Leipzig grüner machen!

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, zur Steigerung von Energie-Einsparmaßnahmen sowie zur Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien (EE) im Raum Leipzig bis zum Ende des 3. Quartals 2022 eine „Task Force Energiewende“ unter seiner Leitung zu bilden.

Der Task Force sollen das Referat Nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz, das Kernteam Klimaschutz, die entsprechend involvierten Ämter und Referate sowie Entscheidungsträger*innen der L-Gruppe sowie ggf. weiterer kommunaler Unternehmen angehören.

Die Stadtverwaltung wird beauftragt bis zum 1. Quartal 2023 ein Konzept zu erstellen, um das Ziel der Erhöhung des Anteils der Waldfläche in Leipzig auf 10 % mittelfristig umzusetzen.

Als Teil dieses Konzepts ist auch die Stärkung des Grünzuges und die Verbindung von Grünflächen jenseits des Leipziger Auwalds aufzunehmen.

Dazu werden Gespräche mit Waldeigentümer*innen, dem Freistaat Sachsen und der Stiftung Wald für Sachsen aufgenommen und eine Bürgerbeteiligung durchgeführt.

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, Projekte zur vielfältigen Nutzung des öffentlichen Freiraums für Kultur, Natur, Erholung und Gemeinschaft durch die Auflage eines Aktionsprogramms ‚Quartiersoase‘ zu unterstützen. Hierbei sind Projekte, die Kinder und Jugendliche einbeziehen, in besonderer Weise zu berücksichtigen.

Um den Ausbau der Photovoltaik zu beschleunigen, wurde „Wattbewerb“ ins Leben gerufen. Es handelt sich um einen Wettbewerb für Städte und Gemeinden. Getragen wird Wattbewerb von Fossil Free Karlsruhe, Parents for Future Germany, Fridays for Future Deutschland und Scientists for Future Deutschland. Ziel der Initiative ist es, die Energiewende in Deutschland durch exponentiellen Ausbau von Photovoltaik zu beschleunigen. Der Start von Wattbewerb erfolgte am 21.2.2021, eine Teilnahme ist fortlaufend möglich. Die aktuelle Herausforderung an die teilnehmenden Städte lautet: Welche Stadt schafft es als erste, ihre installierte Leistung an Photovoltaik zu verdoppeln?

Derzeit wird die Sächsische Bauordnung novelliert. Dem Entwurf vom 18. Januar 2022 ist zu entnehmen, dass der Abstand neuer Windkraftanlagen 1.000 Meter zur Wohnbebauung (ab fünf Wohngebäuden) betragen soll, wobei auch eine Unterschreitung dieses Abstands möglich ist, sofern die betreffenden Gemeinden und Ortschaften zustimmen. Zudem sollen bis zum Inkrafttreten der Novellierung durch eine landesrechtliche Experimentierklausel auch außerhalb von Vorrang- und Eignungsgebieten Windkraftanlagen errichtet werden können.

Die vom Club of Rome bereits 1972 festgestellten Grenzen des Wachstums spüren wir deutlich bspw. in den Folgen der Klimakrise und zunehmenden Naturkatastrophen. Neben steigenden Energie- und Materialpreisen durch Internalisierung von Umweltkosten (bspw. CO2-Bepreisung) rückt der zunehmende Verbrauch beschränkt verfügbarer bzw. nicht erneuerbarer Ressourcen in den Blick.

30 Prozent Preisanstieg; 30 Prozent durchschnittlicher Preisanstieg für Heizöl und -gas im Jahr 2021 sind enorm. Wir alle wissen, dass eine Gemengelage aus geopolitischen Gründen und gestiegenem CO2-Preis Ursache für diesen extremen Anstieg ist. Klar ist: ein höherer Anteil an erneuerbaren Energien hätte den ausufernden Preisen Einhalt geboten.

Leipzig hat ungefähr 58.000 Straßenbäume und Potenzial für 45.000 Erstpflanzungen – ein Potenzial, das angesichts des Klimawandels und der schwindenden Grün- und Brachflächen in Leipzig dringend genutzt werden muss. Dem Straßenbaumkonzept 2030 zufolge sollen in Leipzig jährlich zusätzlich zum Erhalt des Straßenbaumbestands 1.000 Neupflanzungen erfolgen. Im Klimasofortmaßnahmenprogramm 2020 (Maßnahme 4) wurden weitere 5.000 Ersatzpflanzungen angesetzt. Die Bäume in Leipzig leiden nach wie vor unter dem Trockenstress der vergangenen Sommer. Auch die Stürme „Ignatz“ und „Hendrik“ haben im Oktober 2021 in Leipzig viele Bäume geschädigt.

Mehr und mehr Bürger*innen machen sich Sorgen über das Verschwinden von Grünflächen und Bäumen in der Stadt. Eingriffe in den Naturhaushalt sind dabei grundsätzlich auszugleichen.

Die Elektromobilität nimmt in Deutschland massiv Fahrt auf. Im Dezember 2021 war bereits jeder fünfte Neuwagen rein elektrisch, hinzu kommen nochmal 14% Plugin-Hybride. Allerdings betrifft dies momentan vorrangig Menschen, die ihr Fahrzeug beim Arbeitgeber laden können bzw. die über eine eigene Ladeinfrastruktur verfügen, oder die in direktem Umfeld einer öffentlichen Lademöglichkeit wohnen. Im Vergleich zu vielen anderen Städten ist in Leipzig in den letzten 2 Jahren ohne Frage viel passiert. Die Infrastruktur wächst zusehends – wenn auch nicht so stark, wie der Bestand an Fahrzeugen. Was in Leipzig wirklich noch fehlt, sind neuralgische Punkte mit mehreren Schnellladern. Hier besteht Handlungsbedarf und eine Erwartungshaltung.