Eine alarmierende Entwicklung

Foto: Martin Jehnichen

Amtsblattbeitrag vom 25. Oktober 2025

von Marsha Richarz

Ein Femizid am 18. August erschütterte Leipzig. Eine Frau wurde von ihrem Ex-Partner getötet, ihr gemeinsamer Sohn schwer verletzt. Das ist kein Einzelfall, sondern die Spitze eines Eisbergs, der in der aktuellen Halbjahresstatistik 2025 zum Gewaltschutz sichtbar wird. Die Zahlen sind erschreckend: 792 polizeiliche Mitteilungen an die Koordinierungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (KIS). 122 mehr als im Vorjahreszeitraum trotz Einrichtung einer zweiten Interventionsstelle. 357 Gewaltbetroffenen konnte kein Beratungsangebot gemacht werden. Das heißt: Jeden Tag werden zwei Hilfesuchende in Leipzig abgewiesen.

Besonders alarmierend: 123 Hochrisikofälle wurden betreut, erstmals auch Kinder. Insgesamt waren laut Halbjahresstatistik 678 Kinder von häuslicher Gewalt mitbetroffen. Der jüngste Femizid zeigt eindringlich: Viele Fälle sind vorher nicht polizeibekannt. Niedrigschwellige Beratungsangebote sind daher lebensrettend! Die Frauenhäuser in Leipzig sind mit 97% Auslastung am Limit, während die Aufenthaltsdauer der Bewohnenden steigt, auch wegen fehlendem bezahlbaren Wohnraum. Wir fordern: Mehr Unterstützung für die Leipziger Interventionsstellen! Jede Kürzung gefährdet Menschenleben. Wir müssen dafür sorgen, dass Schutzsuchende in Leipzig nicht länger abgewiesen werden müssen!

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