Rede von Sylvia Herbst-Weckel am 29. Oktober 2025 zum Antrag "Installation von Elektro-Ladesäulen an Taxiständen zur Förderung der E-Mobilität im Leipziger Taxigewerbe"

Foto: Martin Jehnichen

- es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrter Oberbürgermeister, werte Bürgermeister*innen, liebe Kolleg*innen, Zuschauer und Gäste,

wir sprechen heute über ein kleines, aber strategisch wichtiges Puzzleteil der Leipziger Mobilitätswende – die Elektrifizierung des Taxigewerbes. Die Idee, Elektromobilität auch im Taxibereich gezielt zu fördern, ist richtig und wichtig – aber sie muss praxisnah und wirtschaftlich umgesetzt werden. Taxis fahren täglich viele Kilometer in unserer Stadt. Sie sind Teil des öffentlichen Verkehrs und können damit einen spürbaren Beitrag zur Reduzierung von Emissionen leisten. Damit das gelingt, braucht es vor allem eines: eine verlässliche und gut erreichbare Ladeinfrastruktur.

Leipzig verfügt bereits über mehr als 1.300 Ladepunkte an rund 350 Standorten – das ist eine gute Grundlage. Trotzdem wissen wir: Für das Gewerbe sind die Bedingungen noch nicht optimal. Gerade an stark frequentierten Standorten müssen künftig mehr Schnellladepunkte entstehen, die auch von Taxis effizient mitgenutzt werden können. Eine exklusive Ladeinfrastruktur nur für Taxis wäre derzeit weder wirtschaftlich noch ausgelastet. Solange nur wenige E-Taxis unterwegs sind, würden teure Spezialstandorte schlicht leer stehen. Der Ansatz der Verwaltung, stattdessen Mobilitätsstationen mit Lade- und Taxiplätzen weiter auszubauen, ist daher sinnvoll, flexibel und zukunftsfähig. Dort entstehen Synergien, die allen zugutekommen – dem Taxigewerbe ebenso wie der gesamten Stadtgesellschaft.

Wir wollen, dass die Taxiunternehmen bei der Umstellung unterstützt werden – durch Beratung, durch die Einbindung in die Planung und durch die gezielte Nutzung von Förderprogrammen von Bund und Land. Eigene kommunale Zuschüsse sind bei der aktuellen Haushaltslage leider nicht möglich. Umso wichtiger ist es, dass die Stadt die Unternehmen aktiv begleitet, sobald externe Fördermittel verfügbar sind. Das ist ein realistischer Weg, im Einklang mit der Haushaltslage, der Rechtslage und den tatsächlichen Bedürfnissen des Gewerbes.

Ich stelle den Verwaltungsstandpunkt zur Abstimmung und bitte um Ihre Zustimmung.

Vielen Dank!

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