Rede von Sylvia Herbst-Weckel am 1. Juli zur "Anpassung des Ratsbeschlusses VII-DS-07486 vom 09.11.2022 – Aktualisierung der zeitlichen Umsetzung und des Finanzierungskonzeptes zum Masterplan „Zoo der Zukunft“"
Foto: Martin Jehnichen- es gilt das gesprochene Wort -
Sehr geehrter Oberbürgermeister (1. Bürgermeister), werte Bürgermeister*innen, liebe Kolleg*innen, Zuschauer und Gäste,
keine Frage: Der Zoo gehört zu Leipzig. Er leistet wichtige Bildungs- und Artenschutzarbeit und ist zugleich ein bedeutender Tourismusfaktor für unsere Stadt. Viele Menschen erleben hier eine tolle Zeit, und man schafft es kaum, an einem Tag alles zu entdecken und zu erkunden.
Wir stellen deshalb weder notwendige Verbesserungen bei der Tierhaltung noch den Erhalt der bestehenden Anlagen infrage. Wenn wir als Stadt einen Zoo tragen, dann muss er hohen Ansprüchen an Tierwohl und artgemäße Haltung gerecht werden und zugleich einen Beitrag zu Erhaltungszucht, Artenschutz, Forschung, Bildung und Auswilderungsprojekten leisten. Und das tut er. Dafür sind aber Investitionen notwendig.
Gleichzeitig müssen wir über die zusätzliche finanzielle Unterstützung der Stadt in Höhe von 7,6 Millionen Euro und über die Steigerung des Investitionsvolumens gegenüber der Planung aus dem Jahr 2022 um 22 Millionen Euro sprechen.
Wir stimmen dem angepassten strategischen Unternehmenskonzept und dem Gesamtvolumen von 84 Millionen Euro grundsätzlich zu. Jedoch soll nochmals geprüft werden, ob sich aus den noch nicht gebundenen Investitionen Maßnahmen im Umfang von 7,6 Millionen Euro identifizieren lassen, die über das Jahr 2030 hinaus zeitlich zurückgestellt werden können, ohne den notwendigen Substanzerhalt, erforderliche Umbauten oder die wirtschaftliche Nutzung bestehender Anlagen zu gefährden.
Es soll nachvollziehbar priorisiert werden. Deshalb wollen wir konkret wissen: Welche der noch nicht gebundenen Investitionen können tatsächlich zeitlich zurückgestellt werden? Welche Maßnahmen sind zwingend? Welche Bauabschnitte hängen voneinander ab?
Die Erläuterungen des Zoos benennen mögliche Risiken und Folgekosten, die auch wir sehen. Wenn tatsächlich keine Maßnahme verschoben werden kann, muss aber auch das anhand der konkreten Bauabschnitte, Kosten und Abhängigkeiten nachvollziehbar begründet werden.
Weiterhin sollen der Zoo und der Förderverein ihre Bemühungen um Spenden, Sponsoring, Drittmittel sowie zusätzliche Veranstaltungs- und Vermietungserlöse verstärken, um die Eigenfinanzierung des Zoos zu erhöhen.
Der Zoo benötigt eine verlässliche Perspektive. Die Stadt benötigt Transparenz und eine nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage.
Zur Gesamtvorlage werden wir uns enthalten, da wir angesichts der angespannten Haushaltslage finanzielle Risiken sehen. Gleichwohl erkennen wir die Verantwortung für die bereits im Zoo lebenden Tiere sowie die Leistungen des Zoos in den Bereichen Bildung, Forschung und Artenschutz an.
Wir bitten um Zustimmung zu unserem Änderungsantrag und um punktweise Abstimmung.
Vielen Dank!