Internationale Jugendarbeit personell stärken

Änderungsantrag zum Entwurf des Doppelhaushaltes 2021/22

Beschlussvorschlag:

Der Stadtrat spricht sich für eine kommunale Anschlussfinanzierung der über den Innovationsfonds im Kinder- und Jugendplan des Bundes bzw. die Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz zur Förderung der Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe im Freistaat Sachsen bis 2019/20 geleisteten Anschubfinanzierung der Projekte „wir weit weg“ des Trägers Kindervereinigung Leipzig. e. V. sowie der Fachstelle Europäische Jugendarbeit (ehemals Projekt „Europa Lokal“) der Villa gGmbH aus.
Zu diesem Zweck werden dem Budget der Kinder- und Jugendhilfe – unter der Entscheidungshoheit des Jugendhilfeausschusses - über die seitens der Verwaltung im Verwaltungsvorschlag formulierten zusätzlichen Mittel in Höhe von 750.000 € in 2021 und 1,25 Mio € in 2022 weitere 120.000 € p.a. zur Verfügung gestellt.

Begründung:

Mit dem Ursprungsantrag sollte eine Stärkung der Internationalen Jugendarbeit und kontinuierliche Arbeit in Leipzig erreicht werden. Dabei geht es nicht um die Eröffnung von Parallelstrukturen. Bislang wird die Projektarbeit im Wesentlichen von Freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe erbracht. So konzentriert sich die Kindervereinigung e.V. vornehmlich auf eine Kooperation mit Schulen, während die Villa gGmbH vornehmlich mit Offenen Jugendtreffs zusammenarbeitet und zudem die Europäischen Freiwilligendienste koordiniert.

Die Arbeit der beiden Träger Villa gGmbH und die Kindervereinigung Leipzig wurde bislang durch eine Anschubfinanzierung des Bundesministeriums für Familie Frauen Senioren und Jugend (Innovationsfonds im Kinder- und Jugendplan des Bundes) bzw. des Landes Sachsen (Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz zur Förderung der Weiterentwick-lung der Kinder- und Jugendhilfe im Freistaat Sachsen) ermöglicht. Die Projektphase endete mit Ablauf des Jahres 2019 bzw. 2020. (siehe Kinder- und Jugendreport 2019, S. 29/30)

Hier braucht es unbedingt eine kommunale Anschlussfinanzierung, um diesen wichtigen Bereich der Kinder- und Jugendarbeit und die gewachsenen Strukturen nicht austrocknen zu lassen. Die vorgeschlagenen 120.000 € entsprechen in etwa dem Mehrbedarf an insgesamt 1,5 VZÄ und einem Sachkostenbudget, verteilt auf beide Träger.

Gerade nach Corona wird es darauf ankommen, den Kindern und Jugendlichen neue Perspektiven zu bieten, mit anderen Menschen und Kulturen in Kontakt zu treten. Die internationale Jugendarbeit wird hier einen wichtigen Pfeiler bieten, den man nicht gefährden darf.

Der Kinder- und Jugendreport 2019 fasste dies bereits vor Corona gut zusammen:

„Bisher ist die Umsetzung internationaler Maßnahmen durch hohes ehrenamtliches Engagement und wenig Hauptamt gekennzeichnet. Eine stabile und verlässliche Infrastruktur und langfristige Partnerorganisationen tragen wesentlich zum Gelingen der Maßnahmen bei. Maßnahmen der Internationalen Jugendarbeit wirken nicht nur positiv auf die Entwicklung der teilnehmenden jungen Menschen, sondern auch auf die Trägerorganisationen und die Kommune. Bezugnehmend auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept „Leipzig 2030“ leistet die Internationale Jugendarbeit einen wesentlichen Beitrag zur Internationalisierung und Weltoffenheit der Stadt Leipzig….
…Dem zukünftig weiterhin steigenden Bedarf an Angeboten der Internationalen Jugendarbeit muss stärker Rechnung getragen werden. Dabei ist über die Projektarbeit und neue sowie differenzierte Angebote die Ermöglichung internationaler Erfahrungen entlang der Schule und der außerschulischen Jugendbildung auszubauen und das Feld der Internationalen Jugendarbeit als eigenständiger, spezialisierter Teil der Jugendarbeit zu entwickeln. Unabhängig von diesen spezialisierten Ange-boten stellt die Internationalisierung für alle Leistungsbereiche der gesamten kommunalen Kinder- und Jugendhilfe ein Querschnittsthema dar. Alle Begegnungsformate und Kooperationsprojekten zwischen Akteuren der Internationalen Jugendarbeit, der Kinder- und Jugendarbeit, Schule und beruflicher Bildung und anderen Bereichen der Jugendarbeit sollen unter Berücksichtigung von Diversität, Inklusion und Beteiligung ausgebaut werden und junge Menschen aus benachteiligenden Kontexten in besonderem Maße in ihre Angebote einbeziehen. Begleitend zu den Angeboten, die sich an junge Menschen richten, sollen die Fachkräfteaustausche und Fachkräftequalifizierungen weiter ausgebaut werden.“

 

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