Räume statt Räumung
Foto: Martin JehnichenAmtsblattbeitrag vom 20. Dezember 2025
von Katharina Krefft
Die Räumung des „Zeltplatz Mitte“ muss aufrütteln. Leipzig hat ein gravierendes Problem mit Wohnungslosigkeit. In Parks, Innenstadt, auf Brachen sehen wir dauercampende Menschen, die Übernachtungshäuser sind übervoll und Tagestreffs an ihrer Grenze. Die AG Recht auf Wohnen hat die Probleme früh erkannt, als bündnisgrüne Fraktion haben wir das Thema in den Rat getragen. Im Stadtrat wurden die Hilfekonzepte zuletzt 2022 justiert, um die Probleme um Wohnungsverlust, Wohnraumversorgung und Unterkünfte zu bewältigen. Neue Übernachtungshäuser, Housing First, Jugendwohnen und diverse Angebote wie der Medibus sind eingerichtet – und es reicht nicht! Es mangelt an bezahlbarem Wohnraum, zeitnaher Hilfe und immer wieder an Geld. Die Notschlafstelle am Hauptbahnhof ist weiter nicht eröffnet, für Frauen sollen die Plätze seit Jahren verdoppelt werden. Mitarbeitende in den Einrichtungen berichten von Spannungen und Gewalt, Nachbarschaften protestieren. Es muss ein Ruck durch die Stadtspitze gehen: Wir brauchen einen temporären Schutzort wie den geöffneten Astoriatunnel, einen Duschcontainer, den Drogenkonsumraum und den Kinder- und jugendpsychiatrischen Dienst als vorsorgende Maßnahme! Sparen ist keine Antwort. Räumen ist keine Lösung. Die Winternothilfe muss aufgestockt werden!