Grüne setzen sich für Erhalt des Fuxbau-Bauspielplatzes ein – Kinder- und Jugendarbeit vor Parkplätzen
Foto: Martin JehnichenPressemitteilung vom 24. September 2025
Die Stadtratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leipzig hat einen Antrag in den Stadtrat eingebracht, um den Bauspielplatz "Fuxbau" in Mockau zu erhalten. Das Projekt des KiWest e.V. auf dem Flurstück 1407 soll durch die Umnutzung als Parkplatz weichen, wie eine Anfrage der Fraktion nun zu Tage brachte – ein Vorhaben, dem die bündnisgrüne Fraktion entschieden entgegentritt.
Die Stadtverwaltung plant, auf der Fläche des beliebten Kinder- und Jugendtreffs 100 Pkw-Stellplätze zu errichten. Diese sollen als Ersatz für einen Garagenhof dienen, der für einen dringend benötigten Schulstandort in der Katzmannstraße weichen muss. Der aktuelle Ratsbeschluss VIII-DS-00336 sieht vor, dass die Parkplätze vor dem Schulbau realisiert werden müssen – eine aus Sicht der Grünen fatale Prioritätensetzung.
Marsha Richarz, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion, kritisiert die Pläne scharf: "Es ist absurd, dass in Leipzig offenbar das Abstellen von Autos wichtiger ist als ein wertvolles Angebot für Kinder und Jugendliche. Der Fuxbau musste erst vor kurzem seinen alten Standort verlassen und hat zum Glück und durch Unterstützung unseres damaligen Antrages in Mockau endlich eine neue Heimat gefunden. Die Fläche ist mittlerweile weithin entwickelt und bietet Kindern und Familien einen vielfältigen Ort zum Bauen, entdecken, experimentieren und das Ganze in Anbindung an eine sozialpädagogische Begleitung, die nicht nur für die umliegende Großwohnsiedlung von enormer Bedeutung ist, sondern für den gesamten Stadtteil und darüber hinaus. Eine erneute Vertreibung – dann vermutlich wie bereits beim Offenen Freizeittreff mangels geeigneter Flächen nach Thekla - wäre unverantwortlich und widerspricht allen jugendhilfeplanerischen Zielen für den Stadtteil und zugleich Schwerpunktraum der Kinder- und Jugendhilfe."
Foto: Martin JehnichenBesonders kritisch sieht die Fraktion die zeitliche Dimension: "Die Errichtung eines befestigten Parkplatzes mit Beleuchtung würde mindestens 19 Monate in Anspruch nehmen, eher sogar 25-31 Monate. Damit nimmt man eine erhebliche Verzögerung des dringend benötigten Schulbaus billigend in Kauf", erläutert Sylvia Herbst-Weckel, finanzpolitische Sprecherin der Fraktion.
Die von der Stadtverwaltung durchgeführte Analyse der Bedarfslage zeigt zudem, dass von 199 betroffenen Garagenbesitzern nur 101 überhaupt auf die Interessenabfrage reagierten, wobei sich ein tatsächlicher Bedarf von maximal 73 Stellplätzen ergab, von denen allerdings auch nur 55 im Umkreis von 2km wohnen. "Es ist äußerst fraglich, ob sich letztlich dann tatsächlich genügend Mieter für teure Stellplätze finden würden, die erst in anderthalb Jahren zur Verfügung stehen. Die Stadt würde erhebliche finanzielle Risiken eingehen, die erst Recht in Zeiten einer Haushaltssperre und absoluten Priorisierung sämtlicher Investitionen völlig realitätsfern und verantwortungslos wäre", so Sylvia Herbst-Weckel weiter.
Als Alternative schlagen die Bündnisgrünen vor, die Möglichkeit einer kostenneutralen Zwischennutzung des Flurstücks 339/28 in Eutritzsch zu prüfen, wo angeblich bis zu 72 Stellplätze realisiert werden könnten. Bedingung für die Fraktion wäre allerdings, dass dies ohne Eingriffe in den vorhandenen Baum- und Grünbestand erfolgt. Diese Fläche liegt nur etwa einen Kilometer vom ursprünglichen Standort entfernt.
"Wir halten es für absolut unverantwortlich, einen funktionierenden Bauspielplatz zu zerstören, um dort mit hohem finanziellen Aufwand und Risiko Parkplätze zu schaffen, die möglicherweise gar nicht in vollem Umfang benötigt werden", resümiert Marsha Richarz. "Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder und Jugendliche in Leipzig Vorrang vor Autos haben – der Fuxbau muss bleiben!"