Stellungnahme der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Auslegungsbeschluss des Entwurfes des B-Planes zum Wilhelm-Leuschner-Platz

Foto: Fraktion

Wir bedanken uns für die vielen Schreiben, die uns zum Wilhelm-Leuschner-Platz erreicht haben. Sie zeigen auf, dass das Thema ein zentrales Anliegen in der Stadtgesellschaft ist. Viele Punkte, die im Schreiben aufgeworfenen wurden, teilen wir.

Grundsätzlich steht die Innenbebauung im Spannungsfeld zwischen dem Erhalt und dem Mehr von Grün- und Freiflächen, die wir auch als Kaltluftentstehungsgebiete brauchen, einerseits und der Nahverdichtung andererseits, um die weitere Flächenversiegelung zu stoppen und lange Wege zu vermeiden.

Wir als Grüne haben uns sehr früh für den Bau einer Markthalle auf dem historischen Grundstück des ehemaligen Wilhelm-Leuschner-Platzes eingesetzt.
Der Bau einer Markthalle, die auch die regionale Erzeugung und Herstellung von heimischen Produkten mit in den Blick nimmt, aber auch kurzen Lieferwegen gerecht wird, symbolisiert für uns einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln.

Die Grüne Fraktion hat sich für mehr Grün in der Stadt und der Innenstadt im Rahmen des Baumschutzes und Straßenbaumkonzeptes eingesetzt.
Wir setzen uns ein, dass der Stadtraum Bayerischer Bahnhof die ihm zugesagte öffentliche Parkfläche und auch der Freiladebahnhof Eutritzsch sein ökologisches Konzept bekommen.

Beim Wilhelm-Leuschner Platz geht es für uns darum, zum einen die bestehende Brachfläche im Sinne der doppelten Innenentwicklung zu entwickeln und dabei möglichst viel grün zu erhalten.

Die Bebauung des Wilhelm-Leuschner Platzes hat folgende Vorteile:
1. der Platz hat ein großes Entwicklungspotenzial und stadträumlich einen hohen Wert,
2. die Erschließung existiert bereits und der Anschluss mit dem ÖPNV ist vorhanden,
3. mit einer zukunftsorientierten und grünen Platzgestaltung erreichen wir eine Entlastung der Innenstadt von den vielen und zahlreichen Veranstaltungen,
4. aufgrund des Wachstums unserer Stadtbevölkerung sprechen wir uns für flächensparendes Bauen ein und fühlen uns immer für die Umsetzung der Grundsätze, „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ und „doppelte Innenentwicklung“ verantwortlich.
Wir werden nicht müde immer wieder die Besprechung von Auslobungen von Architektur- und Gestaltungswettbewerben im Fachausschuss, den Ortschafts- und Stadtbezirksbeiräten einzufordern. Wir tragen die große Hoffnung, dass künftige Auslobungen auch konkret zur weiteren Bebauung im südlichen Baufeld, auf dem Markthallengrundstück und dem nördlichen Baufeld wie auch die stadträumliche Gestaltung der westlichen Seite des WLP von hohen Grünanteilen getragen werden.

Ähnlich wie der Matthäikirchhof verdient auch der Wilhelm-Leuschner-Platz als letzte große innerstädtische Brache und kommunale Fläche eine qualitativ hochwertige Entwicklung, ohne dabei die auch für uns zentralen Belange von bezahlbarem Wohnen, Flanieren und Aufenthaltsqualität und hohen Grünanteil außer Acht zu lassen. Dabei ist das flächensparendes Bauen ein für uns zentrales Credo.

Deutlich zu kritisieren ist demgegenüber die bisher durch die Stadt geschaffene Bürgerbeteiligung zur Entwicklung der Fläche. Lediglich anfangs gab es zwei Bürgerforen der Stadt zum Thema. Die vielen Schreiben machen genau dieses Problem deutlich.

Wir haben die große Hoffnung, dass sich die Träger der öffentlichen Belange, zu denen die Umweltverbände gehören, und viele Bürger*innen im Rahmen der jetzt anstehenden öffentlichen vierwöchigen Auslegung des B-Plan-Entwurfs engagiert, konstruktiv und kritisch mit ihren Belangen einbringen.

Wir Grüne schlagen auch vor, dass von dem bestehenden Grün soviel wie möglich erhalten wird. Auch das Umsetzen von Bäumen mit hohem Schutzstatus gehört ausdrücklich dazu.

Wir nehmen Ihre Anregungen und Hinweise sehr ernst. Die Entscheidung machen wir uns daher nicht leicht. Wir hoffen, dass im Abwägungsprozess Ihre und unsere Ideen für mehr Grün in Leipzig zum Tragen kommen.

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