Leipzigs Kultur, Sport und Freizeit!

Aktive Kategorien:
  • Kultur
Dem Filter weitere Kategorien hinzufügen:

Lieber Herr Reize – zukünftiger Thomaskantor, denn ich vermute, Sie wühlt die neue Diskussion auch auf, was wir sehr bedauern!
Für Bündnis 90/ Die Grünen war ich sowohl 2015 als auch im letzten Jahr Mitglied der Auswahlkommission, bin Mitglied des Kulturausschusses und musikalisch interessiert und vorgebildet. Dennoch war es vorderste Pflicht für uns Stadträt*innen in der Kommission, externe sowie interne professionelle Expertinnen und Experten hinzuzuziehen und auf ihre Einschätzung genau zu hören. Denn es geht um Musikalität und Leistungskraft eines Chores auf Weltniveau und mit historischem Erbe. Es geht auch um Pädagogik, um Kirchenmusik, um musikwissenschaftliche Erkenntnisse sowie weitere Aspekte. Der Chor bildet zugleich aus und fördert Kinder und Jugendliche. Weder Ihr Thomaner noch wir Stadtpolitiker*innen können Kandidat*innen - Entscheidungen so allein fällen!

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Menschen, die um das Wohl der Stadt Leipzig und ihrer Einwohner*innen bemüht sind!

In der Vorlage des Kulturdezernates geht es um den Planungsbeschluss zum Festivalhaus und doch möchte ich zum Filmkunsthaus sprechen.

Statt einer abgesenkten Dynamisierung der Förderung der Freien Szene für Kunst und Kultur beantragen wir, bei bisheriger Beschlusslage zu bleiben. Nicht nur jährlich steigende Ausgaben, sondern auch die Spezifik der Benachteiligung von Kulturakteuren aufgrund der Pandemie, die sich zeigt in Wegfall von Einnahmen, Arbeitsmöglichkeiten, Auftritten, Weiterentwicklungen u.a. Arbeitsgrundlagen, verlangt besondere Förderung. Kreativität soll erhalten bleiben, aber auch neue Angebotsformen und Entwicklungen eine Chance gegeben werden. Antragsteller*innen im Fördermittelbereich des Kulturamtes sind überdurchschnittlich von den Folgen der Pandemie und Gesundheitsvorsorgebestimmungen betroffen. Indem die Stadt bei Ihrem Beschluss bleibt, die Fördermittel jährlich um 2,5% zu steigern, zeigt sie ihre Wertschätzung für die Kultur auch außerhalb ihrer eigenen Einrichtungen.

Die Pandemiemonate zeigen auf, dass Honorarkräfte besonders auch im Lockdown in ihrer Erwerbsfähigkeit bedroht sind. Doch auch seit Jahren schildern sie ihre immer noch relativ niedrige Vergütung als Problem, welches prekäre Erwerbslagen nicht aufbessert, sondern verschlimmert.

Im Museum der bildenden Künste (MdbK) wird die Besetzung der im Museumskonzept der Stadt Leipzig ausdrücklich befürworteten Stelle für Provenienzforschung (VZÄ) aufgrund des pandemiebedingten Haushaltsansatzes nur bis 2022 aufgeschoben.
Provenienzforschung ist nicht nebenbei (etwa auf Basis von befristeten Projektverträgen) zu betreiben. Provenienzforschung muss systematisch, kontinuierlich bzw. nachhaltig erfolgen, auch deswegen, weil sie nicht nur Fragen bezüglich Herkunft versucht zu beantworten, sondern darüber hinaus auch Zusammenhänge in der Stadt- und Zeitgeschichte aufdeckt.

Der Nutzungsdruck, der auf dem Soziokulturellen Zentrum liegt, steigt kontinuierlich an. Der aktuelle Träger arbeitet mit einem verdichteten Veranstaltungskonzept, welches ein stetiges Haus der offenen Tür zur Folge haben soll. Schon jetzt erfahren auch die Kultur- und Freizeitangebote der dort ansässigen Untermieter eine wachsende Nachfrage von Nutzer*innen.

Bündnis 90 / Die Grünen schlagen vor, dass Leipzig sich als UNESCO-Welthauptstadt des Buches 2024 bewirbt.

„Wenn Leipzig jetzt diesen UNESCO-Titel für das Jahr 2024 anstrebt, könnte das mit den Aktivitäten zum 35. Jahrestag des 9. Oktober 1989 verbunden werden“ sagte Sandra Hoferichter, Vorsitzende des Medienstadt Leipzig e.V., von wo die Initiative an die Fraktion herangetragen wurde. „Damals wie heute sind Themen wie Meinungsfreiheit und Zensur Gegenstand der politischen Auseinandersetzungen. Da kann Leipzig einiges zur weltweiten Diskussion beitragen.

Leipzig war, ist Buchstadt. Kleinere und größere und auch viele berühmte Verlage waren und sind hier beheimatet; die Stadt ist reich an Büchereien, Buchhandlungen, Leseformaten und pflegt mit der Buchmesse und dem Leipziger Unikum „Leipzig liest“ sein internationales Renommee als Buchstadt.

Die Themen Frauenbildung, Berufsbildung und frühkindliche Bildung fehlen in der Vorlage. Sie gehören sachinhaltlich, stadtgeschichtlich und in ihrer Vielfalt unbedingt dazu. Wir schlagen vor, die Themenfelder gemeinsam mit der Henriette Goldschmidt-Schule für die frühkindliche Bildung, ggf weiteren Akteuren der Berufsbildung (Arbeitskreis Schule& Wirtschaft) sowie Frauenbildung (Louise-Otto-Peters-Gesellschaft) einzubeziehen.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen unterstützt die beiliegende fraktionsübergreifende Willensbekundung „Nicht ohne Kultur: Kulturelle Vielfalt während der Pandemie absichern“.
"Wir schließen uns der Mehrheit des Fachausschusses Kultur in ihrem Bemühen an, der unverzichtbaren Kulturlandschaft Leipzigs in diesen außerordentlichen Zeiten alle nur mögliche Unterstützung zukommen zu lassen. Auch wenn die Erklärung in Punkten über die Befugnisse der städtischen Kommunalpolitik hinausweist, zeigt sie doch Wege auf, die mit den geeinten Kräften von Stadt und Land begehbar gemacht werden könnten/sollten."