Taubenschläge für Leipzig

Foto: Martin Jehnichen

Amtsblattbeitrag vom 31. Januar 2026

von Anne Vollerthun

Sie begegnet uns jeden Tag: die Stadttaube. Einst als Haustier, Brieftaube, zum Düngen von Feldern oder für Fleisch domestiziert, lebt sie   heute unter widrigsten Umständen und versucht jeden Tag aufs Neue zu überleben. Darauf gezüchtet, mehrmals im Jahr zu brüten, vermehren sich Stadttauben unentwegt, finden kein artgerechtes Futter, kaum Brutplätze und erleiden oft schwere Verletzungen. Um die Situation sowohl tiergerecht als auch nachhaltig für das Stadtbild zu verbessern, haben wir als Bündnisgrüne Fraktion einen Antrag eingebracht, der fordert, zwei betreute Taubenschläge nach dem „Augsburger Modell“ als Pilotprojekt zu errichten und so dem Beispiel vieler anderer Kommunen zu folgen. Dabei würden die Eier der Tauben durch Attrappen getauscht, die Tiere artgerecht gefüttert und medizinisch versorgt. Dadurch würden sich die Tauben weniger vermehren, verbringen mehr Zeit im Taubenschlag und nicht auf Nahrungs- oder Brutplatzsuche in der Stadt und erfahren so auch weniger Leid. Leider aber ignoriert die Stadtverwaltung aktuelle Rechtsgutachten zur Thematik und die Übernahme jeglicher Verantwortung für die Tauben. Damit verhindert sie eine Verbesserung für die Tiere, genauso wie für uns Menschen.

 

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