Rede von Katharina Krefft am 17. Dezember 2025 zur Vorlage „Konzeptverfahren (Verkauf) Solitärgrundstück Matthäikirchhof und „Entwicklungskonzept zur Umsetzung des städtebaulichen Wettbewerbsergebnisses“ “
Foto: Martin Jehnichen- es gilt das gesprochene Wort -
Sehr geehrter Herr OBM, werte StädträtInnen und Gäste,
der Matthäikirchhof ist ein umfassend spannender Ort – und das sehen wir hier an der Vorlage mit ihren 6 Anlagen; an der Debatte, die sich in Änderungsanträgen und auch in der Vertagung von November zu heute spiegelt.
Für mich zeugt die Vorlage von einer vielfältigen Befassung – der Textfassung wurde das auch vorgeworfen. Dabei belegt dieses Werk, wie engagiert die Stadtentwicklung mit dem Team um Herrn Hümmeler hier gearbeitet und gewirkt hat.
Habe ich 2023 noch die unsichtbare inhaltliche Auseinandersetzung mit diesem Ort kritisiert, hat die Stadtentwicklung genau das geschafft: sie hat das Anliegen aus dem Beteiligungsverfahren aufgegriffen, den Ort mit Zwischennutzung zu beleben, sie hat europäische Mittel aquiriert und sie hat gut strukturiert und moderiert mit dem Urbact Local Group Ämter, Zivilgesellschaft und Politik zusammen gebracht.
Gemeinsam haben wir den geheimen Matthäikirchhof Code geknackt!
Im Ergebnis schlägt die Stadtspitze vor, das Konzept Kultur- und Begegnungszentrum weiter zu führen und den lost space zu beleben!
Die Vorlage bietet noch mehr! Irgendwie müssen wir auch baulich vorankommen – mit fehlenden Mitteln eine schwere Aufgabe. Wir wissen, dass der Matthäikirchhof noch mindestens 10 Jahre so trutzig liegen wird. Aber mit dem Abriss kann mehr Luft und Licht auf den Ort kommen.
Im Vorankommen der Debatte hat sich die Vorlage verändert. War in der Erstfassung noch gleichwertig Erbpacht und Verkauf für die Liegenschaft Fleischergasse – frühere VoPo – vorgeschlagen, wird nun eine klare Priorität für die Erbpacht festgelegt.
Die letzte innerstädtische Brache trutzt mit brutalistischem Beton und blechern von neu eingerichteten Parkplätzen. Es ist Zeit für Aufbruch und lebendige Urbanität.
Es ist nicht die Zeit, und hier komme ich zum ÄA der CDU, aus der Reihe der Zivilgesellschaft eine Gruppe herauszuheben. Ihr Anliegen adressiert ja eigentlich an den Akteurskreis der 5, dann 6 Institutionen, der seit 2017 weiterhin nur eine magere Skizze und großzügige Raumbedarfe einigen konnte, aber leider keinen geeinten inhaltlichen Beitrag.
Aber diese Einigkeit ist wichtig, denn am Demokratieort Matthäikirchhof wollen wir den Aufbruch wagen, und Freiraum für Kultur und Begegnung zu schaffen.