Rede von Tobias Peter am 25. März 2026 zum Antrag "Wiederaufnahme der Verkehrs- und Stadtraumplanung für Bayerischen Platz"
Foto: Martin Jehnichen- es gilt das gesprochene Wort -
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, werte Beigeordnete, liebe Kolleginnen und Kollegen, werte Gäste,
der Zustand des Bayerischen Platz ist für viele Leipzigerinnen und Leipzig ein Stein des Anstoßes – im wahrsten Sinne des Wortes, denn er ist in weiten Teilen eine einzige Steinwüste.
Eine Steinwüste mit enormer sommerlicher Aufhitzung, einem oft überlasteten Verkehrsraum und fehlender Aufenthaltsqualität.
Obwohl der Bayerische Platz ein zentraler Knotenpunkt im Herzen unserer Stadt ist, wird er seit Jahrzehnten vernachlässigt.
Unsere Fraktion hat in den letzten Jahren immer wieder auf diesen Zustand hingewiesen und im Rat gefordert, wenigstens im Rahmen der Unterhaltsmaßnahmen die Aufenthalts- und Grünqualitäten etwas zu verbessern.
Es ist gut und wichtig, dass der Bayerische Platz im Stadtplatz für einen Komplettumbau vorgesehen ist. Wir haben hier die Chance, eine Mobilitätsdrehscheibe mit sicheren, attraktiven Wegen für alle neu zu organisieren.
Wir haben die Chance, versiegelte Flächen zu öffnen für Bäume, Grünflächen, Wasserflächen – gegen Hitzeinseln und dabei auch Biodiversität zu fördern. Die Leipziger*innen wollen das – kaum etwas stößt auf soviel begeisterte Zustimmung wie die Vision begrünter Plätze – das haben wir in den letzten Tagen gerade erst wieder auf unserem Fraktionsaccount gesehen.
Also: haben wir den Mut, das entschlossen anzugehen. Die Leipziger*innen verdienen einen Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität mit Plätzen zum Verweilen, die Begegnungen ermöglichen – und nicht nur Durchgangsverkehr. Draußen ist für alle da!
Wir sind der CDU-Fraktion dankbar, dass sie das Thema wieder auf die Tagesordnung gesetzt hat – wir wissen, die Rahmenbedingungen im Haushalt sind schwierig, aber erste Schritte können und sollten wir gehen.
Deshalb sind die Eckpunkte, die seitens der Verwaltung für eine Phase Null vorgeschlagen wurden, richtig:
- die umfassende Prüfung und Neuordnung des Verkehrsraums unter Einbeziehung aller
Verkehrsträger (MIV, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr)
- die Identifikation zusätzlicher Begrünungspotenziale
- die Überprüfung von Möglichkeiten zur städtebaulichen Fassung durch Neubauten oder
ergänzende bauliche Strukturen.
Gerade der letzte Punkt ist wichtig: der Bayerische Platz ist ein Dokument der Ostmoderne und als solcher auf jeden Fall erhaltenswert – gleichwohl kann der oft als zugig empfundene Platz in der Tat eine klarere bauliche Fassung vertragen.
Und hier sind wir bei unserem Änderungsantrag:
Eine bauliche Ergänzung, ggf. durch einen privaten Investor der dafür möglicherweise Grund erwirbt, kann uns finanziell eher in die Lage versetzen, die Neugestaltung anzugehen.
Da die Rahmenbedingungen gerade durch den City-Tunnel nicht trivial sind, schlagen wir vor, zeitnah zu untersuchen, welche Spielräume es für eine bauliche Ergänzung, aber auch eine Entsiegelung von Flächen überhaupt gibt – baurechtlich, baulich, infrastrukturell.
Desweiteren schlagen wir vor, bis zum Ende des Jahres einen Termin für die Phase Null vorzuschlagen. Dies sollte möglich sein, da bis Ende 2026 der neue Doppelhaushalt und damit die Repriorisierung von Investitionen entsprechende Aussagen zulassen sollte.
Wir begrüßen auch ausdrücklich die Ergänzung der CDU-Fraktion, schon in 2026/27 die Entwicklungspotenziale des Platzes und seines Umfeldes, inkl. früherer Entwürfe, der interessierten Öffentlichkeit vorzustellen und Formate zur Aufnahme von Entwicklungsideen anzubieten.
Beides ergänzt sich gut miteinander. Deshalb freuen wir uns, dass die CDU das in ihrer Neufassung aufgenommen hat.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
lassen Sie uns die nächsten Schritte auf den Weg bringen, um den Bayerischen Platz von einer Steinwüste zu einem Stadtplatz zu machen, auf dem man sich gern aufhält und bewegt. Ich sage es selten, aber hier gern: wir bitten um Zustimmung zur Neufassung des CDU-Antrags.
Vielen Dank!