Macht die Tore zum Matthäikirchhof auf!
Pressemitteilung vom 6. August 2026
Foto: Martin JehnichenDer Matthäikirchhof soll sich als „Ort der gelebten Demokratie“ entwickeln – mit dem zukünftigen Stasi-Unterlagen-Archiv Sachsen (Bundesarchiv) als zentralem Baustein. Um dieses Zentrum soll ein nutzungsgemischtes, urbanes Quartier entstehen, das öffentlich zugänglich ist und Räume für Wohnen, Bildung, Kultur und Teilhabe bietet.
„Die Offenheit des Ortes ist unerlässlich für eine Zwischennutzung!“, erklärt Stadträtin Katharina Krefft, die unsere Fraktion im Beteiligungsverfahren vertrat.
Aus dem breiten Beteiligungsprozess und mit Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für eine Zwischennutzung des Matthäikirchhofes wurde die Urbact local Gruppe gegründet, die die Konzepterarbeitung für eine Zwischennutzung drei Jahre lang begleitete. Im Ergebnis skizzierte die Gruppe ein Kultur- und Bildungszentrum (KuBZ). Mit dem KuBZ soll der Matthäikirchhof-Code geknackt werden – ein Möglichkeitsraum soll niedrigschwellig, kulturübergreifend und alltagsnah gesellschaftspolitische Themen wie Demokratie, Freiheit und Teilhabe sichtbar machen. Und so lautet auch der Beschluss des Stadtrates Konzeptverfahren (Verkauf) Solitärgrundstück Matthäikirchhof und „Entwicklungskonzept zur Umsetzung des städtebaulichen Wettbewerbs-ergebnisses“, wie er zum Jahreswechsel gefasst wurde.
„Entgegen der Empfehlung der Beteiligten wurde das Gebäude nach Auszug der Verwaltungseinheiten nicht unmittelbar in Nutzung gebracht“, erinnert Katharina Krefft an die vorausschauende Arbeit der Gruppe. Das leerstehende Gebäude erfuhr Vandalismus und wurde mehrfach in Brand gesetzt. Folglich wurde der Ort zum Schutz abgeriegelt: zusätzlich zur notwendigen Videobeobachtung wurde das Areal mit Bauzäunen umstellt und die Tore verschlossen.
Aus Anlass der Langen Tafel der Baukultur wurden am 19. Juni 2026 auf Einladung des Bunds Deutscher Architektinnen und Architekten Ideen entwickelt und Machbarkeiten diskutiert, die auf Öffnung, Möglichkeit und Ausprobieren setzen. In Leipzig gibt es von Wächterhäusern über Feinkost bis Tapetenwerk Vorbilder für die In-Nutzung und Bewahrung leerer Gebäude. „Wir fragen nun im Rat, was aus dieser mahnenden Initiative im Ergebnis erwachsen kann“, verweist Katharina Krefft auf die Anfrage nach der Sommerpause.