Rede von Kristina Weyh am 30. September 2026 zum Antrag des SBB-Altwest zur Umgestaltung des Nathanaelkirchplatzes

Einbringungsrede von Kristina Weyh im Auftrag des Stadtbezirksbeirat Alt-West

Foto: Martin Jehnichen

Sehr geehrter Oberbürgermeister, werte Bürgermeister*innen, liebe Kolleg*innen und Gäste,

der Stadtbezirksbeirat Altwest hat mich kurzfristig gestern Abend darum gebeten, diesen wichtigen Antrag zur Umgestaltung des Nathanaelkirchplatzes hier in die Ratsversammlung einzubringen.

Es gab leider einen personellen Ausfall für die Einbringung heute und spontan konnte nun niemand einspringen.

Tatsächlich bringe ich diesen Antrag für den SBB Altwest sehr gerne ein.

Denn hier findet bürgerschaftliches Engagement statt.

Aus einer Idee von Anwohnerinnen und Anwohnern ist zunächst über die gegründete Initiative Nathanaelkirchplatz und anschließend den Stadtbezirksbeirat Alt-West ein konkreter politischer Prozess geworden.

Insgesamt drei Aktionstage haben in den letzten Jahren den Straßenraum vor der Nathanaelkirche als »Platz« erlebbar gemacht und gezeigt, wie groß die Unterstützung für die Idee eines grünen, sicheren und lebendigen Platzes im Quartier ist.

Die Veranstaltungen auf dem Platz vor der Nathanaelkirche wurden von den Anwohnenden sehr gut angenommen. Hunderte Menschen brachten sich mit Ideen aktiv ein und machten deutlich: Die Umgestaltung zu einem lebendigen Treffpunkt ist ein Anliegen aus der Mitte der Bürgerschaft und zielt darauf, mit niedrigschwelligen Maßnahmen - wichtig hier: ohne Eingriffe in das Straßenpflaster, das Leitungssystem etc. - und zu vergleichsweise geringen Kosten einen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen.

Die Rückmeldungen der Menschen aus dem Quartier zeigen klare Prioritäten: mehr Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger, besonders für Kinder und ältere Menschen; Verschattung durch Bepflanzung; Versickerungsflächen zur Entlastung der Kanalisation; insgesamt ein Beitrag zum Mikroklima.

Dies ist ein tolles aktuelles Beispiel dafür, wie Leipzig als Bürger*innenstadt funktioniert.

Wir Leipziger*innen und Leipziger gestalten unsere Stadt.

Wir bringen Ideen ein, wir gründen Initiativen, reden mit den Nachbar*innen, treffen uns im öffentlichen Raum.

Wir nehmen die Dinge in die Hand und gestalten. Das macht Leipzig aus und das findet auf dem Nathanaelkirchplatz in Lindenau gerade statt.

Und auch die Verwaltung bestätigt in ihrem Alternativvorschlag, dass die Anwohner*innen vor Ort die richtigen Ideen und Wünsche für die Zukunft des Nathanaelkirchplatzes haben.

Es braucht vor Ort mehr Begrünung und Aufenthaltsqualität sowie Versickerungsflächen für Niederschlag, damit wir Hitze oder Starkregen begegnen können und ein sicherer Platz zum Begegnen der Nachbarschaft da ist.

Wichtig ist dem SBB Altwest hier, dass auch die Kirchgemeinde mitredet und ihre Belange einbringt für die konkrete Umgestaltung.

Denn es soll sichergestellt werden, dass zu den Zeiten der Gottesdienste Besucherinnen und Besucher mit Mobilitätseinschränkungen weiterhin die Möglichkeit haben, mit dem Fahrzeug an die Kirche heranzufahren.

Alle sich hieraus ergebenden Möglichkeiten sollen im Dialog zwischen Kirchgemeinde und Stadtbezirksbeirat besprochen und gemeinsam geplant werden.

Die Neufassung des Antrages durch den Stadtbezirksbeirat Altwest übernimmt nun die Vorschläge des Verwaltungsstandpunktes ergänzt darum, dass die Belange von Anwohnenden und Kirchgemeinde in die konkrete Umsetzung eng einbezogen werden.

Damit ist auch das Anliegen des CDU Änderungsantrags in die Neufassung eingegangen.

Die beiden vorliegenden Änderungsanträge würden nun in die vorliegenden Kompromisse eingreifen.

Der CDU-Antrag würde in dieser Form die bereits abgestimmte Neuordnung des Platzes erneut infrage stellen.

Der AfD-Antrag würde die konkreten Handlungsaufträge durch einen Verweis auf das Stadtplatzprogramm 2030+ ersetzen. Damit droht nicht nur eine Verschiebung der Umgestaltung auf unbestimmte Zeit, sondern möglicherweise auch eine Gefährdung der bereits beantragten Fördermittel aus dem Programm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“, die eine Finanzierung von 80 % ermöglichen würden.

Wir sollten als Rat nun diesen langen und guten Prozess anerkennen und unserem Stadtbezirksbeirat Altwest zustimmen, also diesem Antrag zustimmen.

Und ich muss hier noch einmal betonen, wie toll der Platz vor der Nathanaelkirche vor knapp 2 Wochen zu erleben war.

Es hat mich vor Ort sehr bewegt, die vielen Menschen zu sehen, die auf dem Platz zusammen kommen und ihn für Spiel, Kultur, Aufenthalt, Austausch, Bewegung, Erholung nutzen.

Das ist die Zukunft, wie sie vor Ort gedacht, gewünscht und gelebt wird.

Deshalb bitte ich um Zustimmung für diesen Antrag des Stadtbezirksbeirats Altwest in der Neufassung zum Umgestaltung des Nathanaelkirchplatzes.

Vielen Dank.

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