügung stehen (davon 6 m² wohnungsnahes Grün, das in 5 min zu Fuß erreichbar ist und 7 m² siedlungsnahes Grün in max. 2.000 m Luftlinie entfernt)
- Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen im öffentlichen Raum / Schaffung neuer öffentlicher Freiräume:
Bei der Schaffung neuer bzw. Umgestaltung bestehender öffentlicher Grünflächen wird stets versucht, den Anteil versiegelter Fläche auch in Bestandsanlagen auf ein notwendiges Maß zu reduzieren. Ziel ist es, die Anlagen multifunktional zu planen, damit sie den aktuellen Anforderungen an den Erholung-/Freizeit- und Spielwert und der Anpassung an den Klimawandel gerecht werden. Sie sollen qualitätsvolle Frei- und Grünräume für die Bürgerinnen und Bürger schaffen, wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere sein und das Stadtklima positiv beeinflussen.
- Beispielsweise bei der Sanierung des Spielplatzes an der Helmholtzschule (Ende 2024/ bis Anfang 2025) wurde ein ca. 150 m² Gehweg abgebrochen und dem Spielplatz als Grünfläche zugeschlagen. Damit ist zusätzliche Fläche für Gehölzpflanzungen entstanden.
- Rathausplatz Plagwitz: Medieninformation: Leipzig-Plagwitz: Platz vor dem ehemaligen Rathaus neugestaltet - Stadt Leipzig (Umsetzung Garten- und Dorfplatzprogramms)
- Bepflanzung Parkbogen Ost Medieninformation: Parkbogen Ost: Vom Bauwerk zur lebendigen Landschaft – Sellerhäuser Viadukt wird bepflanzt - Stadt Leipzig
- Anlegen eines Mikrowaldes: Mikrowald entsteht am Bayerischen Bahnhof - Stadt Leipzig
- Fläche westlich des Lindenauer Hafens: In 2025 erfolgte der Rückbau von zwei Großgaragen und einem Gebäude sowie die Entsiegelung aller Flächen auf einer Teilfläche westlich des Lindenauer Hafens. Die komplett zu entsiegelnde Fläche war 2 ha groß. Ziel ist es, die Teilfläche zu renaturieren und mit Blick auf den wertvollen Landschaftsraum naturnah zu entwickeln. Die Maßnahme wurde verschiedenen Eingriffen als Kompensationsmaßnahme zugeordnet. Medieninformation: Teilfläche am Lindenauer Hafen entsiegelt - Stadt Leipzig
- Schaffung multifunktionaler und wassersensibler Freiräume: Im Mai 2022 wurde die Rietzschke-Aue Sellerhausen im Leipziger Osten als neue öffentliche Grünfläche fertiggestellt. Hier wurden zunächst 94 hochwassergefährdete Nutzgärten gemeinsam mit dem Kleingartenverein Leipzig-Sellerhausen e. V. und unterstützt durch die Leipziger Wasserwerke freigelenkt und zurückgebaut. Dann wurde hier der Gewässerverlauf der Östlichen Rietzschke offengelegt und als natürlich erlebbarer Bachlauf und Naturerfahrungsraum gestaltet. Die rund 18.000 m² große, neue Grünfläche ist so angelegt, dass anfallendes Regenwasser lokal aufgenommen und gespeichert werden kann. Mehr als 90 neue einheimische sowie klimaangepasste Bäume und eine Vielzahl an Strauch- und Kletterpflanzen komplettieren die naturnahe und zurückhaltend gestaltete Wasserrückhalte- und Grünfläche. Ein vorhandenes geschütztes Biotop wurde behutsam integriert. Weitere besondere Elemente der Fläche sind: eine große Blumenwiese, Sandlinsen mit Totholz als ergänzendes Angebot für sandliebende Insekten, Baumstämme zum Balancieren, Verstecken und Spielen. www.leipzig.de/rietzschke-aue.
- Erhalt und Entwicklung der Grün- und Parkanlagen und Erhalt des Baumbestandes in den Anlagen; Medieninformation: Frühjahrspflanzungen abgeschlossen: Allein 51 neue Bäume im Clara-Zetkin-Park - Stadt Leipzig; Baumpflanzungen - Stadt Leipzig
- Erhalt und Förderung des Stadtwaldes: Ziel der Waldbewirtschaftung im Leipziger Stadtwald ist der Erhalt und die Entwicklung artenreicher und langlebiger Waldgesellschaften, die unter den Bedingungen des Klimawandels als stabile Ökosysteme ihre vielfältigen Leistungen und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz erbringen. Medieninformation: Neue Stieleichen für das Leipziger Rosental - Stadt Leipzig
- Auenentwicklung mit Wiedervernässungsmaßnahmen im Auwald und Gewässerrenaturierungen: Medieninformation: Auenentwicklung: Zschampert fließt bald wieder in seinem natürlichen Gewässerbett - Stadt Leipzig, Medieninformation: Auwaldvernässung: Wassermenge im Burgauenbach wird deutlich erhöht - Stadt Leipzig
- Förderung wassersensibler Stadtentwicklung
- Ausbau von Fassadenbegrünung und Unterstützung des Projektes „Kletterfix“ Medieninformation: Fassadengrün trägt zur Artenvielfalt und besserem Stadtklima bei - Stadt Leipzig
- Mit der Fachförderrichtlinie grün-blaue Infrastruktur werden bürgerschaftliche Initiativen zur Erhaltung und Entwicklung grün-blauer Infrastrukturen aktiv unterstützt. https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/parks-waelder-und-friedhoefe/fachfoerderrichtlinie-gruen-blaue-infrastruktur/
- Mit dem Förderprogramm „Naturbasierte Lösungen zur Anpassung an den Klimawandel“ sollen Vorhaben finanziell unterstützt werden, die zur Klimaanpassung des urbanen Raumes beitragen. Es werden Maßnahmen zur Dach- und Fassadenbegrünung sowie die Entsiegelung mit zugehöriger ökologischer Aufwertung bezuschusst.https://www.leipzig.de/service-portal/foerdermittelfinder/detailansicht-foerdermittelfinder/projekt/gruendach-foerderrichtlinie
- Seit 2024 trägt die neue Begrünungssatzung der Stadt Leipzig zur Begrünung von Grundstücken und Gebäuden bei. Ein gesteigertes Grünvolumen wirkt sich unmittelbar auf die Wasserrückhaltung (vgl. Frage 5: Schwammstadt) und das Mikro- bzw. Stadtklima aus. https://static.leipzig.de/fileadmin/mediendatenbank/leipzig-de/Stadt/02.6_Dez6_Stadtentwicklung_Bau/63_Amt_fuer_Bauordnung_und_Denkmalpflege/Bilder_Begr%C3%BCnungssatzung/Flyer_Begruenungssatzung.pdf
- Welche Konsequenzen zieht die Stadt aus der Hitzewelle für die öffentliche Infrastruktur, wie den ÖPNV und die Wasserinfrastruktur?
Öffentlicher Personennahverkehr
- aufgetretene Schäden verdeutlichen die Herausforderungen, die sich aus dem Klimawandel und zunehmenden Extremwetterereignissen für die Verkehrsinfrastruktur ergeben
- die LVB überprüfen intensiv bisherige Standard-Gleisbauweisen und entwickeln ergänzend ein Konzept zum Umgang mit extremen Hitzeereignissen Ziel: Aufgabenerfüllung als Mobilitätsdienstleister langfristig abzusichern
- techn. Ursachen des Ereignisses werden gemeinsam mit externen Fachgutachtern und Partnern umfassend untersucht auf dieser Grundlage sollen geeignete Gegenmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden
- LVB tauschen sich dazu auch intensiv mit Nahverkehrsunternehmen anderer Städte aus
- Nutzung der Ergebnisse der Leipziger Stadtklimaanalyse des AfU für die klimaresiliente Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur (die Veröffentlichung der Aktualisierung der Stadtklimaanalyse ist für das 1. Quartal 2027 geplant)
Wasserversorgung
- aufgetretene Lastspitzen verdeutlichen Bedeutung der im Wasserkonzept vorgesehenen Maßnahmen zur weiteren Erhöhung der Versorgungssicherheit bestehende Versorgungsstrukturen werden in Ausnahmesituationen erheblich beansprucht
- weiterer Ausbau von Redundanzen leistet einen wichtigen Beitrag die bereits hohe Versorgungssicherheit auch unter außergewöhnlichen Rahmenbedingungen langfristig abzusichern
- Notwendigkeit, die vorhandenen Redundanzen auszubauen und die Versorgungssysteme weiter zu stärken insb. durch den Bau des Westringschlusses, den Neubau der Aufbereitungsanlage Naunhof als Ersatz für die bestehenden Werke sowie durch die Umsetzung anderer Großmaßnahmen
- konsequente Umsetzung der im Wasserkonzept vorgesehenen Maßnahmen bleibt von zentraler Bedeutung, um die Trinkwasserversorgung langfristig sicher und resilient aufzustellen
- Prognosen zum Einfluss der Klimaveränderungen auf die Leipziger Wasserversorgung wurden erarbeitet (Klimafolgenabschätzungen) deren Ergebnisse fließen in die weitere Entwicklung und Stärkung des Versorgungssystems ein
Fließgewässer
- Aufgrund der anhaltenden Niedrigwasserführung der Pleiße (Gewässer I. Ordnung in Zuständigkeit der Landestalsperrenverwaltung) und Unterschreitung des für den Betrieb der Schleuse Connewitz (wassertouristische Anlage in Zuständigkeit der Stadt Leipzig) definierten Mindestabflusses von 1,7 m³ am Pegel Böhlen, wurde die Schleuse Connewitz bereits am 22.06.2026 vorübergehend außer Betrieb genommen. Die Entwicklung der Pegelstände der Pleiße wird kontinuierlich überwacht und die Situation in Bezug die Betriebnahme der Schleuse Connewitz regelmäßig geprüft.
- Aktuelle Informationen zum Niedrigwasser - Wasser - sachsen.de
- Für welche konkreten Maßnahmen wurden bzw. werden die Mittel des mit Haushaltsbeschluss VIII-HP-10223 bereitgestellten ‚Budgets für Maßnahmen zur Klimawandelanpassung‘ für Maßnahmen mit einem deutlichen Effekt für den Hitzeschutz und mit konkretem Bezug zu Maßnahmen des Hitzeaktionsplanes eingesetzt? – weitere Teilfragen folgen unten
- Beschlussvorlage VIII-DS-01506 ‚Finanzierung von Maßnahmen zur Klimaanpassung 2026 - Konkretisierung des Budgets für Maßnahmen zur Klimaanpassung (VIII-HP-10223)‘ befindet sich derzeit im Mitzeichnungsverfahren
- in 2025: Beschaffung von 4 stationären Trinkbrunnen (Errichtung in 2026 geplant) + 2 mobilen Trinkbrunnen (Einsatz aktuell in mobiler Trinkbrunnentour) Mittelverausgabung: ~ 61.000 €
- in 2026: Teilfreigabe für 1,7 Mio. €
- 15 konkrete Maßnahmen der Beschlussvorlage VIII-DS-01506 haben einen Bezug zu Hitzeschutz und/oder zum Hitzeaktionsplan (siehe folgende Tab.)
- weitere 7 Maßnahmen in Vorlage enthalten adressieren v. a. Stadtklima, Begrünung, Niederschlagsmanagement, Bewässerung von Stadtgrün
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Maßnahmentitel |
Federführung |
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Beschattungsmaßnahmen in Grünau-Nord, Grünau-West und Grünau-Ost |
AWS |
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Ausweitung des Trinkbrunnenangebotes im öffentlichen Raum |
AfU |
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Bauliche Leistungen für die Installation von Trinkbrunnen an Schulen |
AfSchule |
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Digitaler Präventionsworkshop und KlimaGesundheits-Päckchen für 46 Kindertageseinrichtungen |
AfJF |
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Errichtung von Sonnensegeln an 31 Schulen |
AfSchule |
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Sonnenschutzfolie an Schulen anbringen |
AfSchule |
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Grünes Klassenzimmer mit berankter Pergola als Sonnenschutz (Franz-Mehring-Schule) |
AfSchule |
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Begrünung Fassade & Errichtung Sonnenmarkise Hort/Gruppenräume (Schule Gießerstraße) |
AfSchule |
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Außenwasserhahn zur Bewirtschaftung Schulgarten + Abkühlung Kinder auf Schulhof (85. Schule) |
AfSchule |
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Installation Außenwasserhahn mit Matschstrecke (74. Schule) |
AfSchule |
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Begrünte Pergola als Sonnenschutzeinrichtung auf Freifläche der Gemeinschaftsunterkunft Torgauer Straße 292 |
SozA |
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Begrünte Pergola als Sonnenschutzeinrichtung sowie Pflanzung von mehreren Bäumen auf der Freifläche der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete Braunstraße 28 |
SozA |
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Begrünte Pergola als Sonnenschutzeinrichtung auf der Freifläche der geplanten Obdachlosenunterkunft Kurt-Schumacher-Straße 41 |
SozA |
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Sommerlicher Wärmeschutz am Kinderspielplatz der Gemeinschaftsunterkunft Arno-Nitzsche-Straße- 37 |
SozA |
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Ausgabe von 300 Sommerpaketen für Obdachlose zum Hitzeschutz |
SozA |
Welche Fördermittel von EU, Bund und Land wurden beantragt, bewilligt oder abgerufen und welche weiteren Anträge sind geplant?
Eine abschließende Auflistung aller Fördermittel kann nicht vorgelegt werden. Folgende Punkte zeigen daher einen Ausschnitt aus den genutzten oder in Frage kommenden Fördermitteln
EU- Förderung:
- beantragte Förderungen zu Themen Klimaschutz & Kommunikation & Bürgerbeteiligung, Best Practice Austausch, Nachhaltige Stadtentwicklung, Wärmeplanung:
- HEART - Healthy Environments and Resilient Towns
- eingereicht, FF: Ref. Wissenspolitik
- URBACT - Human Power Hub 2026-2028
- in Umsetzung, FF: AWS/RIZ
- SUN4Ukraine
- eingereicht, FF: RDS & RNK
- EnAct4CleanCities - Pilot Call - EU Mission 2030
- in Umsetzung, FF: RDS
- MonuPED (EU Programm DUT- Driving Urban Transition)
- in Umsetzung, FF: RDS
- SPARCS (https://sparcs-leipzig.info/)
- FF: RDS
Bundesebene:
- Erstellung kommunales Klimaanpassungsprogramm DAS-Förderrichtlinie
- in Umsetzung, FF: AfU/ASG
- Naturschutzgroßprojekt „Leipziger Auwald – Fluss-, Auen- und Stadtlandschaft zusammendenken“ Förderrichtlinie "chance.natur" (Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz)
- Teilprojekt/Sofortmaßnahme: Revitalisierung Burgauenbach - Anschluss nördliches Rinnensystem
- eingereicht, FF: ASG
- Modellprojekt Schreberstraße (Schwammstadt – Prüfung Einbringung von Schwammstadtkörpern und ortsnahe Versickerung sowie Verschattung und Begrünung des Straßenraums) Förderungen: Zukunft Stadtgrün & Lebendige Zentren
- bewilligt, FF: AWS, MTA
- Ausbau Lindenthaler Hauptstraße (Erich-Thiele-Straße – Gartenwinkel Bau von Schwammstadtelementen) Förderprogramm KfW Natürlicher Klimaschutz in Kommunen
- FF: MTA
- Beantragung ‚Startchancen-Programm‘ zu Investitionen in Infrastruktur und Ausstattung von Schulen (auch Maßnahmen, die Hitze- und Klimaanpassung ermöglichen) beabsichtigt.
- Beantragung ab 2027 vorgesehen
- 28 Schulstandorte mit einem Gesamtvolumen, bezogen auf den sommerlichen Wärmeschutz, von rund 3,5 Mio. €. Vorbehaltlich einer positiven Förderentscheidung ist eine bauliche Umsetzung ab dem Jahr 2028 vorgesehen.
- FF: AGM
Landesebene:
- Strukturfonds (ESF und EFRE) im Bereich Stadtentwicklung:
- 2 ESF-Fördergebiete (Grünau, Schönefeld/Mockau)
- Umfang 4,5 Mio €, Förderquote 85%
- 1 EFRE-Gebiet (Leipziger Osten inkl. Parkbogen)
- Umfang 14 Mio. €, Förderquote 70%
- FF: AWS
- 2 ESF-Fördergebiete (Grünau, Schönefeld/Mockau)
- Fördermittel des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr nach RL-KStB:
- Förderung kommunaler Baulastträger für Komplexmaßnahme z. B. BMH i-22 GSS Böhmestraße bis Chauseehaus (Baumpflanzungen)
- FF: MTA
- FRL Energie und Klima (EuK):
- Aktualisierung der Stadtklimaanalyse
- Umfang Gesamtprojekt 180.000 €, Förderquote: 80%
- in Umsetzung, FF: AfU
- naturbasierte Entwässerungslösung für die Carport-PV-Anlage auf dem P+R-Platz ‚Leipziger Messe‘ (VII-DS-10418-ÄA-01)
- Umfang 999.464,00 €, Förderquote: 80%
- in Umsetzung, FF: MTA
- Hitzeschutzmaßnahmen für Kitas und Schulen (Sonnensegel, Markisen, Sonnenschutzfolie)
- Umfang ca. 465.000 €, Förderquote: 80%
- beantragt, FF: AfSchule
- Aktualisierung der Stadtklimaanalyse
Welchen Einfluss hat die aktuelle Haushaltssperre auf die Hitzeschutzmaßnahmen und welche finanziellen Folgen kommen aufgrund der Verzögerungen oder der Nichtumsetzung der geplanten Maßnahmen auf die Stadt zu?
- Stelle Hitzeschutzmanagement konnte nicht eingerichtet werden, keine Anschlussförderung Klimaanpassungsmanager, Stellenstreichungen bei freiwilligen Aufgaben
- Komplexmaßnahmen im Straßenraum geplant, Umsetzung nur im reduzierten Umfang/ keine (Wegfall: Begrünungen, Straßenbaumpflanzungen, wassersensibler Umbau des Straßenraumes, ...) Ratsinformationssystem Stadt Leipzig - Vorlage
- Leitungsumverlegungen, die bei normalen Straßensanierungen für die Schaffung neuer Baumstandorte oft notwendig sind, können nicht vorgenommen werden
- Reduzierung des Budgets für Maßnahmen der Klimaanpassung von
- 1,0 Mio. € auf 300.000 € in 2025
- 3,0 Mio. € auf 1,7 Mio. € in 2026 (Vorlage zur Verausgabung im Mitzeichnungsverfahren)