Mehrwegangebot ist Pflicht, am Hauptbahnhof nicht?
Pressemitteilung vom 18. September 2026
Foto: Martin JehnichenAngesichts der jüngsten Presseberichterstattung zu einem voll-automatisierten Restaurant und einem Roboter-Kaffeeautomaten am Leipziger Hauptbahnhof erinnert die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN an die Mehrwegangebotspflicht und die beginnende Mehrwegoffensive in Leipzig.
In dem neu eröffneten Restaurant kann man einem Roboter bei der Zubereitung frischer Speisen zuschauen, bestellt wird am Touch-Screen. So sehr das Konzept technisch fasziniert – die Essens- und Getränkeausgabe erfolgt ausschließlich in Einweggeschirr.
Nicole Schreyer-Krieg, Stadträtin und umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, erklärt dazu:
„Seit 2023 gilt in Deutschland die Mehrwegangebotspflicht. Ausschließlich in Einweg verkaufen geht eigentlich nicht mehr! Größere Unternehmen müssen den Kund*innen Mehrwegverpackungen anbieten. Kleinere Betriebe müssen zumindest mitgebrachte Gefäße der Kund*innen akzeptieren.“
Das Gesetz dient dazu, die öffentliche Müllflut durch immer mehr Einweg einzudämmen. Der Versuch, eine Verpackungssteuer als wirksames Instrument zur Müllvermeidung in Leipzig einzuführen, blieb zuletzt erfolglos. Derzeit arbeiten Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer und DEHOGA an einem eigenen Konzept zur Einweg-Müllvermeidung. Dass ein Handlungsbedarf da ist, ist auch dort angekommen.
Nicole Schreyer-Krieg ergänzt:
„Es ist erschreckend, dass anscheinend immer noch Betriebe neu eröffnen, die die geltenden Regeln nicht kennen. Wir wünschen uns mehr Sensibilisierung in der Gastronomie, was das Thema Einwegmüll angeht. Im Falle des Kaffee-Automaten und des automatischen Restaurants geben wir eine Anfrage an das Amt für Umweltschutz, das für die Einhaltung der Mehrwegangebotspflicht zuständig ist. Vielleicht kann der Roboter ja auch Geschirrspülen lernen!“