Sicherheit braucht mehr als Barrieren

Amtsblattbeitrag vom 23. Mai 2026

Foto: Martin Jehnichen

Von Anne Vollerthun

Unsere Fraktion ist von der Amokfahrt am 4. Mai tief erschüttert. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Wir danken den Ersthelfer*innen, Menschen mit Zivilcourage sowie Rettungs- und Klinikpersonal, die Schlimmeres verhindert haben. Nach der Tat stellen sich Fragen nach dem „Warum“ und ob und wie dies hätte verhindert werden können. Politik auf allen Ebenen muss diese Fragen besonnen beantworten – ohne die Illusion vollständiger Sicherheit geben zu können. Die Prüfung von Innenstadt-Zufahrten ist sinnvoll, doch Poller allein greifen zu kurz. Denn Gewalt hat oft tiefere Ursachen wie patriarchale Strukturen, dominantes Verhalten oder psychische Belastungen und kann immer und überall auftreten. Deshalb fordern wir den Ausbau von Hilfsangeboten: besseren Gewaltschutz, Aufklärung und die Stärkung von Reflexion. Auch Männer müssen Unterstützung finden können, etwa durch Beratungsangebote spezifisch für sie. Zugleich warnen wir vor geplanten Kürzungen des Bundes im Gesundheitsbereich: Eine geschwächte Psychiatrie gefährdet Prävention. Eine Stigmatisierung psychisch Erkrankter lehnen wir ab – nötig sind verlässliche Hilfen, die niemanden durchs Raster fallen lassen, niedrigschwellige Angebote, Therapie und Krisenhilfe für alle Betroffenen.

 

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