Rede von Stadträtin Dr. Nicole Lakowa in der Ratsversammlung am 18. Oktober 2017 zum Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Lärmschutz für die Güntzstraße“

Foto: Martin Jehnichen

Rede von Stadträtin Dr. Nicole Lakowa in der Ratsversammlung am 18. Oktober 2017 zum Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Lärmschutz für die Güntzstraße“

- es gilt das gesprochene Wort –

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

sehr geehrte Bürgermeister und Bürgermeisterinnen,

liebe Kollegen und Kolleginnen,

geehrte Gäste,

die fehlende Lärmschutzwand in der Güntzstraße entwickelt sich immer mehr zu einer Posse. Eine Posse, die sowohl von der Deutschen Bahn als auch von der Stadt Leipzig seit mehr als 5 Jahren ohne Rücksicht auf betroffenen Bürger betrieben wird.

Der Sachverhalt ist ja nun schon hinlänglich bekannt. Da erneuert die DB das Schienennetz, auch am Bahnhof Stötteritz, erhöht die Gleisanlagen und baut auch neue Lärmschutzwände. Doch auf einem kleinen Stück wird keine Wand aufgestellt. Warum, ist bis heute unklar.

Vermutlich wurde einfach das linke statt des rechten Beines gegipst. Statt das Misch- und Wohngebiet Güntzstraße und Hinterlieger in Stötteritz vor Lärm zu schützen, wurde das Gewerbegebiet auf der anderen Schienenseite -ohne einen einzigen Anwohner- mit einer Lärmschutzwand ausgestattet.

Inzwischen hat sich das Mischgebiet an der Güntzstraße zu einem überwiegenden Wohngebiet entwickelt. Das heißt nochmehr Menschen sind vor allem in den Nachstunden vom Bahnlärm betroffen.

Die Stadt konnte in Gesprächen mit der DB keine Abstellung dieses gesundheitsgefährdenden Mankos durchsetzen. Stattdessen rät man den betroffenen Bürgern selbst rechtliche Schritte zu ergreifen. Dies ist finanziell für keinen Anwohner der beiden betroffenen Straßenzüge möglich.

Aus unserer Sicht ist es Aufgabe der Stadt Leipzig, ihre Bürger vor vermeidbaren Gesundheitsrisiken zu schützen. Das nächtlicher Lärm als solcher gilt, ist unzweifelhaft.
Der Bahnlärm gefährdet zudem auch die Stadtteilentwicklung, denn die ehemals positive Investitionstätigkeit ist merklich zurückgegangen.

Mit der vorliegenden Neufassung fordern wir die Stadt Leipzig auf, alle rechtlichen Maßnahmen zu prüfen und gegebenenfalls zu ergreifen, damit die Anwohner der Güntzstraße und Schönbachstraße sich von der Stadtverwaltung Leipzig vertreten und unterstützt fühlen können und im Ergebnis nachts wieder ohne übermäßige Belastung durch Bahnlärm schlafen können.

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