Rede von Kristina Weyh am 1. Juli zum Antrag "Machern bleibt Machern - Erhalt der Weiterbildungsstätte Machern im Portfolio der Stadt Leipzig"

Foto: Martin Jehnichen

- es gilt das gesprochene Wort -

Werte Kolleg*innen aus dem Aufsichtsrat der Leipziger Verkehrsbetriebe,

ich bin die einzige aus den Reihen der demokratischen Fraktionen im Aufsichtsrat, die diese Vorlage nicht mit einbringt.

Gern möchte ich deshalb die Position der Bündnisgrünen Stadtratsfraktion erläutern.

Da wir Machern als gesamte Fraktion vor gut 3 Wochen für unsere Klausur genutzt haben, passte es ganz gut, dass wir uns ein ausführliches Bild von Machern machen konnten.

Ja - Machern ist wunderschön! Die alte Villa, der tolle Park, abseits vom Trubel. Toll!

Wir verstehen, warum die Herzen an Machern hängen. Keine Frage.

Aber nun kommen die ‚Abers’:

Die Weiterbildungsstätte der Leipziger Verkehrsbetriebe ist nicht an den ÖPNV angebunden.

Fast eine halbe Stunde Fußweg sind es vom Bahnhof Machern dorthin. Natürlich kann gelaufen werden, wie haben dies in großen Teilen getan.

Das ist aber wirklich nicht barrierefrei und für jeden möglich.

Wir wollen doch nicht allen Ernstes die kommunalen Mitarbeiter*innen für all ihre Weiterbildungen und Tagungen nach Machern fahren lassen nach dem Motto: alle in die Autos und ab nach Machern.

Das ist wirklich nicht nachhaltig.

Und es kostet Arbeitszeit und Transportkosten.

Und dann, wenn alle mit den Autos hingefahren wären, ist es vor Ort keinesfalls barrierefrei.

Weder in der wunderschönen Villa, noch durch die Wege auf dem Gelände oder hinauf zum kleinen Tagungshaus.

Das ist wirklich schwierig als inklusive Arbeitgeberin.

Und dann noch zu den Kosten.

Machern ist ja nur deshalb gerade so preiswert, weil es ist wie es ist.

So könnte es als kommunales Tagungszentrum für alle Anlässe, so fordert es ja der Antrag, natürlich nicht bleiben. Wir müssten erheblich investieren, was dann auch die Tagungskosten in Machern deutlich steigern würde.

Wie anders soll denn sonst das Ziel erreicht werden, dass Machern kostendeckend arbeiten soll?

Davon, dass man dieses Ziel ausruft und festlegt, ist es ja nicht erreicht.

Der VSP ist ja sehr wohlwollend.

Es soll von der Stadt nun geprüft werden, was die LVB in einem ordentlichen Verfahren bereits geprüft hat.

Damit können wir gern die Verwaltung beschäftigen und es aus dem städtischen Blickwinkel betrachten und dabei vermutlich ein Ergebnis bekommen, welches wir schon kennen.

Also zumindest die LVB- Aufsichtsrät*innen die diesen Antrag stellen.

Und im Grundsatz steht sehr vieles der Prüfung bereits im Verwaltungsstandpunkt drin, besondern unter ‚Finanzielle Aspekte‘ sowie den ‚Fachlichen und Ökologischen Implikationen‘.

Das sollte gern mal nachgelesen werden.

Wir werden den Antrag nun nach wirklich reiflicher Überlegung vor Ort in Machern ablehnen.

Auch und gerade im Lichte der Haushaltslage, aber vor allen Dingen wegen der vielen Abers.

Und manchmal ist es eben leider so, dass man sich von lieb gewonnenen Dingen trennen muss, weil sie nicht mehr zu einem passen.

Auch wenn es schwer fällt.

Ich persönlich finde Machern ebenfalls toll. Genau wie die gesamte Bündnisgrüne Fraktion.

Und trotzdem übernehmen wir Verantwortung und treffen eine vernünftige Entscheidung.

 

Zurück