Ehemalige Swiderski-Fabrik – Bündnisgrüne stärken Vorgehen der Stadt und Denkmalbehörde und warnen vor illegalem Abriss

Pressemitteilung vom 5. Februar 2026

Foto: Martin Jehnichen

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützt die Stadt Leipzig, Baubürgermeister Thomas Dienberg und die Denkmalschutzbehörde - die die ehemalige Maschinenfabrik Swiderski (Zschochersche Straße 78, Plagwitz) zu einem besonders schützenswerten Industrie‑Kulturerbe erklärt und deren Erhalt festgesetzt haben. Die Fraktion zeigt sich empört über jede Form von Erpressung durch den Eigentümer, die Firma Saller aus Weimar, und weist diese entschieden zurück.

Die historischen Hallen, deren Bau 1888 begann und die seit 1995 unter Denkmalschutz stehen, besitzen nicht nur hohe bauhistorische, sondern auch städtebauliche Bedeutung.

Kristina Weyh, Fraktionsvorsitzende, Stadträtin für Leipzig-Südwest, und Mitglied im Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau: „Trotz mehrfacher Brandereignisse in den letzten Jahren hat der Eigentümer augenscheinlich weder wirksame Brandschutzmaßnahmen ergriffen noch die zur Ursachenaufklärung beigetragen, sodass der Eindruck entsteht, die Brände könnten bewusst toleriert werden, um den Abriss zu beschleunigen. Die Stadtverwaltung und die Denkmalbehörde haben bereits ein umfassendes Sicherungskonzept erstellt und mehrere Nutzungsvorschläge erarbeitet, die den Erhalt der Bausubstanz mit einer nachhaltigen Nutzung (Kultur, Handwerk, kleine Einzelhandelsflächen) verbinden. Sämtliche Vorschläge wurden vom Eigentümer abgelehnt.“

Stattdessen teilt die Firma Saller mit Schreiben vom 15. Januar an alle Stadtratsfraktionen mit, „dass das Projekt zur Rettung der desolaten Bausubstanz gescheitert [sei] und man sich „schweren Herzens gezwungen [sähe], den Rückbau der bestehenden Bausubstanz einzuleiten, um anschließend ggf. neue Perspektiven für das Areal entwickeln zu können.“

Sollte die Firma Saller den angedrohten Abriss trotz des bestehenden Denkmalschutzes vollziehen, fordert die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Stadt Leipzig auf, unverzüglich alle verfügbaren juristischen Mittel – von einstweiligen Verfügungen bis hin zu einstweiligen Verboten und Schadensersatzklagen – einzusetzen, um den Abriss zu verhindern und den Täter zur Verantwortung zu ziehen.

Foto: Martin Jehnichen

Dr. Tobias Peter, Fraktionsvorsitzender uns stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Fraktion: „Wir dürfen das kulturelle Erbe nicht für kurzfristige Profite opfern. Die Stadt muss alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um einen unrechtmäßigen Abriss zu verhindern. Ob mit oder ohne die denkmalgeschützte Fabrik – der Investor wird die von ihm favorisierte Planlösung nicht bekommen, weil es neben dem städtebaulichen Aspekt gegen alle anerkannten Rahmenplanungen (z.B. STEP Zentren) spricht, wenn dort der nächste große Lebensmitteleinzelhandel entsteht.“

Im Rahmen einer Anfrage der Fraktion im Stadtrat wurde bereits 2025 die besondere Bedeutung des Areals dokumentiert. Der Bebauungsplan von 2019 schränkt großflächige Handelsnutzungen ein und bestätigte die Notwendigkeit des Denkmalschutzes. Rechtsstreitigkeiten gegen den Bebauungsplan wurden von der Firma Saller verloren.

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