In Provenienzforschung nicht nachlassen

Änderungsantrag zum Entwurf des Doppelhaushaltes 2021/22

Im Museum der Bildenden Künste (MdbK) wird die Provenienzforschung ab 2022 durch eine zusätzliche VZÄ gestärkt.

Begründung:
Im Museum der bildenden Künste (MdbK) wird die Besetzung der im Museumskonzept der Stadt Leipzig ausdrücklich befürworteten Stelle für Provenienzforschung (VZÄ) aufgrund des pandemiebedingten Haushaltsansatzes nur bis 2022 aufgeschoben.
Provenienzforschung ist nicht nebenbei (etwa auf Basis von befristeten Projektverträgen) zu betreiben. Provenienzforschung muss systematisch, kontinuierlich bzw. nachhaltig erfolgen, auch deswegen, weil sie nicht nur Fragen bezüglich Herkunft versucht zu beantworten, sondern darüber hinaus auch Zusammenhänge in der Stadt- und Zeitgeschichte aufdeckt. Provenienzforschung ist unverzichtbar in Hinblick auf einen verantwortlichen Umgang mit Sammlungsbeständen, sie beeinflusst Ausstellungsaktivitäten insgesamt und auch die Museumsdidaktik.
„Im 20. Jahrhundert waren SGM, NKM, GRASSI MAK und MdbK mehr oder weniger stark von politischen Ereignissen betroffen, die in den Sammlungen teilweise gravierende Umwälzungen ausgelöst und unklare Provenienzen hinterlassen haben. Daraus resultieren auch ungeklärte Eigentumsfragen. Für die Häuser ergibt sich somit die Notwendigkeit zur Provenienzrecherche.“
Leipzig selbst unterstreicht die Bedeutung der Provenienzforschung, und zwar mit allen damit verbundenen Konsequenzen, wenn sie im Museumskonzept formuliert: „Generell ist die Herkunftsforschung keine temporäre Maßnahme, sondern mittlerweile auch eine Kernaufgabe von Museen. Die Einrichtung einer solchen Stelle ist in einem Museum wie dem MdbK geradezu zu einer Notwendigkeit geworden.“
Trotz der schwierigen finanziellen Situation, in der sich die Stadt der aktuellen Corona-Pandemie wegen befindet, sollte die Besetzung einer Stelle für Provenienzforschung spätestens ab 2022 erfolgen.

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