Schlichtung im Kitastreit nötig!

Foto: Martin Jehnichen

Amtsblattbeitrag vom 1. Juli 2017

von Michael Schmidt, Stadtrat

Dass die Leipziger Kita-Initiative, ein Zusammenschluss von Eltern, die sich 2012 „zur Verbesserung der desolaten Kinderbetreuungssituation“ gründete, immer noch zu Demos aufruft, zeigt, dass die damaligen Probleme weiterhin nicht gelöst sind. Trotz vielfältiger Anstrengungen hält die Stadt beim Schaffen von Betreuungsplätzen nicht dem stetigen Aufwuchs der Kinderzahlen schritt. Als kurzfristige Maßnahmen sollen über zehn Kitas in beschleunigter Bauweise aus vorgefertigten Bauteilen entstehen. Ob aber tatsächlich neue Kitas in Größenordnung ans Netz gehen, hängt in erster Linie von der Zusammenarbeit zwischen Stadt und den Freien Trägern ab, die im Sinne des Gemeinnutzes kostendeckend statt gewinnorientiert die meisten Kitas betreiben. Die nun geplatzten Vereinbarungen um die künftige Finanzierung der Kitas stellen diese Kostendeckung in Frage und gefährden die Motivation an der Schaffung weiterer Plätze. Wenn die Stadt beim Bau von Kitas auf die Freien Träger angewiesen ist und diese selbst bauen lässt, muss sie auch eine faire Erstattung der Investitions-/Abschreibungskosten leisten. Hier braucht es endlich ein Schlichtungsverfahren und Kooperation statt Konfrontation, um den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz im Sinne der Familien zu gewährleisten!

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