Einführung einer klimasensiblen Gesundheitsberatung in Leipzig nach bayerischem Vorbild

Antrag vom 20. November 2025

Link zum Antrag im Ratsinformationssystem

Beschlussvorschlag

Der Stadtrat möge beschließen, dass die Verwaltung in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, der Sächsischen Landesärztekammer und den Krankenkassen die Machbarkeit eines Pilotprojekts zur klimasensiblen Gesundheitsberatung prüft. Ärzt*innen in Leipzig sollen, analog zum bayerischen Modell, Fortbildungen erhalten und Beratungsleistungen zu klimabedingten Gesundheitsrisiken (z. B. Hitzestress, Allergien, psychische Belastungen) durchführen und abrechnen können. Dafür sollen auch lokale Akteur*innen mit einbezogen werden. Eine Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Leipzig, der Universitätsmedizin Leipzig und Klimaschutzinitiativen zur Entwicklung Leipzig-spezifischer Schulungsinhalte (z. B. Hitzeaktionspläne, Luftqualität) wäre zu prüfen.  

Die Verwaltung legt dem Stadtrat bis Juli 2026 ein entsprechendes Konzept vor.

Begründung

Gesundheitsfolgen der Klimakrise sind jetzt spürbar, Leipzig verzeichnet zunehmend hitzebedingte Erkrankungen, Allergien durch verlängerte Pollensaisons und psychische Belastungen. Eine präventive Beratung in Arztpraxen kann Risikogruppen (Senior*innen, Schwangere, Kinder, Vorerkrankte) gezielt schützen, doch fehlt es an strukturierten Angeboten. Bayern zeigt, dass es auch anders geht.  Das bayerische Pilotprojekt beweist, dass klimasensible Beratung praktikabel und finanzierbar ist. Leipzig könnte damit gezielt eine Vorreiterrolle in Sachsen einnehmen. Als wachsende Stadt mit hoher Hitzebelastung und starker Gesundheitsbranche hat Leipzig ideale Voraussetzungen, das Projekt sachsenweit voranzutreiben. Es wäre ein Win-Win für Gesundheit und Klimaschutz. Die Beratung sensibilisiert Patient*innen für klimafreundliches Verhalten (z. B. Ernährung, Mobilität) und entlastet gleichzeitig das Gesundheitssystem durch Prävention. Langfristig kann das Projekt in die Regelversorgung überführt werden, es wäre ein Leuchtturmprojekt für Leipzigs Gesundheits- und Klimapolitik.

Verwaltungsstandpunkt vom 20. Januar 2026

Alternativvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, sich gegenüber den zuständigen Akteuren der ärztlichen Selbstverwaltung (Kassenärztliche Vereinigung Sachsen, Sächsische Landesärztekammer sowie Krankenkassen) dafür einzusetzen, ein Angebot zur klimasensiblen Gesundheitsberatung in Leipzig bzw. in Sachsen einzuführen, das sich an den positiven Evaluationsergebnissen des bayerischen Pilotprojektes orientiert.

Sachverhalt:

1. Begründung des Vorschlags

Das Gesundheitsamt ist kommunale Behörde des Öffentlichen Gesundheitsdienstes – eine der drei Säulen des deutschen Gesundheitssystems. Zu den Hauptaufgaben des Gesundheitsamtes zählen unter anderem:

  • Infektionsschutz und Hygiene,
  • Gesundheitsförderung/-prävention,
  • Erstellung amtsärztlicher Gutachten,
  • Kinder- und Jugendgesundheit.

Dazu kommen zahlreiche weitere Aufgaben aus dem Bereich der Bevölkerungsmedizin.

Die im Antrag Nr. VIII-A-02058 vorgeschlagene Einführung eines Pilotprojektes zur klimasensiblen Gesundheitsberatung bzw. die Prüfung deren Machbarkeit fällt in den Bereich der ambulanten ärztlichen Versorgung und Abrechnung. Die Zuständigkeit dafür liegt ausschließlich bei den Akteuren der ärztlichen Selbstverwaltung. Dabei handelt es sich um die KV Sachsen, die SLÄK sowie die Krankenkassen. Insbesondere vor diesem Hintergrund kann die Stadtverwaltung keinen unmittelbaren Einfluss nehmen und den Antrag nicht ohne Weiteres umsetzen.

Zum Themenkomplex Klimawandel und Gesundheit existieren bereits Curricula der Bundesärztekammer und verschiedener Landesärztekammern. Nach Auffassung der Stadtverwaltung wäre hauptsächlich die Frage zu klären, wie Ärztinnen und Ärzte vergütet werden, die klimasensible Gesundheitsberatungen durchführen. Auch diese Frage kann nur durch die Akteure der ärztlichen Selbstverwaltung selbst geklärt werden.

Dennoch soll der Antrag zum Anlass genommen werden, KV Sachsen, SLÄK und Krankenkassen auf die Notwendigkeit eines solchen Angebotes hinzuweisen. Vorausgesetzt, dass das bayerische Pilotprojekt und die anschließende Evaluation positive Ergebnisse erzielen, wird sich die Stadtverwaltung für eine Einführung in Leipzig bzw. Sachsen einsetzen. Das bayerische Pilotprojekt und dessen Evaluationsergebnisse wären geeignet, Schlussfolgerungen für Leipzig bzw. Sachsen zu ermöglichen.

In der Vergangenheit gehörte es bereits zum laufenden Verwaltungshandeln, dass städtische Akteure – etwa vom Gesundheitsamt oder dem Amt für Umweltschutz – im Rahmen der Fortbildungen als Referentinnen und Referenten fungierten. Eine solche Unterstützungsarbeit würde auch in Zukunft geleistet werden.

2. Zeitplan:

Sobald das bayerische Pilotprojekt abgeschlossen ist und die Evaluationsergebnisse vorliegen, ist der Beschlussvorschlag umzusetzen.

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