Rodung der Waldfläche an der Capastraße ist nicht verhandelbar!

Pressemitteilung vom 10. Juni 2026

Foto: Martin Jehnichen

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leipzig kritisiert den Vorschlag der Stadtverwaltung zur Zukunft des Waldes an der Capastraße scharf und lehnt die geplante Rodung der Waldfläche entschieden ab.

Nicole Schreyer-Krieg, Stadträtin und umweltpolitische Sprecherin:

„Dieser Vorschlag ist kein Kompromiss, sondern ein umweltpolitischer Offenbarungseid. Es ist für uns völlig inakzeptabel, dass eine funktionierende Lösung für RB Leipzig und die Kleinmesse nicht konsequent weiterverfolgt wird und stattdessen wertvolle Waldflächen geopfert werden sollen. Der Erhalt dieses Gehölzbestandes ist aus ökologischer Sicht nicht verhandelbar.“

Im Biotopverbundkonzept der Stadt Leipzig wird deutlich: Der betroffene Bereich liegt genau an der Grenze der Unterbrechung der Kernflächenkomplexe des Biotopverbunds zwischen nördlichem und südlichem Auwald (Anhang Kartenausschnitt). Er erfüllt damit eine zentrale Funktion für Artenvielfalt und Klimaanpassung in Leipzig.

Das Ziel aus dem INSEK, den Grünverbund am Cottaweg – an der engsten Stelle zwischen nördlichem und südlichem Auwald – zu stärken, wird mit einer Rodung komplett konterkariert.

Die Fraktion bezweifelt, dass der dauerhafte Verlust dieses ökologisch wertvollen Raumes alternativlos ist und dass absolut keine andere Fläche für die Kleinmesse möglich sein soll. „Wer Klimaschutz und Biodiversität ernst nimmt, darf nicht immer den Weg des geringsten Widerstands gehen und muss Kompromisse eingehen, auch bei den Kosten“, so die Nicole Schreyer-Krieg weiter.

Zudem bestehen erhebliche Zweifel an der Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens aus umweltrechtlicher Sicht. Die Nähe zu geschützten Gebieten und die Bedeutung des Areals für den Naturhaushalt lassen eine Umsetzung als äußerst fragwürdig erscheinen.

Foto: Martin Jehnichen

Tobias Peter, Fraktionsvorsitzender:

„Statt unverantwortlicher Schnellschüsse müssen jetzt alle Akteure und ihre Interessen an einen Tisch gebracht und Lösungsoptionen transparent diskutiert werden. Das Interesse von RB Leipzig an einer Weiterentwicklung des Trainingsstandortes ist nachvollziehbar und grundsätzlich anerkannt. Der jetzige Vorschlag löst das Problem jedoch nicht nachhaltig, sondern verschiebt es lediglich und birgt rechtliche und damit planerische Risiken für RB. Wer ernsthaft behauptet, Klimaschutz habe Priorität, kann nicht gleichzeitig bereit sein, gewachsene Waldstrukturen für kurzfristige Lösungen zu opfern. Das ist widersprüchlich und politisch unglaubwürdig. Es ist offensichtlich, dass auch Ausgleichsmaßnahmen am Elsterflutbecken den Waldverlust nicht annähernd kompensieren könne.“

Besonders kritisch sehen die Bündnisgrünen, dass der Vorschlag ausgerechnet vom zuständigen Umwelt- und Klimabürgermeister mitgetragen wird. „Das zeugt von einem eklatanten Mangel an Verantwortungsbewusstsein gegenüber Natur- und Klimaschutz“, so Tobias Peter. „Der sogenannte Kompromiss trägt klar die Handschrift des Oberbürgermeisters – offenbar mit dem Ziel, es allen recht zu machen, jedoch auf Kosten zentraler Umweltbelange und entgegen der kritischen Positionen innerhalb der eigenen Verwaltung.“

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert die Stadtverwaltung auf, die Planungen in dieser Form zu stoppen und stattdessen eine tragfähige, langfristige und ökologisch verantwortbare Lösung für die Kleinmesse zu entwickeln. „Die bisherige Suche nach Festplatzalternativen erfolgte aus unserer Sicht zu schematisch nach starren Kriterien. Wir fordern die Verwaltung auf, alle Potentiale öffentlicher Flächen offenzulegen, mögliche Probleme lösungsorientiert anzugehen und grundsätzlich denkbare Lösungen wie auf der Alten Messe vertieft zu untersuchen“, so Peter abschließend.

 

Link:

Biotopverbundkonzept für die Stadt Leipzig

Anhänge:

Karte „Verbund, Wald, waldartige Baumbestände und Gehölze“

Karte_Ausschnitt RB, Kleinmesse

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