Gleisdreieck entwickeln – ein neuer Ort für Musik und Kreativität im Leipziger Süden

Foto: Martin Jehnichen

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Leipziger Stadtrat hat den Antrag gestellt, das Projekt Gleisdreieck im Leipziger Süden von Seiten der Stadt mit zu begleiten und zu unterstützen. Dazu beantragt die Fraktion die Einrichtung einer dezernats- und ämterübergreifenden Arbeitsgruppe, die das Projekt vorantreibt. Weiterhin soll die Stadt prüfen, ob sie der neu entstandenen Clubstiftung beitritt und Fördermittel für das Projekt akquiriert.

Stadtrat Jürgen Kasek, Sprecher der Fraktion für Livemusikspielstätten und Clubkultur, erklärt:

„Vor dem Hintergrund des Braunkohleausstiegs und des damit einhergehenden Strukturwandels werden mit der Umsetzung dieser Projektidee neue und innovative Arbeitsplätze in Leipzig und für die Region entstehen. Das Projekt ist damit Unterstützer der Energiewende. Die Vorhabenträgerin rechnet mittel- bis langfristig mit bis zu 400 neu entstehenden Arbeitsplätzen. Auch im Tourismusbereich kann das Projekt eine neue Leuchtturm-Funktion für die Stadt Leipzig übernehmen.

Das angeschobene Projekt wäre damit in Größe und Zielstellung auch deutschlandweit einmalig. Die zügige Entwicklung um damit Arbeitsplätze zu schaffen, Kultur zu stärken und Stadtentwicklung voranzutreiben sollte daher prioritär bearbeitet werden.“

Fotos: Martin Jehnichen

Stadtrat Tim Elschner, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Fraktion, ergänzt:

„Unsere Fraktion hält es für richtig und wichtig, dass zur Umsetzung, Unterstützung, Weiterentwicklung und Stärkung der Projektidee – ähnlich wie bei der Entwicklung des Matthäikirchhofes - zügig eine dezernats- und ämterübergreifende Arbeitsgruppe durch den Oberbürgermeister eingesetzt wird, die die wesentlichen Rahmenbedingungen schafft. Ziel eines Bebaungsplanes für das Plangebiet – auf dem sich neben dem Eisenbahn-Umspannwerk, Wohnen sowie Kleingärten befinden - soll dabei sein, sogenannte „städtebauliche Spannungen“ zu vermeiden und die eingeleitete Entwicklung zielführend und umsetzbar sicherzustellen.“

Mit dem Projekt wird auch die bessere ÖPNV- und Fahrradwegsituation angeschoben. Der Umzug der Firmenzentrale der Leipziger Stadtwerke auf den Standort Arno-Nitzsche-Straße wie auch die geplante Errichtung einer Ballsporthalle an der Richard-Lehmann-Straße macht die Einrichtung eines S-Bahn Haltepunktes zwischen Arno-Nitzsche und Richard-Lehmann-Straße ebenso erforderlich, wie die Aktivachse Süd für den Radverkehr sowie die entsprechenden Wegebeziehungen für Fußgänger*innen.

Hintergrund:

Aufgrund der Entwicklung der innerstädtischen Potentialgebiete „Stadtraum Bayerischer Bahnhof“ und „Eutritzscher Freiladebahnhof“ werden die Clubs „Distillery“ und „TV-Club“ ihre jetzigen Standorte aufgeben müssen. Gemeinsam mit den (ehemaligen) Projektentwicklern der Flächen „Stadtbau AG“ und „CG Gruppe“ haben beide Clubs 2019 auf Anregung die gemeinnützige „Leipziger Club- und Kulturstiftung“ gegründet.

Die „Leipziger Club- und Kulturstiftung“ hat noch im gleichen Jahr das denkmalgeschützte ehemalige Eisenbahnkraftwerk Leipzig-Connewitz (auch bekannt als „Black Triangle“) erworben. Sie plant unter dem Namen „Gleisdreieck“ ein Musik- und Kunstzentrum zu errichten.

Das „Gleisdreieck“ soll nicht nur neue Heimat für die beiden Clubs „Distillery“ und „TV-Club“ werden. Auch dringend benötigte Probebühnen, Ateliers, Proberäume sowie Stu-dios und Büros für kunst- und musikaffine Start-Ups sollen entstehen.

 

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