Grüne erreichen Aufschub für Punkwerkskammer – Stadt ist gefordert, mit dem Verein eine Lösung zu erreichen!

Foto: Martin Jehnichen

Pressemitteilung vom 1. Dezember 2020

Ein selbstorganisiertes Projekt von Wohnungslosen in einer privaten Liegenschaft im Umfeld des Hauptbahnhofes drohte in diesem Winter mitten in der aktuellen Pandemie geräumt zu werden. Mit einem Anruf hat unsere Fraktion die Situation vorerst klären und beim Eigentümer eine letztmalige Verschiebung der Räumung um drei Monate erwirken können.

Katharina Krefft, Fraktionsvorsitzende und sozialpolitischer Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erklärt:

„Sozialbürgermeister Herr Prof. Fabian wusste seit Sommer um die Situation der befristeten Nutzung. Er hat jedoch nichts unternommen, um das Projekt auf feste Füße zu stellen. Er hat sich weder sachkundig gemacht noch den Eigentümer kontaktiert oder gar eine andere Liegenschaft für den Verein gefunden. Wir sind dem Eigentümer sehr verbunden, dass er dem Projekt seit zwei Jahren eine Heimat bietet. Aber die Zeit ist nun rum, und die Stadt hat sie nicht genutzt.“

Bei der Strategiekonferenz Wohnungslose letzte Woche wurde der humanistische Anspruch, jedem Wohnungslosen eine Wohnung zu geben, vier Stunden lang aufwendig und breit mit der Akteursszene erörtert. Dabei lobte sich die Stadt ausdrücklich für ihre Erfolge bei der Wohnraumsicherung.

Hier verlieren acht bis zwölf Bewohner*innen ihr Zuhause, ein Verein und das Unterstützernetz verlieren ihren Wirkungsort. Vor allem aber verlieren Wohnungslose einen Anlaufpunkt.

„Ich bin maßlos enttäuscht von der Tatenlosigkeit des Bürgermeisters. Er hat wertvolle Zeit verstreichen lassen. Jetzt ist es höchste Eisenbahn, für das Projekt eine neue Liegenschaft zu finden“, fasst Katharina Krefft zusammen. „Wir haben dem Oberbürgermeister konkrete Vorschläge unterbreitet.“

Bereits 2018 beantragte unsere Fraktion die dauerhafte Sicherung des Projektes in der Innenstadt. Wir begleiteten die Entwicklung durch Nachfragen im zuständigen Fachausschuss. Im Herbst vergangenen Jahres stand schon einmal das Ende des Projektes an, die Nutzer*innen erreichten eine Verlängerung bis Mai 2020. Das Schreiben zur Räumung kommt dementsprechend nicht überraschend.

„Wir anerkennen ausdrücklich, dass der Eigentümer die Liegenschaft angeboten und über den Zeitraum symbolisch vermietet hat. Damit konnte gezeigt werden, dass dieses Projekt funktioniert. Umso wichtiger wäre ein Engagement der Stadt Leipzig gewesen. Sie muss jetzt endlich eine Lösung finden für die jungen Menschen, für Paare zum Beispiel gibt es aktuell in der Wohnungslosenversorgung keine Alternative“, so Katharina Krefft abschließend.

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