Rede von Marvin Frommhold am 26. November 2025 zum Antrag "Smart City Dashboard für Leipzig"
Foto: Martin Jehnichen- es gilt das gesprochene Wort -
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Beigeordnete, sehr geehrte Kolleg:innen, und sehr geehrte Zuschauende,
jetzt haben wir endlich eine neue Webseite. Über das Design lässt sich ja bekanntlich streiten, aber darum soll es jetzt hier nicht gehen. Was aber festzustellen ist, die Seite ist jetzt viel übersichtlicher und auch die Suche ist zumindest nach meinen eigenen Tests deutlich verbessert.
Trotzdem bleibt ein Problem: Wer nicht weiß, dass es ein bestimmtes Informationsangebot gibt, findet es auch nicht oder stößt eben auch nicht zufällig darauf. Leipzig hat nämlich bereits viele interaktive Informationsangebote in Form von speziellen Dashboards und Visualisierungen. Etwa das Dashboard zu den Dauerzählstellen für den Radverkehr, das Dashboard zur Luftqualität, ein Dashboard zu den Stadtbezirksbudgets und auch ein Dashboard zur Bevölkerungsentwicklung, um nur ein paar davon zu nennen. Es sind auch schon viele weitere Dashboards in der Erstellung, etwa ein Klimaschutz-Dashboard mit gezielten Informationen zu den kommunalen Aktivitäten. Ein Energie-Atlas, in dem Erneuerbare-Energie-Potenziale und die aktuellen Ausbaustände dargestellt werden sollen. Und ein Wärmewende-Kompass als digitales Beratungstool für Eigentümerinnen und Eigentümer zum Thema der nachhaltigen Gebäudesanierung.
All diese Dashboards stellen komplexe Daten verständlich dar und ermöglichen tiefere Einblicke, um fundierte Entscheidungen zu treffen sowie Muster und Trends leichter zu erkennen. Sowohl für die Stadtgesellschaft als auch für uns hier im Stadtrat. Sie bieten einen weitaus besseren Zugang als die herkömmlichen hunderte Seiten schweren PDF-Berichte mit langen Textpassagen.
Genau hier soll das Smart City Dashboard einen Mehrwert bringen. Es soll die vorhandenen Angebote explizit nicht ersetzen, sondern niedrigschwellig als zentraler Einstiegspunkt als eine Art Schaufenster ergänzen. Die vielen Dashboards sollen jeweils durch eine einfach verständliche Kachel mit einer ausgewählten Visualisierung vorgestellt werden, mit kurzen Erklärungen und weiterführenden Links, auch zu den zugrundeliegenden Daten im Open Data-Portal. Das Ziel ist die Transparenz zu erhöhen und auch zur Beteiligung anzuregen.
Dieses Ziel verfolgt auch die Stadt, was der zustimmende Verwaltungsstandpunkt zeigt. Die Beschlusspunkte aus dem VSP haben wir in unsere Neufassung übernommen. Damit fällt zwar die Forderung weg, das Open Source-basierte Dashboard aus Münster für das Leipziger Smart City Dashboard einzusetzen. Das ist aber nachvollziehbar, weil die Umsetzung auf leipzig.de im neuen Corporate Design umgesetzt werden soll. Dennoch stehen wir weiterhin für einen gemeinsamen Ansatz mit der Stadtgesellschaft, weswegen wir in der Begründung das offene Konzept betonen, etwa durch eine integrierte Feedback-Möglichkeit direkt im Dashboard. Es soll eben nicht nur informativ sein, sondern auch zum Mitmachen anregen und das geht besser, wenn Beteiligung erwünscht ist und darauf auch reagiert wird.
Zum Schluss möchte ich noch auf den interessanten Fakt hinweisen, dass die SPD-Fraktion in Halle (Saale) den Ursprungsantrag fast eins zu eins kopiert und in den Hallenser Stadtrat eingebracht hat und ebenfalls einen zustimmenden Verwaltungsstandpunkt bekommen hat. Es wäre also schade, wenn Halle dadurch jetzt ein Smart City Dashboard bekommt und wir hier in Leipzig nicht. Deswegen freue ich mich über ihre Zustimmung zu unserem neugefassten Antrag.
Vielen Dank.