Rede von Katharina Krefft am 27. Mai 2026 zum Antrag "Datenbasierte Bedarfserhebung und zielgruppenspezifische Hilfe für wohnungslose junge Volljährige in Leipzig"
Foto: Martin Jehnichen- es gilt das gesprochene Wort -
Sehr geehrter Herr OBM, sehr geehrte Herren und Damen Stadträte, werte Gäste,
Der Antrag zielt auf die besonders prekäre Situation der jungen Wohnungslosen. Wir befassen uns seit 4 Jahren in der AG Recht auf Wohnen mit der dramatischen Lage der wohnungslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen und haben bereits erreicht, dass das Jugendwohnen um 36 Plätze verdoppelt wurde; wir haben für die Wohnungsversorgung junger Auszubildender, die es am Leipziger Wohnungsmarkt schwer haben, ein Azubiwohnen beschlossen. Und wir haben zur Strategiekonferenz 2024 das Thema ausführlich beraten und Ansätze entwickeln können.
Immer wieder zeigt sich uns eine fehlende Datenbasis, und bereits im Herbst letzten Jahres haben wir hier sehr konkret Vorschläge bei der Erhebung der Daten gemacht und mit der Verwaltung geeint. Nun beschließen wir darüber entsprechend des Verwaltungsstandpunktes.
Das Sozialamt wertet die Stichtagserhebung zur Obdachlosigkeit/
Wohnungslosigkeit ab dem nächsten Sozialreport systematisch nach Alterskohorten
aus und schlüsselt dabei auch 18 bis unter 27-jährige auf. Rückwirkend zu Januar 2026, denn die Träger der Wohnungslosenhilfe haben ihre Erfassung bereits umgestellt.
Mit den Daten soll folgerichtig ein Konzept erarbeitet werden zur Vermeidung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit junger Menschen unter 18 Jahren mit komplexen Bedarfslagen.
Wirklich bemerkenswert und vorwärtsweisend ist der Punkt 2b, dem mehrere Gespräche und Gremiensitzungen, insbesondere in der gemeinsamen Sitzung der Psychiatrie- und Drogenbeiräte Ende 2025, vorangingen, wo die KJP sehr dramatisch schilderte, wie sie junge Menschen in und welchen ich ggü der Antragstellerin einbrachte, als die Frage war, ob wir gemeinsam einreichen.
Die Verwaltung eröffnet bis zum 4. Quartal ein niedrigschwelliges, stabilisierendes Angebot mit Wohnangebot für junge Menschen, die aufgrund mehrerer Abbrüche in der Jugendhilfe, herausfordernden Verhaltensweisen sowie fehlender tragfähiger sozialer Bezüge besonders gefährdet sind, wohnungs- und/oder obdachlos zu werden.
Wir, Frau Nagel und ich, hatten hier auch sehr konkret angeboten mitzuwirken, und es ist schwer irritierend, dass diese Mitarbeit dezidiert abgelehnt wurde, ich habe darauf im Sozialausschuss hingewiesen. Um so zufriedender bin ich, dass durch das Dezernat 7 hier wegweisend auf die Einrichtung hingewirkt werden konnte. Wir können hier auf konzeptionelle Vorarbeiten hinweisen, auch konkrete Räumlichkeiten und eine sehr geeignete Trägerschaft und es ist wirklich erfreulich, dass der VSP hier über den Antrag hinausgeht
Dem Vorschlag der Linken wird im Punkt 2c uneingeschränkt gefolgt Im Rahmen der Erstellung des Fachplans Wohnungsnotfallhilfe 2027 bis 2030 wird der Bedarf für die Einrichtung einer niedrigschwelligen Notschlafstelle für junge Volljährige im Alter von 18 bis unter 27 Jahren geprüft.
Abschließend will ich darauf hinweisen, dass die Stadtverwaltung der Lage regelmäßig hinterherhinkt – wir sehen vor Ort, in den Einrichtungen und bei den Fachkräften frühzeitig Entwicklungen und erarbeiten sehr konkret, wie das Handeln in der Wohnungslosenhilfe angepasst werden könnte.
Davon zeugt der VSP. Der Antrag beschreibt Zusagen der Stadtverwaltung, der VSP geht tatsächlich darüber hinaus. Wir können diesem gut zustimmen.