Rede von Katharina Krefft am 25. März 2026 zum Antrag "Waschen ist Würde - Kostenfreie Duschen im Umfeld des Bahnhofs"
Foto: Martin Jehnichen- es gilt das gesprochene Wort -
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Herren und Damen Stadträt*innen und Gäste,
wir wiederholen hier einen Antrag aus 2020, der nicht umgesetzt wurde. Im Umsetzungsbericht zum Freibeuterantrag für einen Duschbus wurde dargestellt, es gebe den Bedarf nicht und dafür wurde die AG Recht auf Wohnen falsch zitiert.
Wir könnten seit zwei Jahren eine öffentliche Duschmöglichkeit am Bahnhof haben, für Menschen, die nicht in die Übernachtungshäuser gehen dürfen – denn diese sind für Leipziger Wohnungslose. Auswärtige können in die Notschlafstelle, für sie sind ihre Heimatstädte unterbringungspflichtig.
Ich war letztes Jahr zur Wiedereröffnung der Bahnhofsmission, und erfragte den Stand, ging auf Suche, warum diese Dusche nicht aufgestellt wurde, forschte nach Protokollen, nahm Kontakt mit Safe Streetwork und Cabl auf, die tatsächlich ein Konzept erarbeitet hatten, und nicht nur das, sie hatten auch einen Sponsor und eine Stiftung geworben. Es hätte die Stadt nichts gekostet und doch passierte nichts. Ich klage das hier auf das nachdrücklichste an: Sonntags von Würde sprechen, aber sich wochentags literally einen Dreck scheren.
Den weiteren Gang der Dinge können Sie im Verwaltungsstandpunkt nachlesen. Ich kontaktierte den Toilettenbeauftragten und den Abteilungsleiter Wohnhilfen, trug das Konzept auf die Arbeitsebene der Stadt und als es nicht weiterging, formulierte ich für meine Fraktion den Antrag. Es braucht diesen Beschluss, damit die Arbeitsebene arbeiten kann. Inzwischen ist auch die Duschanlage des Wohnungslosentreffs Insel wegen Übernutzung gesperrt, damit ist unmittelbarer Handlungsbedarf gegeben, denn Waschen ist Würde! Bitte stimmen Sie dem Verwaltungsstandpunkt zu.